Startseite Foren Halle (Saale) MitBürger-Stadtrat will Schülershof-Plattenbauten abreißen

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  • #26585

    MitBürger-Stadtrat will Schülershof-Plattenbauten abreißen

    Beitrag von @winkus:

    Unglaublich, was dieser Baudezernent sich dabei denkt diese alten Plattenbauten erhalten zu wollen. Soziale Durchmischung gut und schön, aber architektonisch sind diese Plattenbauten ein Schandfleck mitten in der Stadt. Mindestens so ein Schandfleck, wie die DDR Bauten auf dem Gelände des Regierungspräsidiums. Warum können hier nicht innovative Neubauten entstehen? Warum darf hier die HWG alles belassen wie es ist? Wo sind hier Visionen? Städtebauliche Gestaltung? Architektonische Augenweide? Müssen Menschen, die in prekären Verhältnissen leben, solche armseligen Wohnungen akzeptieren? Den Vorschlag von Herrn Sommer sollte man durchaus noch einmal auf sich wirken lassen.

    #26587

    Klar, der Herr Sommer hat sicher auch schon den dicken gedeckten Scheck in der tasche, der das alles finanziert. Und dazu gehören bitte auch der adäquate Wohnraum für die derzeitigen Mieter, nebst den nötigen Umzugs- und Wiedereinrichtungskosten…

    Ich frag mich manches mal, aus welchem sonnigen Wolkenkuckucksheim die Leut mit diesen spinnerten Ansichten angereist sind…

    #26588

    Eindeutiges JA, bravo Stadtrat Sommer, weg mit den häßlichen Platten im Weichbild unserer schönen Stadt. Das Argument von Stäglin zieht nicht, es gibt viele andere Plattenbauten im Innenstadtbereich, an denen niemanmd rüttelt.

    #26592

    He, Schulze, der du tust, als wärest du ein alter Bayuvare. Hüte Deine Zunge etwas, denn du nervst. Dieses ärmliche Geldgequatsche geht mir auf den Keks. Es geht hier um städtebauliche Gestaltung und da kann nicht der Geldaspekt das alleinige Mittel der Wahl sein. Im Paulusviertel spielt es
    offenbar auch keine Rolle.

    #26593

    Völlig zu recht hat Herr Sommer diesen Vorschlag eingebracht. Und ich frage mich immer, wieso „verdichtete Bebauung im historischen Kontext“ bei einigen immer gleich „Luxuswohnungen für Wohlhabende“ und „Plattenbau = kostengünstig und soziale Durchmischung“ bedeutet? Dürfen denn Wohnungsgenossenschaften keine verdichtete Altstadtbebauung zu sozialen Mietpreisen anbieten, oder was?

    Diese Plattenbauten sind wirklich eine Schande für die Altstadt, und gerade wenn ich alte Fotos sehe, trauere ich um den historischen Schülershof. Wenigstens der historische Kontext sollte erhalten/wiederbelebt werden. Was das DDR-Regime der Stadt da aufgezwungen hat, ist nicht akzeptabel und eine Sanierung würde diesen städtebaulich inakzeptablen Zustand nur noch zementieren.

    #26618

    @wink
    kein Bayer, aber Realist…

    @binär
    Träum weiter… du armer Geknechteter.

    Das war nicht das „Regime“, das der Stadt irgendwas aufgezwungen hat. Das war die Stadtverwaltung und die Statdverordnetenversammlung, die das im damaligen Zeitgeist beschlossen hat.

    Im übrigekn könnten sie schon, wollten vielleicht auch, sind aber den wirtschaftlichen Zwängen dieser Zeit unterworfen. Wenn die HWG nicht Millionen in die Stadtkasse zahlen müßte…

    Mahlzeit!

    #26620

    Es ist schon erstaunlich, wie wenig Gehör die Meinung eines Architekten im Planungsausschuss findet.

    #26623

    Erstaunlich @wolli? Ein Trauerspiel!

    #26627

    Das war die Stadtverwaltung und die Statdverordnetenversammlung, die das im damaligen Zeitgeist beschlossen hat.

    Alles völlig demokratisch legitimiert, nicht wahr? Schließlich gabs ja eine Wahl … und 99,5% oder so ähnlich.
    Schulze, Du musst nicht bei jedem Thema Deinen beschränkten Horizont zur Schau stellen.

    Einen Abriss dieser Häuser würde ich zwar jetzt nicht als unmittelbar notwendig empfinden, aber bevor man noch mal Geld in Sanierung steckt – schon.
    Zumal ich davon ausgehen würde, dass die HWG nach einer Sanierung auch ganz hübsche Mieten haben will (wenn man vom sonstigen Angebot ausgeht, die Preise für Plattenwohnungen finde ich teilweise ziemlich phantasievoll).

