Startseite Foren Halle (Saale) Pfingstochsen und Pfingstburschen

  • Dieses Thema hat 8 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 4 Wochen von Elfriede.
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  • #421110

    Anfang der 50er Jahre kamen in Mücheln (Geiseltal), in den Ortsteilen St.Ulrich und St Micheln die Pfingstburschen mit einem Bauern-Leiterwagen voller Birken, bespannt mit zwei geschmückten Ochsen, vor jedes Haus, ließen die Bewohner hochleben und setzen eine Birke vor das Haus. Die Hausbewohner mussten dann einen Schnaps für die bereits betrunkenen Pfingstburschen ausgeben.
    Heute kommen leider keine Pfingstburschen mit Pfingstochsen und Birken vor unser Haus, Schnaps hätten wir genug da.
    O tempora o mores

    In Hergisdorf im Mansfelder Land, wo Pfingsten das schöne Dreckschweinfest stattfindet, ist es heute noch so ähnlich üblich, nur Ochsen haben sie nicht mehr:

    Am Pfingstsonnabend geht es sehr früh in den Wald hinaus, um die vorher beim Förster bestellten Birken zu schlagen. Die Birke wird erst durch das Hereinholen zur Pfingstmaie. Am Nachmittag werden die Maien ausgetragen. Jeder Haushalt im Dorf bekommt eine. Voraus geht eine kurze Ansprache des dafür bestimmten wortführenden Burschen sowie ein Ständchen der dieses Ritual bekleidenden Kapelle. Nachdem das Familienoberhaupt den gekränzten Schnaps gekippt hat, gibt es eine kleine Gabe in die Sammelbüchse als Dankeschön für die Maie. Früher wurde beim Empfang vder Maie in der Regel sehr darauf geachtet, dass sich der Stamm nach dem Verblühen als „Wäscheschtewwel“ eignete.

    #421111

    Das weckt Erinnerungen an F R Ü H E R, Wolli scheint sich daran- vielleicht sogar mit etwas Wehmut- erinnern und ich denke dabei an heute und die geforderte Nachnutzung, Sparsamkeit, an die Forderung zum Stromsparen.Beispiele? Gern.

    Früher wurde mit der Hand gewaschen auf einem mit Rillen versehenen Waschbrett, vorher im Kessel gekocht ( die Weißwäsche), gefeuert mit Kohle und Holz.
    Heute lässt man Maschinen im Haushalt waschen. Jeder Haushalt hat so eine Maschine, welche Vergeudung an Mat. und Ressourcen…Die Maschinen brauchen Strom.

    Früher wurde mit der Hand geespült, in kaltem Wasser, dabei wurde eine Unmenge Wasser verbraucht.
    Heute hat die Maschine en Spülprogramm, kostet Strom, spart aber Wasser und Körperkraft.

    Wer hängt heute noch Wäsche auf im Freien oder auf dem Trockenboden? Wenige (ich bin dabei). Die Mehrzahl lässt einen
    Wäschetrockner laufen, weil es nicht so mühselig ist, Wäsche aufzuhängen und weil es z. T. keine Trockenböden mehr gibt. Vorteil für mich: Ich bewege mich, Bücken, Arme hoch zum Befestigen der Wäsche mit Klammern. Tragen der Wäsche zum Trockenplatz und nach Trocknung wieder in die Wohnung.Das ist Bewegung und gut für mich und mein Befinden.Meine Wäsche wird mit Sauerstoff angereichert, ich verbrauche keinen Strom.Wer braucht noch Wäscheschtewwel( sozusagen Leinenstützen, weil früher übliche Wäscheleinen aus Naturmaterial war und sich durch die Schwere der nassen Wäschestücke (sie waren nicht geschleudert) sich dehnten und nach unten durchhingen. Heute gibt es Plastewäscheleinen, die hängen nur wenig durch.

    Alles hat Vorteile und Nachteile. Ah–FROHES Pfingstfest wünsche ich noch allen, die das lesen!

    #421115

    Putin bombt uns vielleicht in die Zeit der Wäschestewwel zurück?

