Startseite Foren Halle (Saale) Nationalakademie Leopoldina fordert Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz

Dieses Thema enthält 287 Antworten und 24 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Clemens vor 4 Tagen, 14 Stunden.

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  • #352137

    teu

    Garten.
    Bin ich täglich, und bereite die Pflanzungen vor, denn bald ist Oktober/November, also Pflanzzeit.
    Diesmal wird es viel Holunder, zwei Pappeln, und sehr viel Efeu geben.

    Was haben denn Leopold und die Dina vor?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 5 Tagen von  teu.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 5 Tagen von  teu.
    #352139

    Quantität ist nicht gleich Qualität.
    Und Masse nicht unbedingt überhaupt Substanz.

    #352147

    Was haben denn Leopold und die Dina vor?

    Aufklären, dass deine Bäume und Sträucher nicht vom nächsten wieder niedergerissen werden. Das Bedarf an Aufklärung dringend von Nöten ist, zeigt so mancher Beitrag hier.

    #352152

    Fractus, ich bewundere deine Zeit und Geduld, die du den notorischen Klimaleugnern opferst.

    #352153

    Das mit dem Golfstrom ist ja nicht neu. Interessant ist, jeder hat DIE alleinige Wahrheit gepachtet. Mal wird das Klima bei uns gemäßigter, dann wird es apokalyptisch Kalt (siehe Artikel) und gleichzeitig im Sommer viel wärmer. Bestenfalls steht dann im Nebensatz, wie ungenau Mldell und Annahmen sind.

    Ich bin ja froh, dass unsere Verfassung hier nicht so viel Hysterie zulässt und diese dämliche CO2 Steuer wohl endlich vom Tisch ist.

    Übrigens wirft es kein sehr gutes Bild auf die Leopoldina, wenn eine zentrale Forderung so gar nicht durchsetzbar ist. Hoffen wir jetzt darauf, dass die Vorschläge von praxisfernen Theoretikern kommen oder nimmt man es bei der Leopoldina generell nicht mehr so genau?

    #352154

    Fractus, ich bewundere deine Zeit und Geduld, die du den notorischen Klimaleugnern opferst.

    Da schließe ich in das Lob noch ein paar weitere Beigragschreiber ein, die mit ihrer Kompetenz dafür sorgen, dass dies hier keine 0815 Deppen-und Hetzplattform geworden ist, wie man sie nur einen Mausklick entfernt erreichen kann.

    #352163

    @nixidee verfassungswidrig ist nur eine Emissionssteuer, nicht eine Verbrauchssteuer auf fossile Brennstoffe.

    Verkehr und Verkehrtes in Halle - halle-verkehrt.de

    #352164

    [ Antwort von gestern, durch Fehler von mir verlorengegangen und rekonstruiert. Sorry, mal wieder lang geworden]

    @rugby wir machen den CO2- und Klimawandel ja in einem extremen Zeitraffer, der ungefähr einen Impact hat wie der Deep Impact, der die Saurier hinweggerafft hat (damals übrigens noch nicht als intelligente Krähen oder bandenmäßig organisierte Möwen). Jeder Geologe würde so einen Sprung innerhalb von 150 Jahren (bzw. 50 Jahren, wenn man 1990 – 2040 ansetzt) als Messfehler abtun, als groben Unsinn, oder eben als großes katastrophales Ereignis.

    Die Änderung von 500 ppm auf 280 ppm hat ewig gedauert, die Umkehrung schaffen wir in ein paar Momenten. Praktisch irreversibel, selbst um auf 380 ppm runterzukommen werden wir enorm viel Arbeit haben.

    Dass wir jetzt schon die Dominoeffekte anstubsen, ist das dümmste, was wir tun können. Arktiseis mag wieder entstehen, sobald wir auf vernünftige CO2-Werte zurück sind. Gletscher auf Grönland nicht so schnell. Und Permafrost, der zu dunklem Matsch geworden ist, friert nicht so schnell wieder ein.

    Bei dem 2km Eis über der Grünfläche bin ich kein Experte, aber dass Eis wandert, hat man mir in der Schule schon beigebracht und heute sehe ich es auf Satellitenbildern. Es kann sich also einfach eine dicke Eisschicht über Grünflächen geschoben haben.

    Die hunderte Milliarden m^3 Eis, die allein im Juli in Grönland abgeschmolzen sind, sind jedenfalls kein Grund zur Beruhigung – weder für den Golfstrom noch für die Fauna und Flora in der Gegend. Und die Energiemengen, die das Tauen aufnimmt, kannst du in Hiroshima-Bomben pro Sekunde zählen.

    Im Zug würde ich auf jeden Fall die Notbremse ziehen.