    #26630

    Die Interessenverflechtungen zwischen HWG als Einnahmequelle für die Stadt einerseits und die der Stadt als Stadtplanungsbehörde andererseits passen einfach nicht zusammen. Da kommt kaum noch Innovation und echte Verbesserung heraus. Das vernebelt manchen Leuten einfach die klare Sicht auf die Dinge. Wer diese Bauten dort ernsthaft passend findet, scheint nicht zu wissen, was dort vorher einmal stand.

    #26641

    War eben damals so.
    Niemand wollte mehr in so einer Bruchbude mit Plumsklo auf dem Hof wohnen.
    Und mit viel Glück einer gemeinsamen Badewanne pro Treppenaufgang.

    Im Winter kam man in einer kalten Bude zu Hause an. Da war Kohlenholen und Asche wegbringen angesagt.

    Träumt ruhig weiter von der „guten alten Zeit“!

    #26656

    Ich finde die Idee, dort was zu tun damit der architektonische Charme der alten Zeit wieder einzieht und die Platten in direkter Marktplatznähe verschwinden sehr reizvoll. Dafür wäre noch nicht einmal ein Abriss nötig denn es geht auch anders: Rückbau mit Aufsetzung von Spitzdächern. Siehe hierzu angehängtes Dokument. Sowas könnte ich mir dort sehr gut vorstellen. Hinzu dann gern noch zusätzliche Neubebauungen und der Durchbruch der Oleariusstraße.

    #26659

    Ja genau redhall die bösen alten (kapitalistischen) Häuser haben den sozialistischen Fortschritt blockiert.

    Interessanter Weise gab es am Schülershof / Eselsbrunnen selbst zu DDR Zeiten Proteste gegen den Abriss.

    #26660

    Es gibt in unmittelbarer Nähe zum Schülershof auch einige Plattenbauten, bei denen sich die DDR mehr Mühe gegeben hat – nämlich die am Alten Markt.

    #26666

    Niemand wollte mehr in so einer Bruchbude mit Plumsklo auf dem Hof wohnen.

    Das ist 1:1 die Argumentation, mit der in den 80er Jahren einige Altstadtviertel verwüstet wurden.
    Die „Niemande“ gab es durchaus und diese dämliche Schwarz-Weiß-Malerei ist grober Unfug – sieht man ja heute bei den sanierten Häusern, dass Altbau keineswegs Bruchbude heißt.

    PS: Vor die Wahl gestellt, im Arbeiterschließfach mit „Komfort“ zu wohnen oder in einer „Bruchbude“, würde ich mich ohne Zögern für Letzteres entscheiden.

    #26669

    das ist der beste Vorschlag der „Mitbürger“ den ich in den letzten 6 Jahren gehört habe.
    Bravo, weg mit diesen häßlichen Betonburgen.

    #26674

    „verdichtete Bebauung im historischen Kontext“

    Was ist das?
    Nicht viel anderes als das, was die DDR Seit Mitte der 80er Jahre in historischen Altstädten getan hat. Abreißen, und mittels Platte und etwas postmodernen Zierelementen verkleidete „verdichtete Bebauung im historischen Kontext“ hinsetzen. Diese Verbrechen des Sozialismus darf man nicht nur in Halle (Anfang Geiststrasse, Domplatz pp) bewundern, sondern auch in Wernigerode, Halberstadt, Erfurt, Jena usw..

    #26679

    Blick vom Hochhaus Schülershof auf die „Schülershof-Plattenbauten“ um 1970. Zusammengesetzt aus drei Aufnahmen von Paul Rettig.

    #26681

    Sehr schönes Bild, Einbeck. Hast Du noch eines vor dem Abriss der Altbauten?
    Hier mal die aktuelle Ansicht (Bing), zwar nicht ganz aus der Perspektive aber ähnlich.

    #26685

    Diese verzierten Plattenbauten waren aus der Not geboren, die Klinkersteine wurden in Wismutschächten vermauert, die Maurer waren in Berlin und auch im Westen zum Häuslebau über Neckermann.
    Unter verdichteter Bebauung im historischen Kontext meint Architekt Sommer sicher etwas Anderes.

    #26687

    @Alex, leider nicht! Es gibt in einem Bildband ein Foto von der Meteritzstraße.

    #26688

    Habe noch das Bild hier gefunden – jetzt mal aus Richtung Moritzkirche wenn ich das korrekt interpretiere. Bild ist vom AKI. Unten links ist die Baustelle für das nun nicht mehr genutzte Polizeipräsidium.

    #26690

    schau mal hier

    #26693

    „Verdichtete Bebauung in historischem Kontext“: das ist Verschleiersprache wie „Frieden in Freiheit“.

    #26700

    Anonym

    redhall hat doch recht – am domplatz und auch am botanischen garten gab es viele kleine kaden und haufen bruchbuden. da sind die heutigen plattenbauten echt das kleinere übel…

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