Startseite Foren Halle (Saale) Marathon an der Goitzsche fällt dieses Jahr aus

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  • #148613

    Als ich am 1.4.15 in der MZ laß, dass eine Tourismus GmbH an der Goitzsche Wegezoll vom Marathonveranstalter verlangen will, dachte ich ernsthaft dies wäre ein billiger Aprilscherz.

    Jetzt ist es Gewissheit und die Veranstaltung zum 10. Jubileum fällt aus.

    Siehe auch homepage: http://www.goitzsche-marathon.de/

    #148614

    „Teile des Areals rund um die Goitzsche wurde Anfang letzten Jahres an einen Privatinvestor verkauft.“

    Wie bescheuert ist das denn? Wann werden die ersten Straßen verkauft? Scheiß Turbokapitalismus.

    #148615

    Dann erfolgt eine Abstimmung mit den Füßen: man läuft halt anderswo…

    #148621

    Bei Teilnahmegebühren von 20-35€ kann man wohl nicht von einer kommerziellen Veranstaltung sprechen.

    #148625

    Vermutlich werden das Gerichte entscheiden. Hier will traurigerweise jemand einfach nur „mitverdienen“, statt die Veranstaltung als Werbung für die eigenen Interessen zu nutzen.

    Was weiß man über den „Privatinvestor“?

    #148628
    #148629

    @Adiop: es ist nun mal Charakter kommerzieller Veranstaltungen, dass da Leute mitverdienen wollen. Wen kümmerts?

    #148630

    Tja…so siehts aus, wenn das Gelände nicht mehr der Öffentlichkeit gehört. Der Investor will sein Geld ja irgendwie wieder rausholen.
    Allerdings verstehe ich auch den Investor. Eine Veranstaltung, für die Werbegelder eingeworben und Antrittsgelder verlangt werden (und an „wichtige“ Athleten gezahlt werden), ist eindeutig auf gewinnabsichten ausgelegt. Da mag sich der Verein/die GmbH noch so sehr dahinter verstecken.

    #148632

    Sag mal, kannst du lesen? In der Stellungnahme steht ausdrücklich, dass der run e.V. ein gemeinnütziger Verein ist.

    #148633

    Da bin ich mal gespannt, wie das bei uns mit dem Hufeisensee wird. Hier soll es angeblich auch keine Einschränkungen für die Bevölkerung geben. Das gleiche hatten die Investoren an der Goitzsche auch versprochen. Jetzt wurden dort schon eine Menge Schranken an den Zuwegen installiert.

    Alles gnadenlos privatisieren findet vielleicht der geborene Westdeutsche völlig normal- ich mag mich daran nicht gewöhnen.

    #148637

    Der überwiegend ostdeutsche Stadtrat hat es freiwillig so beschlossen. Ich würde mich mal von Klischees trennen, @Osmo.

    #148638

    Das hallespektrum ist auch nicht kommerziell, nur weil hier Werbung geschaltet wird um den m.E. überteuerten Hoster zu bezahlen.

    Ich glaube auch nicht, dass beim Goitzsche-Marathon irgendwelche Startgelder gezahlt werden.

    Jede Organisation einer (Sport)-Veranstaltung kostet mehr oder weniger Geld. Wenn das Einwerben von Sponsorengeldern diese damit schon als kommerzielle Veranstaltung qualifizieren würde, wäre es traurig.

    Zumindest hat sich die Goitzsche Tourismus GmbH mit Geschäftsführer Ingo Jung, der auch Gastronomie etc. an der mit Steuer- und Fördermitteln errichteten Uferpromenade anbietet, nach der Beendigung der kostenfreien Parkmöglichkeiten am See wieder ins Gespräch gebracht. Mal sehen, wie es ausgeht.

    Ich finde die Untersagung des Vorbeilaufens einer Horde Hobbyläufer und -walker und damit potentieller Kunden an seinen Einrichtungen eher als Negativwerbung für seine GmbH. Das wird ihn aber nicht weiter jucken.

    Schlimmer finde ich das Signal, dass mit dem Vergleich zu zahlenden Standgebühren wie beim Weihnachsmarkt Sportveranstaltungen der öffentliche Raum entzogen werden soll. Der gehört immer irgendwem, das wäre der Anfang vom Ende. Es gab übrigens auch schon mal einen Hufeisenseelauf….

    #148639

    Der überwiegend ostdeutsche Stadtrat hat es freiwillig so beschlossen. Ich würde mich mal von Klischees trennen, @Osmo.

    Du bestätigst sie ja wunderbar. Auch deine Bemerkung: „Wen juckt´s“ lässt auf ein sehr egozentralistisches Weltbild schließen. Du meinst halt dich juckt es nicht.

    #148640

    Wenn es dich juckt, ist es dann altruistisch?

    Ansonsten, etwas verwirrend:
    es gibt einen run. e.V.
    und
    eine „Mitteldeutsche Marathon GmbH“.
    Beide residieren in der Talamtstr. 7

    Der Lauf ist offenbar gleichzeitig kommerziell und gemeinnützig?