    Das absurdeste an der ganzen Story ist ja die Verhältnismäßigkeit. Die allermeisten Emissionen gehen für absoluten Unsinn drauf. Wir haben seit 1960 die Arbeitsproduktivität enorm erhöht und strampeln uns trotzdem ab wie blöde. Klar ist aus heutiger Sicht ein 1960-Leben die Steinzeit. Aber mit einem bisschen besserer Verteilung der Ressourcen haben wir (abgesehen von den reichsten 5%) genausoviel Spaß und Luxus wie heute, vielleicht etwas anders gelagert.

    Das wäre übrigens jetzt die wirklich dringend anstehende Arbeit – nicht der Kampf, wie wir noch möglichst viele Gigatonnen CO2 rauspusten, sondern die Frage, aus welchen Puzzleteilen eine post-fossile Gesellschaft aufgebaut ist.

    Also einfach mal davon ausgehen, dass Energie knapper und teurer ist als heute und daraus ableiten, was in einer vernünftigen Gesellschaft dann alles anders aussieht. Natürlich vorausgesetzt, wir haben die erneuerbaren Energiequellen stark ausgebaut.

    Ich komme dabei z.B. zum Ergebnis im Transport und Verkehr, dass es entweder viel weniger davon gibt oder dass er viel ressourcenschonender ist. Das ist jetzt keine Rocket Science, da kommt jedes Kind drauf. Egal mit welchem Antrieb, eine Person im Auto rumzufahren ist große Vernichtung von Nutzenergie. Das mag dort sinnvoll sein, wo Verkehr nicht gebündelt ist (einsame Hütte in Norwegen, Krankenschwester im Schichtdienst 05:00 Uhr nachts).

    Ressourcenschonend ist für Kurzstrecken ein System aus energieeffizienten Verkehrsträgern. Ein gutes Radschnellwegenetz, gut verbunden mit Bahnhöfen inklusive sicherer Bikeboxen oder Radparkhäuser direkt am Bahnhof. Busse. Auf dem Land flexible Systeme aus Mitfahrern, Bussen, Bahnen, Ruftaxi, Carsharing, Bikesharing. So gemanagt, dass man auch nachts um drei noch sicher nach Hause kommt, aber alles bündelbare gut gebündelt ist und auch der Bankberater mit Kundenkontakt gut auf Arbeit ankommt.

    Insgesamt kann das ressourcentechnisch nur unglaublich viel billiger sein, als 100000 Menschen mit 90000 Fahrzeugen durch die Gegend zu kutschen. Selbst mit klimatisierten sauberen Bussen. Es kostet ein bisschen mehr Arbeit.

    Trivial ist so was nicht, auch IT-technisch. Es dauert sicher ein bisschen, so was aufzubauen, und man sollte es so ausrollen, dass auch die Teilstücke davon schon was bringen. Da aber Leipzig aus allen Nähten platzt und hier irgendwer ein paar Milliarden in den Strukturwandel packen will, könnte man mal sinnvoll damit anfangen. Ein fast autofreies „Paulusviertel 2.0“ mit Radschnellweg-Anbindung, Bahnknoten, Solardächern und so einem superflexiblem System an ÖPNV.

    Analog im Transport: ein Güterzug verursacht ca. 10% der CO2-Emissionen entsprechender LKW, bei mehr erneuerbaren Energien noch weniger.

    Also: Schienen für Güterverkehr bauen, dazu super Hubs („Güterbahnhöfe“), in denen das Umladen auf LKW für die letzte Meile im Minutentakt funktioniert.

    Jedes blöde Brot im Supermarkt hat heute seinen RFID-Chip und kann fast von selbst ins richtige Regal laufen, aber der Güterumschlag auf der Schiene sieht (zumindest für mich als Laien) noch aus wie 1950 und dauert so lange wie die Pferdekutsche. Klar, die Bahn hat den Konkurrenz-Nachteil der Sicherheit, weil sie nicht so organisiert sein darf, dass täglich Menschen bei Unfällen sterben oder schwer verletzt werden. Vielleicht muss man da an den LKW- Privilegien noch mal arbeiten. Ich kenne auch nicht die Detailprobleme und Gründe für schlechten Güterverkehr auf der Schiene (abgesehen davon, dass wir über Jahre viel zu wenig investiert haben).

    Aber 90% Reduktion klingt nach einem klaren Gewinn, und Leitungen klingt besser als Wasserstoff-LKW mit einer verheerenden Gesamtbilanz an Energie.

    Oder Müll: wir machen extra kurzlebige Produkte, weil sonst das Wirtschaftswachstum wegbricht, müssen deshalb doppelt (als „Hausnummer“ zur Verdeutlichung) so viel arbeiten wie nötig, haben darum zu wenig Zeit und schütten uns einen Coffee To Go rein.

    Ehrlich gesagt finde ich den häufigen Neukauf einer Waschmaschine, oder eines Toasters, oder Wasserkochers jetzt nicht so die unverzichtbare Erfüllung. Die Welt würde für mich auch funktionieren, wenn man den Wasserkocher immer mal grundreinigt und er 20 Jahre hält. Aber dann müssen wir natürlich mit Degrowth klarkommen, also mit weniger Arbeit. Dazu müssen wir auch an die Verteilung ran, anders geht es nicht. Eine Krankenschwester kann nicht mit 25% weniger Arbeit auskommen, so lange sie so schlecht bezahlt wird.