    #421130

    @Wolli, mit Bedacht schrieb ich über Vorteile und Nachteile zum Schluss. Bezüglich Putin trifft auch das zu: Durch die Sanktionen, Gas- und Ölembargo u.a. als Protest gegen seine Politik müssen wir, da wir diese Produkte nicht haben, aber unbedingt für UNSERE Produktion benötigen und damit für das Wichtigste im Leben, die ARBEIT der Menschen, woanders und u. U. teurer einkaufen und werden zur Sparsamkeit angeregt. Es ist doch ein Wahnsinn, wie wir unsere Welt ausbeuten, die Natur schädigen durch Reisen, durch überzogene Ansprüche beim ganz normalen Leben. Früher als Kinder mussten wir uns v o r s e h e n beim Spielen, uns nicht dreckig machen. Die Mutter wusch die Wäsche noch per Hand. Heute sitzen die Schulkinder an der Haltestelle auf der Straße und warten auf die Bahn, neben sich die Ranzen, natürlich auch auf der Straße. Ist genügend Platz in der Bahn, kommt dieser Ranzen neben den Schüler auf den 2er-Sitz, auf den setze ich mich später! Gedankenlos, wie der Schüler, da könnte er auch gleich seine Füße mit Schuhen auf die Sitze brezeln, was auch genug geschieht.
    Das war nur ein ganz simples Beispiel.
    Ein zweites, ebenso simpel. Es gibt Jacken, es gibt Pullover. Da muss ich nicht in den Wintermonaten in luftiger Sommerkleidung in der Wohnung sein und die Heizung bis aufs Letzte aufdrehen. Da kann ich Energie sparen und mich der Jahreszeit entsprechend kleiden.
    Frage mal die Menschen, haben sie schon geschnallt, dass eine kwh jetzt 32 Cent kostet, 1/2 Stunde Fernsehen 16 Cent? Warte ab, was kommt, wenn die Energierechnungen eintreffen.
    In der DDR kostete eine kwh 8 Ostpfennige.
    Insofern ist Putins Krieg, besser gesagt seine wirtschaftlichen Folgen für uns alle lehrreich und damit gut. Wir müssen sparen, anders lässt sich die Masse der Menschen nicht überzeugen, dass wir über die Verhältnisse unserer Welt leben. Ich habe das Datum vergessen, welcher Tag es war, dass wir schon auf Kosten von 2023 leben. Du und ich und alle in unserem Alter wissen, wie es uns 1945 und später ging, dass wir froh waren, mit dem Handwagen einen Zentner oder 2 beim Kohlenhändler zu bekommen und heim zu ziehen.
    Ich, und ich kenne auch andere, die eine Art Genugtuung empfinden, das erlebt haben zu MÜSSEN und dass wir das, was wir jetzt haben, schätzen und sparsam aus Erfahrung sind. Diese Haltung haben wir eingeimpft bekommen durch unsere Eltern und Großeltern, unbewusst, sie wurde uns vorgelebt.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Wochen, 1 Tag von Elfriede.
    #421132

    Beim Dreckschweinfest in Hergesdorf werden die Frauen übrigens diskriminiert, die dürfen sich nicht mit den Dreckschweinen im Schlamm wälzen. Claudia Roth müsste da mit rein, KGE auch.

    #421135

    Früher wurde mit der Hand gewaschen auf einem mit Rillen versehenen Waschbrett, vorher im Kessel gekocht ( die Weißwäsche), gefeuert mit Kohle und Holz.
    Heute lässt man Maschinen im Haushalt waschen. Jeder Haushalt hat so eine Maschine,

    Bin mir nicht sicher, ob es energetisch vernünftig ist, einen Waschkessel, der nicht isoliert ist, mit Kohle aufzuheizen. Eine Waschmaschine scheint mir da günstiger zu sein.

    #421138

    Trotzdem hat @elfriede Recht, dass nur der Preis zum Sparen anregt. Es muss weh tun 500 m mit dem Auto zu fahren und Essen wegzuschmeißen.

    #421148

    Das ist richtig. 500 Meter fahren, um Essen wegzuschmeißen, ist idiotisch. Ich kipp das gleich zu hause ins Klo.

    #421150

    Det is ja nu noch idjotscher, hallo! Das muss in de braune Donne, eh, du vrjiftest je de Saalefische mit dein jewörzen, weeßte. Allens was Recht is, det darf ooch nich sinn! Det wer’ch den Umweldamt melden, sie solln ma hier rinkieken, watte hier von dir jejehm hast. O Mannomann, Leute jibt det, mit den ma hier Umjank flecht. Ick weeß ja nich, ob dat noch unter Normalo leuft.
    Wolli, was sachste denn zu dem mitten Ziejelstein fast offen Koppe,he?
    Das werds woh sinn, de Ursache von sein‘ Fehlverhaltens wejen…
    Na bei den jeh’ch nich offs Klo, ih, da sinn beschtimmt noch e baar Fettflecke off der Klobrille… 🙂 🙂 🙂

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