Startseite Foren Halle (Saale) Kürzungspläne an der MLU – Diskussion hier

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    Beiträge
  • #399883
    #399884

    Agricola schrieb:

    … und für wen ist das jetzt Wahlwerbung/Wahlaufklärung? Welche Wahlaussagen gibt es von den Parteien in Sachsen-Anhalt?“

    #399892

    Ich habe die Petition unterschrieben.

    #399922

    Das ist schliesslich auch der Sinn der ganzen Hochschulverträge mit wirtschaftlicher Eigenverantwortung für die Hochschulen. Die Landesregierung kann bei den Hochschulen die Finanzen munter kürzen, braucht aber keine Verantwortung für die durch sie so ausgelösten Streichorgien zu übernehmen.

    Die Hochschule übersetzt die Kürzungen mit den entsprechenden Drohgebärden in die Uni zu Lasten ihrer schwächsten Mitglieder (Orchideenfächer) und lässt die Studierenden aufmarschieren.

    Was würde passieren, würden die Studierenden nicht gar zu brav erzogene akademische Untertanen sein und über ihre Kritik an fehlenden Stellen hinausgehen? Wenn sie ihre eigenen Interessen an weniger verschulter und attraktiveren, weil spannenderen Studiengestaltungen formulieren? Ginge es ihnen auch um mehr Partizipation und nicht nur um den Bildungskonsum?

    #399925

    Letzten Endes ist es eine Entscheidung der Gesellschaft, ob sie sich diese Orchideenfächer leisten will oder nicht.
    Ich finde es schon erstaunlich, dass eine CDU-geführte Landesregierung an der Uni Halle die Fächer Latein und Griechisch abschafft. Natürlich sind die in einem materiellen Sinn nicht notwendig. Das meiste, was ich schön und wichtig finde, ist eigentlich nicht notwendig.
    Und wann will man eigentlich mit dem Kürzen an der Uni aufhören?

    #399926

    die Fächer Latein und Griechisch

    Es gibt einen Staatsvertrag, nach dem die Bundesländer alle Lehrer mit ihren Fachrichtungen selber ausbilden müssen. So hat die Martin-Luther-Universität sogar ein katholisches Seminar mit Abschlüssen einer ominösen Universität Halle (ohne Wittenberg und Luther im Namen) mit zähneknirschendem Segen des Vatikans bekommen. Wo werden Latein-, Musik- oder Sportleher ausgebildet?

    #399927

    Letzten Endes ist es eine Entscheidung der Gesellschaft, ob sie sich diese Orchideenfächer leisten will oder nicht.

    Es ist eine Entscheidung der Ordinariendominierten Hochschule. Die Gesellschaft (via Landesregierung) hat nur die Finanzbasis verringert.

    #399930

    Ich finde es schon erstaunlich, dass eine CDU-geführte Landesregierung an der Uni Halle die Fächer Latein und Griechisch abschafft.

    Es reicht halt, AfD-mäßig den Untergang des Abendlandes zu beschwören. Wozu sich mit dessen Grundlagen beschäftigen? Eine solide Dachdeckerlehre tuts auch, danach kann und weiß man auch alles.

    #399932

    Gerade auch unterschrieben.

    #399933

    Wozu sich mit dessen Grundlagen beschäftigen? Eine solide Dachdeckerlehre tuts auch, danach kann und weiß man auch alles.

    Und das ist die Meinung vom zuständigen Minister Armin Willingmann (SPD) ?
    Übrigens, am Geld kann es nicht liegen. Da laufen doch die Druckpressen schon auf Hochtouren. Da muss man einfach nur eine Sonderschicht einlegen und es regnet wie Manna von oben herab.

    #399937

    Letzten Endes ist es eine Entscheidung der Gesellschaft, ob sie sich diese Orchideenfächer leisten will oder nicht.

    Es ist eine Entscheidung der Ordinariendominierten Hochschule. Die Gesellschaft (via Landesregierung) hat nur die Finanzbasis verringert.

    Hätten die Studenten entschieden, wäre wohl etwas ganz ähnliches herausgekommen, denn die wenigsten studieren halt die Orchideenfächer.

    #399941

    Hätten die Studenten entschieden, wäre wohl etwas ganz ähnliches herausgekommen,

    Woher willst du das wissen? Die Hochschule ist im Kern als feudale Ständeorganisation, eine private Ordinarienherrschaft. Der Mittelbau ist entmündigt und noch dazu in zumeist prekären Arbeitsverhältnissen.

    Was in einem demokratischen Prozess herauskommt, weiß keiner, da er noch nie versucht wurde.
    (mit Ausnahmen:)
    https://www.freie-radios.net/31088

    Dennoch kann sich der Staat nicht so einfach zurücklehnen und sagen: Kürzt doch alleine. Was geht es uns an, dass wir euch auf einmal keine Mittel mehr geben.

    #399945

    B2B

    Wo soll nach Meinung der Fachschaft alternativ gespart werden? Weniger Geld für die Händelfestspiele, Sport, Kindergärten, Freie Kultur, …? Alle Professoren um eine Gehaltsstufe runter setzen? Oder über noch mehr Schulden den nachfolgenden Generationen überhelfen?
    Fordern ist einfach, Konzepte zur Finanzierung sind komplex.