    Natürlich haben dazu diejenigen eine deutlich andere Meinung, die so viel bekommen wie 500 oder 1000 Krankenschwestern (z.B. die GF der Krankenhauskonzerne oder die Aktionäre der Ölfirmen).

    Auch die Finanzierung unserer Sozialsysteme hängt aktuell zu stark an der Produktivkraft „Arbeit“. Clever ist das nicht, wenn man Ressourcenverbrauch sparen will. Eine CO2-Steuer wäre kurzfristig ein Ansatz, aber die CO2-Emissionen sollen ja schnell reduziert werden.

    Finanztransaktionen sind kein Wert per se, eine Finanztransaktionssteuer wäre also ein Ansatz. Auch die 25% Pauschalsteuer auf Kapitalgewinne, die Erbschaftssteuer (effektiv im Deutschland-Schnitt nach allen Ausnahmen ca. 3%) etc. sind Punkte.

    Wenn ich eine fast fossilfreie Welt anschaue, kommt viel PV und Windkraft, langlebige Produkte, Reparaturwerkstätten, kürzere Arbeitszeit und mehr Selbst-Machen raus.

    Also platt gesagt öfter Kochen mit Freunden als Tiefkühlpizza, Kaffee im Sitzen statt aus dem Pappbecher, aber im großen Schnitt weniger Arbeitszeit.
    Das bedeutet nicht, dass es keine Startups geben kann und soll, wo ein paar Enthusiasten mal so richtig rund um die Uhr durchziehen. Es geht um die normale Arbeit, die mittleren 80%.
    Freiheit und Vielfalt sind unglaublich hohe Werte. Ein Ein-Parteien-System will bis auf ein paar linksextreme Randgruppen niemand. Aber ohne echten Klimarealismus zerstören sich die Vertreter des Konservativen und des Liberalen selbst, und damit auf absehbare Zeit auch ihre eigentlichen Anliegen. Das ist einer der Gründe, warum ich andauernd versuche, die Liberalen und Konservativen zu ordentlichen überzeugenden CO2-Spar-Konzepten zu drängeln.

    Weiter zum Internationalen: Irgendwas muss Deutschland noch suchen, was wir exportieren können. Waffen ist keine gute Idee, die Klimaflüchtlinge würden sie früher oder später gegen uns verwenden. Autos und Busse mit Verbrenner wird uns bald keiner mehr abkaufen, und im Elektrobereich sind andere viel weiter als wir. Hab ich heute schon von den über 360000 Elektrobussen gesprochen, die China gebaut und längst im Einsatz hat?

    Ohne was Neues zum Exportieren stehen wir echt blöd da. Vor allem, wenn wir unsere Infrastruktur nicht schnell aus dem Öl rausholen. Was wir da jährlich importieren und verbrennen, sind ja alles verlorene Gelder.

    Ob wir in 5 oder 10 Jahren den Fossilverbrauch halbiert haben (rational wäre spätestens in 5), spielt für den Endzustand der fossilfreien Gesellschaft ja kaum eine Rolle. Verschieben, Verlangsamen, Verzögern sind in so einem Bereich die allerdümmstmöglichen Strategien. Sie verschlechtern sowohl die Umwelt (Arktiseis ist in 4 Jahren im Sommer bei 0), als auch die eigenen Voraussetzungen. Der Aufbau von Schienen, Windrädern, Solarzellen braucht ja Ressourcen.

    Ressourcen, die wir heute in Autobahnen, LKW und PKW, Kohlebagger und Einfamilienhäuser vergraben. Wenn die weg sind, sind sie weg.

    Eine weltweite Wirtschaftskrise nimmt uns genau diese Möglichkeiten.

    Wenigstens wir Ossis sollten doch noch wissen, dass ständig nachsprudelndes Öl und Kupfer, Edelstahl und Apfelsinen, Kaffee und Kakao kein gottgegebenes Naturgesetz sind. Wir haben das ja nicht plötzlich alles, weil wir heute so genial und unersetzbar sind (und früher so blöde waren). Wir haben es deshalb, weil die Welt uns Güter teuer abkauft und Rohstoffe billig verkauft. Und wir sollten so bauen, dass wir baldmglichst ganz gut wenigstens ohne Ölimporte auskommen.

    Die genauen Aushandlungen sind natürlich ein politischer Prozess. Die Extinction Rebellion sieht dazu Bürgerversammlungen vor, weil nie wieder ein elitärer Einzelautor oder ein kleiner Kreis sich die ganze Welt neu ausdenken kann. Dazu sind die Leben zu vielfältig. Es wird auch immer arm und reich geben, das ist meine feste Überzeugung, immer auch die Malfoys (wenn ich mal auf Harry Potter zurückgreifen darf).