    #148641

    Ein Westdeutscher ist so mächtig wie zehn Ostedeutsche. 🙂

    #148650

    Hier der Wortlaut aus der Satzung:

    „Der Satzungszweck wird unter anderem verwirklicht durch:

    – die Abhaltung von geordneten Sport- und Spielübungen in der Sportart Leichtathletik
    – die Durchführung von sportlichen Veranstaltungen
    – die Förderung der Bewegungskultur

    Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

    Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.

    Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind oder durch unverhältnismäßige hohe Vergütungen begünstigt werden.“

    Was macht nun die Mitteldeutsche Marathon GmbH?

    #148652

    Die 2000 Euro um für ein Stückchen Weg mal kurz drüber zu rennen, rechnen sich jedenfalls nicht und sind gnadenlose Abzocke für mich.

    Außerdem ist noch nicht juristisch geklärt, ob der Weg nicht komplett freigehalten werden muss für die Öffentlichkeit. Den Rechtsweg möchte aber aus finanziellen Gründen weder der Verein noch die Mitteldeutsche Marathon GmbH gehen- so steht es jedenfalls in der MZ- Bitterfelder Ausgabe. So liegt es an der Stadt Bitterfeld die Rechtslage genau zu prüfen. Ich vermute aber man kriecht den Investor lieber in den Hintern und hofft, dass Gras drüber wächst, bei den Leuten, die bereits angemeldet waren und jetzt sauer sind.

    (Mir persönlich ist das übrigens boogie. Ich wollte da nicht starten, find es bloss ziemlich krass, was in dieser Gesellschaft so alles abgeht)

    #148653

    Mal kurz gesagt: run e.V. ist der Veranstalter und die MDM GmbH ist für die Organisation zuständig und wird dem Veranstalter für seine Leistung eine Rechnung stellen. Das macht auch der Zeitnehmer und der Absperrdienst und das Rote Kreuz und wer weiß ich noch da alles involviert ist. Das macht die Sache per se noch nicht kommerziell. Man kann es daraus konstruieren wenn man möchte. So lange da Leistung und Gegenleistung ausgewogen sind, sehe ich da kein Problem. Herr Jung ist allerdings noch einen Schritt weitergegangen:

    Zitat: „Da der überwiegende Teil der Sponsoren im vergangenen Jahr ihre Sponsorengelder als gemeinnützig erklärt haben, könnte das den Vorwurf der Steuerhinterziehung nach sich ziehen und wäre somit ein Straftatbestand.“

    Da dürfte er weit über das Ziel hinausgeschossen haben.

    #148654

    Privatisierung der Gewinne, Kollektivierung der Verluste.

    #148658

    @Adiop

    In der Satzung steht auch „– die Durchführung von sportlichen Veranstaltungen“. Kann man die Organisation davon trennen?

    #148660

    Der Herr Jung kann aber gewiss sein, daß das Finanzamt schon drauf guckt, wenn da Posten als Spenden an gemeinnützige Vereine verbucht sind. Anders geht es auch gar nicht; es gibt keine gemeinnützigen Spenden, nur solche Empfänger.
    Ich lese jedenfalls tüchtigen Frust und Neid aus dem Statement diese Herren… da macht es Sinn, Veranstaltungen mit abstrusen Forderungen zu düpieren und verdächtigungen auszustreuen, die bar jeder Grundlage sind…

    Absoluter Knieschuss jedenfalls; die Goitzsche vom Herrn Jung hat sich zum no-go gemausert…

    #148664

    Es gibt zum Glück noch so viel schöne andere Ecken zum Laufen und Geld ausgeben.

    #148678

    @Adiop

    In der Satzung steht auch “– die Durchführung von sportlichen Veranstaltungen”. Kann man die Organisation davon trennen?

    Ich glaube nicht, dass es der run e.V. personell stemmen könnte. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber es gibt glaub ich rechtliche Erfordnisse für diese Konstellation (Anmeldung Leichtathletikverband, Versicherung u.ä.). Es ist übrigens der Sparkasse steuerlich ziemlich egal ob sie spendet oder sponsert. Da ist Herr Jung in einen Fettnapf getreten.

    @hei-wu: ???

    #148683

    Es geht doch hier den Herrschaften nicht um die Geldgeber sondern die Empfänger. Und Empfänger ist der EV und der zahlt ohnehin keine Steuern. Genau das prangert der Herr Jung an. Also behauptet er auch ziemlich klar, dass die Vereinigung nicht gemeinnützig ist.

    Aufwendungen für Sponsoring sind steuerlich unbeschränkt als Betriebsausgaben abziehbar.

    #148685

    Dann sollte man ihm mal das Maul stopfen, denn es ist eine Lüge, was er da sagt. Der run e.V. als Veranstalter ist ein gemeinnütziger Verein.

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