    #399953

    Mal ganz allgemein: Wenn wir als gesellschaft im Lauf der Zeit immer ärmer würden, müsste nach und nach an allem immer mehr gespart werden.
    Das ist aber nicht der Fall, zumindest bislang nicht. Unsere Gesellschaft ist heute natürlich reicher als jemals in den vergangenen 100 Jahren, während derer es immer möglich war, an den Universitäten auch Orchideenfächer zu finanzieren.
    Man will das Geld heute halt für was anderes ausgeben.
    Die öffentlichen Schulden sind übrigens bis Corona einige Jahre lang rasant gesunken.

    #399957

    B2B

    Sachsen-Anhalt:
    „Zuvor hatte sein Haus die aktualisierte Steuerschätzung vorgelegt, derzufolge im Doppelhaushalt 2020/2021 rund 200 Millionen Euro weniger als befürchtet fehlen werden. Doch das Minus bleibt mit 1,488 Milliarden Euro beachtlich. Das bedeutet, dass jeder 16. ursprünglich eingeplante Euro im 24 Milliarden Euro schweren Doppeletat fehlt.“ (ntv)

    #399958

    Immer wenn es um Staatsgelder geht, wird verbissen gekämpft. Es wird geflucht, protestiert, demonstriert, Unterstützer mobilisiert, Einsparer mit Dreck beworfen… Wie angenehm ruhig es doch in der Wirtschaft zugeht: Wenn das Geld nicht mehr reicht, ist das Unternehmen einfach weg… oder es wird umstrukturiert und überlebt.
    Ich vermisse im subventionierten Bereich eine vernünftige, konstruktive Mitarbeit.

    #399964

    Sachsen-Anhalt:

    “Zuvor hatte sein Haus die aktualisierte Steuerschätzung vorgelegt, derzufolge im Doppelhaushalt 2020/2021 rund 200 Millionen Euro weniger als befürchtet fehlen werden. Doch das Minus bleibt mit 1,488 Milliarden Euro beachtlich. Das bedeutet, dass jeder 16. ursprünglich eingeplante Euro im 24 Milliarden Euro schweren Doppeletat fehlt.” (ntv)

    B2B wil uns vielleicht damit sagen, dass wegen der Pandemie-Krise Altphilologie an der Universität Halle in aller Zukunft nicht mehr betrieben werden sollte.

    #399965

    B2B

    Nöööö. Nach der pandemiebedingten massiven Schuldenmehrung müssen wir uns wieder auf sparen besinnen. Die Forderung nach mehr Geld an einer Stelle, muss durch weniger Geld an anderer Stelle ausgeglichen werden. Sich darüber mal Gedanken zu machen, war der Kern meiner These.

    #399967

    muss durch weniger Geld an anderer Stelle ausgeglichen werden

    Nicht zwingend. Die Abgaben- und Steuerschrauben müssen nur heftig angezogen werden. Da erwarte ich mir für die Zukunft ein Trauerspiel.

    #399968

    muss durch weniger Geld an anderer Stelle ausgeglichen werden

    Nicht zwingend. Die Abgaben- und Steuerschrauben müssen nur heftig angezogen werden. Da erwarte ich mir für die Zukunft, also nach den Wahlen, ein Trauerspiel.

    #399980

    Nöööö. Nach der pandemiebedingten massiven Schuldenmehrung müssen wir uns wieder auf sparen besinnen. Die Forderung nach mehr Geld an einer Stelle, muss durch weniger Geld an anderer Stelle ausgeglichen werden. Sich darüber mal Gedanken zu machen, war der Kern meiner These.

    Gefordert wird allerdings nicht mehr Geld, sondern der Verzicht auf Streichungen.

    Übrigens werden beispielsweise sehr viele Leute anlässlich der Pandemie vom Staat finanziell begünstigt, obwohl sie gar keine Einbußen erleiden mussten. Mit dem Geld hätte man die Lehrstühle für viele Jahrzehnte am Laufen halten können.

    #399981

    B2B

    Übrigens werden beispielsweise sehr viele Leute anlässlich der Pandemie vom Staat finanziell begünstigt, obwohl sie gar keine Einbußen erleiden mussten.

    Noch mehr bekommen vom Staat nur 75% Kurzarbeitergeld, nur Anteil der Fixkosten ohne Unternehmerlohn oder rutschen gar in Hartz IV.

    #399987

    Immer wenn es um Staatsgelder geht, wird verbissen gekämpft. Es wird geflucht, protestiert, demonstriert, Unterstützer mobilisiert, Einsparer mit Dreck beworfen… Wie angenehm ruhig es doch in der Wirtschaft zugeht: Wenn das Geld nicht mehr reicht, ist das Unternehmen einfach weg… oder es wird umstrukturiert und überlebt.

    Ich vermisse im subventionierten Bereich eine vernünftige, konstruktive Mitarbeit.

    Das ist so naiv dass es wehtut. Hoffentlich kommst du einmal in die Situation, dass der Hersteller/Lieferant eines bezahlten sehr teuren Gegenstands (z.B. Möbel, Einbauküche, Dachstuhl, Haus) „einfach weg“ ist. Da „subventionierst“ du dann den erklecklichen Salär des Insolvenzverwalters und gehst letztlich ganz oder fast ganz leer aus.

    #399989

    Hersteller/Lieferant eines bezahlten sehr teuren Gegenstands… “einfach weg” ist.

    Wie, du bezahlst schon, wenn du die Ware noch nicht hast?

    #399990

    Die hallesche Verison der schwäbischen Hausfrau ist unterweg. Warum verstehen nur die meisten nicht den Unterschied zwischen BwL und VwL?

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