    Aber Reichtum muss nicht mehr in Flugmeilen pro Jahr oder Tonnen Auto oder verbrauchter Diesel pro Tag gemessen werden.

    Verkehr und Verkehrtes in Halle - halle-verkehrt.de

    #352165

    Das mit dem Golfstrom ist ja nicht neu. Interessant ist, jeder hat DIE alleinige Wahrheit gepachtet. Mal wird das Klima bei uns gemäßigter, dann wird es apokalyptisch Kalt (siehe Artikel) und gleichzeitig im Sommer viel wärmer. Bestenfalls steht dann im Nebensatz, wie ungenau Mldell und Annahmen sind.

    Ich verweise nochmal auf die Bombenentschärfung.

    Selbst wenn das Risiko eines wegbrechenden Golfstroms nur bei 5% läge, wären die Kosten und Schäden so hoch, dass selbst ein 3x so hoher Energiepreis heute die im Erwartungswert billigere Variante wäre. Übrigens grade für die arme Oma, die dann in ihrer Wohnung erfriert.

    Verkehr und Verkehrtes in Halle - halle-verkehrt.de

    #352168

    Junge, Junge. Wieder sehr viel Text.

    Dass wir uns alle einschränken sollten und man vernünftiger Lebensmittel herstellen kann, weniger konsumieren müßte usw. …. alles richtig.

    Aber der große CO2-Effekt ist immer noch nicht nachgewiesen.

    #352207

    @halleverkehrt @Luckyman

    Wie lange wollt ihr denn den toten Gaul noch reiten?

    #352210

    @halleverkehrt

    Bei Deinem Verkehrskonzept gehe ich weitgehend mit. Aber daß das Zeit braucht und auch entsprechende parlamentarische Mehrheiten ist Dir schon klar. Sagt sich für mich allerdings leicht, der fast alle Wege zu Fuß erledigt. Ein Pendler wird erst überzeugt sein, wenn er mit ÖPNV genauso flexibel ist. Und die unverhohlene Drohung hier im Thread, Autobahnen zu blockieren, wird zu welchen Akzeptanzzuwachs führen?

    Dto. bei Flughäfen. Die vom linken Lager eingeforderte Weltoffenheit scheint sich darauf zu beschränken, das Deutschland der ganzen Welt offensteht. Umgekehrt nicht? Es sind wohl die selben Leute, welche dereinst auf „Reisende“ an der Grenze haben schießen lassen. Soll das wieder losgehen?

    Ich bekenne mich des Degrowings schuldig. Zwar mußte ich kürzlich meine alte Waschmaschine, Baujahr 1994, wegen Funktionsverlustes durch eine neue Ersetzen. Aber ich bin froher Hoffnung, daß keine Adoleszenz eingebaut ist und die neue auch meine letzte sein wird.

    Die CO2-Steuer halte ich für den falschen Weg. Sie müßte ja gerechterweise in Höhe der Opportunitätskosten der CO2-Emission erhoben werden, und hier wird dann das Hauen und Stechen losgehen. Welche Kosten müssen da wirklich berücksichtigt werden? 10 Wissenschaftler, 10 reichgemachte Berater, 10 Lobbyisten, 50 Meinungen! Wer will alles Ausnahmegenehmigungen? An welcher Stelle wird sie erhoben? Was passiert steuermäßig mit Export- und Importgütern? Gerechterweise müßten die derzeitigen indirekten Verbrauchssteuern auf Strom und Brennstoffe auf Null gesetzt werden, oder? An eine Rückzahlung der Steuer an die Verbraucher (alle von Baby bis Greis + Unternehmen, welches Register?) kann ich nicht glauben. Selbst wenn, allein dies zu verwalten kostet Unsummen und frißt die Steuer größtenteils wieder auf. Das, was dann noch ankommt, wird auf Hartz4 angerechnet oder erhöht die zu versteuernden Einkünfte. Dann ist das Geld wieder beim Staat und das Recht sieht eine Zweckgebundenheit von Steuereinnahmen nicht vor. Die Bevölkerung wird noch mehr ausgeplündert, die Mittelschicht erodiert am unteren Ende immer mehr.

    Meines Erachtens ist der Europäische Emissionsrechtehandel die bessere Lösung. Er ist bereits etabliert, muß aber um den Verkehrssektor, die Heizung (fossilgefeuerte Fernwärme ist jetzt schon wettbewerbsbenachteiligt drin!) und die Landwirtschaft erweitert werden. Europaweit versteht sich. In der Grunsdtoffindustrie gibt es zudem chemische und/oder physikalische Grenzen der CO2-Reduktion. Die Emissionsziele sind definiert und durch die kontinuierliche Verknappung bildet sich ein Preis, der die Opportunitätskosten abdeckt.

    Im Energiesektor sollte man sich den Atomausstieg noch mal überlegen. Das Müllproblem haben wir sowieso, da kommt es auf ein paar Tonnen mehr abgebrannte Brennstäbe nicht mehr an. Beim gleichzeitigen Abschalten der AKW und der Kohle-KW wird dieser Strom eben durch französischen Atomstrom und mit etwas Glück (Preis!) durch österreichische Wasserkraft verdrängt. Und wenn Polen und Tschechen die Gelegenheit nutzend, Kohlekraftwerke hochziehen, dann auch durch Kohlestrom. Wegen der niedrigeren Arbeitskosten verschmerzen sie die höheren Emissionskosten. Unsere Gaskkraftwerke können die Grundlast nur ersetzen, wenn sie steuerlich entlastet werden. Zudem emittieren sie CO2, wenn auch erheblich weniger als Kohle. Für KWK gibt es nicht genügend Wärmesenken. Und da die Grünen mit ihrer NIMBY-Mentalität beim Neubau von Pumpspeichern oder Stromtrassen am lautesten NEIN schreien, muß man Power to Gas, Power to Liquid und selbst Power to Heat wirtschaftlich so attraktiv machen, so daß wir nicht mehr überschüssigen Strom für lau nach F, NL und zuletzt sogar PL drücken.

    Es war, glaube ich, Kretschmann der anmerkte, daß wenn Klimaschutz wirtschaftlichen Erfolg bringt, sich auch gesellschaftlicher Erfolg einstellt. Wäre er nicht MP hätte man ihn bestimmt längst aus der Partei geschmissen. Mir macht es Angst, wenn so ein naturwissenschaftliches Genie wie Annalena Baerbock („Das Stromnetz ist der Speicher“, „Das Kobold-Problem ist gelöst“) zukünftig die Geschicke dieses Landes und seiner Bewohner bestimmen sollte.

    Mit Liberalen meinst du sicherlich die libertären Neo“liberalen“? Seit die Grünen ins linksradikale Lager gewechselt sind, gibt es in D leider keine liberale Kraft mit nennenswertem politischen Einfluß. Der FW Bundesverband hat Ansätze, sonst nur Splitterparteien, leider. Ist in einigen Nachbarländern anders (D66, Het Radikale Venstre, Centerpartiet, NEOS). Eine FDP wie Anfang der 70er unter Flach und Mayrhofer ist nicht zu erwarten. Auch Wertkonservative (Stichwort: Bewahrung der Schöpfung, damit können auch Agnostiker) sind hierzulande dünn gesät. Aber agitiere nur weiter.

    Hier mache ich mal einen Schnitt zum Gedankensammeln.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 4 Tagen von  rugby.
    #352211

    Noch was zum Energiesektor. Dieses unsägliche Ökolabelling von Strom muß aufhören. Es macht die Label-Organisationen reich, die Skandinavier und Ösis freuen sich über einen Investitionszuschuß der Deutschen zur Aufrechterhaltung ihrer Energieinfrastruktur für lau und verbrauchen natürlich weiterhin Strom aus Wasserkraft. Der tumbe deutsche Verbraucher dagegen denkt, er tut was Gutes und verbraucht weiterhin Kohlestrom mit Etikettenschwindel, denn die Emission findet natürlich weiterhin in Deutschland statt. Wenn die sogenannte Energiewende breitere Akzeptanz finden soll, dann erfordert das Transparenz und dann muß man solche dubiosen Umetikettierungen unterbinden. Am Besten mit einer saftigen Steuer auf das Geldgeschäft, Verbote sind immer Scheiße.

    #352216

    @halleverkehrt

    Meine Meinung zur Landwirtschaft.

    Dieser Tage wurde ja mal wieder der Konsum und die Besteuerung von Fleisch als wiedergehende Sau durch’s Dorf getrieben. Vor allem die Wiederkäuer geraten jetzt ins Visier, die rülpsen und furzen Methan bis zum „Geht nicht mehr“.

    In keiner Branche sind Treibhausgasemissionen so künstlich verschleiert, wie in dieser Branche, meine Meinung. Hier kommen ja neben CO2 noch Methan und Lachgas hinzu. Lebensmittel generell sind in Deutschland so billig (nicht etwa preiswert), trotzdem sind soviele Menschen auf die Tafeln angewiesen. Dabei sind die Produkte völlig fehlgesteuert hochsubventioniert. Dazu kommen noch Futtermittel- und Pflanzenölimporte aus Übersee, produziert in Monokulturen, wofür rücksichtlos Wälder abgeholzt werden. Oligopolistische Handelsketten halten die Erzeuger in Geiselhaft, die an Lohnsklaverei grenzt, weltweit. Global kauft China Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzflächen, vor allem in Afrika, und beutet sie rücksichtslos und substanzvernichtend aus. Die Europäer sind nicht viel besser, Rohstoffe haben billigst zu sein (Kaffee, Kakao, Soja, Palmöl, Zucker etc.), die Wertschöpfung findet hier statt. Unsere Überschüsse werden subventioniert exportiert und zerstören Subsistenzwirtschaft in der dritten Welt. Folge sind Migrationsbewegungen Richtung Europa und USA (nicht nach China!). Meere werden überfischt, der Schiffsdiesel wird von der EU subventioniert, die Schiffsmannschaften rekrutiert man in der dritten Welt in Lohnsklaverei. Danke EU! Eine NESTLÉ-Mitarbeiterin schaffen es in den Rang eines Bundesministers, die Vorgängerinnen und Vorgänger, selbst die Grünen, waren auch nicht besser.

    Als Verbraucher ist man voll am Arsch. Sogenannte Öko- und Biolabel sind völlig intransparent, Kauf beim Erzeuger erfordert Zeit und Mobilität, für einen Großstädter nicht so einfach. Hausschlachter dürfen nicht an Dritte verkaufen. Danke EU! Was bitte haben kurzkettige Kohlehydrate (Zucker, Glukose, Maltose, Dextrose) in verarbeiten Fleischprodukten (=Wurst, selbst Rohschinken) zu suchen? Schaut Euch mal die Zutatenliste bei verpackter Ware an, bei Thekenware ist es ja völlig intransparent!

    Was tun? Global???

    Mein Outing, ich esse gerne Fleisch, es schmeckt. Als Omnivore halte ich es für essentiell, über die erforderliche Menge mag man gerne streiten (aber bitte nicht mit mir, Belehrungen und Bevormundungen unerwünscht, Verbote sowieso). Der Treibhausgas-Impakt ist mir bei Fleischkonsum schon bewußt, aber nirgendwo wäre ich mehr bereit über den Preis transparent in Richtung Tierwohl und CO2-Kompensation auszugleichen. Aber wie? Und was ist mit den vielen, die es sich vielleicht nicht leisten können? Zwangsvegetarismus?

    Um auf die Wiederkäuer zurückzukommen, deren ökologisch determinierte Limitierung würde auch die Milchwirtschaft betreffen, steigende Preise. Vielleicht sollten wir zukünftig auch wieder Pferde und Esel im Fleischportfolio höhergewichten, also weniger „Black Beauty“ und „Ponyhof“, mehr „Fury in the slaughterhouse“. Auch Rodenten sollen gute Futterverwerter sein, obwohl mich persönlich Karnickel, Nutria und Meerschweinchen kulinarisch nicht überzeugt haben. Naja, frittierte Mehlkäferlarven sind, gesalzen, ein exotischer Snack aber ansonsten stört mich bei Kerbtieren der Chitinpanzer und so ein Brei aus insektenbasierten Proteinmehl ist nicht wirklich lecker.

    Ein paar Vorschläge hätte ich ja:

    – Subventionen komplett abschaffen oder wenigstens ökologisch umgewichten
    – zwangsweise Blühstreifen oder Hecken-/Baumpflanzungen an Ackergrenzen, eventuell nach ökologischer Wirkung subventioniert (Kohlenstoffsenke, Insektenschutz), wie schon gesagt, Verbote/Gebote sind Scheiße, ökologische Steuerung akzeptabel,auch flächenabhängig (<1 ha Null, >1 ha 5%,>10 ha 10% beispielhaft)
    – Lebendtiertransporte versteuern (Distanzsteuer) oder eventuell verbieten (über EU-Außengrenzen)
    – Importverbote oder Zölle für Agrarprodukte (incl. Fleisch) ex-EU aus Ländern ohne Klimaschutzabkommen
    – Zölle oder CO2-Steuer auf Importfuttermittel und Pflanzenöle
    – Nutztier pro Fläche besteuern, eventuell mit Rabatten für Kulturlandschaftspflege oder Ausgleichsmaßnahmen für Emissionen
    – Gülletourismus versteuern
    – pflanzlische Stickstoffsenken fördern
    – ökologisch günstige Fruchtfolgen fördern
    – Überschußexport ex-EU besteuern bzw. Knebelabkommen im „Freihandel“ mit den Zielländern (explizit Dritte Welt) aufheben
    – Flächenkauf oder Flächennutzung von EWR-Unternehmen in der Dritten Welt reglementiern, Einkünfte daraus ins Zielland (aber Korruptionsgefahr)
    – in eigener Sache: organische Filterhilfsmittel bei der Bierherstellung verbieten (hier bin ich wirklich mal für ein Verbot), mineralische tun es auch und sind wenig teurer, oder man läßt sie ganz weg. Cellulose ist zwar organisch, aber eventuell akzeptabel.
    – Wiederkäuer nur noch in Zweinutzungsrassen (Fleisch + Milch)
    – Förderung von schnellwachsenden C-anreichernden Pflanzen (Gräser insbesondere Bambus, KUP,Cannabis?), eventuell europaweit oder weltweit, entweder zur nachweislich Fossilkohlenstoff verdrängenden Verbrennung oder zur verrottungsgehemmten Einlagerung (in alten Bergwerken, Wüsten, Eiswüsten)

    Liste sicherlich unvollständig, bin nicht vom Fach, würde es aber als Laie verstehen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 4 Tagen von  rugby.
    #352226

    @rugby viele unerwartet konstruktive Teile kommen zum Vorschein! Sehr gut.

    Jetzt nur kurz zum Ökostrom: es ist kein um-labeln. Wie beim Klimawandel selbst ist es ein Schwellwertproblem.

    Von meiner Stromrechnung geht kein Cent in Kohlestrom. Im Gegenteil muss für jede kWh, die ich abnehme, genau eine kWh Ökostrom eingespeist werden. Innerhalb bestimmter Grenzen ist das tatsächlich egal, dann bekommen „Normalkunden“ einfach mehr Kohlestrom und ich mehr Wasser. Allerdings bin ich bei einem exklusiven Ökostromanbieter.

    Steigen aber genug Kunden um (z.B. auch Städte, Schulen, Verwaltungen, …), dann stößt das an eine Grenze. Dann kann der Kohlestrom nicht einfach umgelegt werden, weil insgesamt zu wenig Menschen Geld für Kohlestrom ausgeben. Möglichwerweise steigt dann der Preis für Ökostrom.

    Aber irrelevant ist das nicht. Weder für mich (wohin geht mein Geld), noch für die Ökostromanbieter, noch für die Investitionen.

    Wie stark der Strommix vom Markt abhängt, zeigt ja die deutlich gesunkene Kohleverstromung 2019 gegen 2018 (aufgrund teurerer Zertifikate). Oder England, wo eine CO2-Steuer den Kohlestrom rausgeworfen hat.

    Verkehr und Verkehrtes in Halle - halle-verkehrt.de

    #352341

    Jetzt nur kurz zum Ökostrom: es ist kein um-labeln. Wie beim Klimawandel selbst ist es ein Schwellwertproblem.

    Von meiner Stromrechnung geht kein Cent in Kohlestrom. Im Gegenteil muss für jede kWh, die ich abnehme, genau eine kWh Ökostrom eingespeist werden. Innerhalb bestimmter Grenzen ist das tatsächlich egal, dann bekommen „Normalkunden“ einfach mehr Kohlestrom und ich mehr Wasser. Allerdings bin ich bei einem exklusiven Ökostromanbieter.

    Steigen aber genug Kunden um (z.B. auch Städte, Schulen, Verwaltungen, …), dann stößt das an eine Grenze. Dann kann der Kohlestrom nicht einfach umgelegt werden, weil insgesamt zu wenig Menschen Geld für Kohlestrom ausgeben. Möglichwerweise steigt dann der Preis für Ökostrom.

    Aber irrelevant ist das nicht. Weder für mich (wohin geht mein Geld), noch für die Ökostromanbieter, noch für die Investitionen.

    Wie stark der Strommix vom Markt abhängt, zeigt ja die deutlich gesunkene Kohleverstromung 2019 gegen 2018 (aufgrund teurerer Zertifikate). Oder England, wo eine CO2-Steuer den Kohlestrom rausgeworfen hat.

    Wenn sich ein paar einfach gestrickte Menschen besser fühlen wollen, weil ihr Strom auf dem Papier Öko ist, dann ist es ja okay. Wenn du statt langer Texte schreiben mal ein wenig drüber nachdenken würdest, was du so schreibst, wäre uns allen geholfen.

    Wenn sagen wir nur bis 2025 (Hysteriker hätten es ja lieber vorgestern) Alle(!) auf Ökostrom umsteigen würden, dann würden wir einfach einen Kollaps erleben, nicht mehr und nicht weniger.

    Aber solange Du für deinen Aberglauben selbst zahlst, kannst du dir gerne handgeklöppelten regenbogenfarbenen fairtrade Ökostrom auf deine Rechnung setzen lassen.

    #352358

    Ich auch.
    Alles in Bezug auf Plastik, was bisher verkündet wurde, ist doch primitiv. Wie z.B. dass Wattestäbchen und Trinkhalme nicht mehr aus Plastik sein sollen oder diese und jene Handelskette auf Plastebeutel verzichten will. Da müssen rigorose Beschlüsse her, wie z.B. das Verbot der Produktion von Plastik. Aber so etwas ist wohl in einer Demokratie nicht möglich, dazu braucht es eine Diktatur.Oder liege ich da falsch?

    #352372

    Da müssen rigorose Beschlüsse her, wie z.B. das Verbot der Produktion von Plastik. Aber so etwas ist wohl in einer Demokratie nicht möglich,

    Mögliche wäre es. Es widerspräche aber der Heilslehre von der alleinselig machenden Wirkung des Marktes. Die Wirtschaftspolitik (und Klimapolitik) beruht auf solch ideologischer Prämisse. Da braucht man sich nur die faktisch wirkungslosen Emissionszertifikate anzuschauen. Hauptsache marktorientiert, Nutzen fraglich.

    #352373

    Förderung von schnellwachsenden C-anreichernden Pflanzen (Gräser insbesondere Bambus, KUP,Cannabis?), eventuell europaweit oder weltweit, entweder zur nachweislich Fossilkohlenstoff verdrängenden Verbrennung oder zur verrottungsgehemmten Einlagerung (in alten Bergwerken, Wüsten, Eiswüsten)

    Viele Deiner Vorschläge halte ich für gut, aber über das Ding stolpere ich dann doch.

    1) Womit werden schnellwachsende Pflanzen gedüngt?
    2) Mit welchem Energieaufwand willst Du Cannabisstroh etc. in eine Eiswüste schaffen?

    #352395

    Da müssen rigorose Beschlüsse her, wie z.B. das Verbot der Produktion von Plastik. Aber so etwas ist wohl in einer Demokratie nicht möglich,

    Mögliche wäre es. Es widerspräche aber der Heilslehre von der alleinselig machenden Wirkung des Marktes. Die Wirtschaftspolitik (und Klimapolitik) beruht auf solch ideologischer Prämisse. Da braucht man sich nur die faktisch wirkungslosen Emissionszertifikate anzuschauen. Hauptsache marktorientiert, Nutzen fraglich.

    Wieso sind die Emissionszertifikate wirkungslos. Und wäre bei noch einer zusätzlichen Steuer und diversen Verboten wirkungsvoller?

    #352396

    Förderung von schnellwachsenden C-anreichernden Pflanzen (Gräser insbesondere Bambus, KUP,Cannabis?), eventuell europaweit oder weltweit, entweder zur nachweislich Fossilkohlenstoff verdrängenden Verbrennung oder zur verrottungsgehemmten Einlagerung (in alten Bergwerken, Wüsten, Eiswüsten)

    Viele Deiner Vorschläge halte ich für gut, aber über das Ding stolpere ich dann doch.

    1) Womit werden schnellwachsende Pflanzen gedüngt?
    2) Mit welchem Energieaufwand willst Du Cannabisstroh etc. in eine Eiswüste schaffen?

    Meine Pflanzenzuchtkenntnisse beschränken sich auf gutbesuchte Miniaturnektarwiesen im Balkonkasten. Von Düngung habe ich keine Ahnung. Ich kann mich nur daran Erinnern, daß es bei Pflanzen unterschiedliche Methoden der Kohlenstoff-Akkumulation gibt und einiger effektiver sind als andere.

    Das mit dem Transport von C-Senken habe ich tatsächlich nicht bedacht.

    #352424

    Wieso sind die Emissionszertifikate wirkungslos.

    Weil sie faktische keine Wirkung zeigen. In den ersten beiden Hadnelsperioden hatten sie keinerlei Auswirkungen auf die Emissionsbilanz.

    Und inwieweit der schwache Abfall der Emissionen in der dritten Periode auf den Emissionshandel oder auf andere Maßnahmen (z.B. Anstieg von Photovoltaik und Windkraft) zurückzuführen ist, halte ich für noch nicht ausgemacht.

    https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/der-europaeische-emissionshandel

    #352431

    Wieso sind die Emissionszertifikate wirkungslos.

    Weil sie faktische keine Wirkung zeigen. In den ersten beiden Hadnelsperioden hatten sie keinerlei Auswirkungen auf die Emissionsbilanz.

    Und inwieweit der schwache Abfall der Emissionen in der dritten Periode auf den Emissionshandel oder auf andere Maßnahmen (z.B. Anstieg von Photovoltaik und Windkraft) zurückzuführen ist, halte ich für noch nicht ausgemacht.

    https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/der-europaeische-emissionshandel

    Hast Du Dir den Text des UBA richtig durchgelesen?

    Und was wäre bei Wegfall des Emissionshandels anders? Besser?

    #352436

    Die Vorstellung hinter den Emissionszertifikaten ist doch, dass durch Verteuerung CO2-emittierender Prozesse, diese Prozesse effizienter gestaltet werden oder durch andere Prozesse mit weniger CO2-Emissionen abgelöst werden.

    Die Frage ist also: Gibt es irgendwo eine Einschätzung der CO2-Einsparungen aufgrund von Emissionszertifikaten?

    Das UBA liefert sie nicht. Der dort aufgeführte Verlauf von CO2-Emissionen kann vielerlei Ursachen haben. Allgemeine Einschätzungen liefern Null-Effekte für die Perioden 1+2 und allenfalls schwache Einsparungen in der 3. Periode.

    Ein effektives Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels sind sie somit jedenfalls nicht.

    Man kann natürlich noch fragen, wem nützt der Zertifikathandel. Eine mögliche Anwort wäre sicherlich: Den Händlern (also den Brokern an der Börse)

    #352441

    „das Verbot der Produktion von Plastik“
    Schön und gut, wer möchte denn wieder die Milch mit der Kanne holen? Und beispielsweise Obst oder Gemüse im mitgebrachten Beutel an der Kasse abwiegen. Und auch Papiertüten müssen entsorgt werden.

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