Startseite Foren Halle (Saale) Hufeisensee soll offizielles Badegewässer werden

Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 57)
  • Autor
    Beiträge
  • #97618

    https://hallespektrum.de/nachrichten/vermischtes/hufeisensee-soll-offizielles-badegewaesser-werden/97444/

    Da stellt sich doch die Frage,
    wieso der See jetzt plötzlich zum Baden geeignet sein soll, obwohl doch am Ufer und im See keine Änderungen vorgenommen wurden.

    Warum soll dann jetzt so ohne weiteres nicht mehr die auf den am Ufer aufgestellten Warnschildern all die Jahre zur Abschreckung genannte „Lebensgefahr“ bestehen??

    #97623

    Lesen und verstehen, der See ist jetzt noch kein Badegewässer. Das Bergamt hat 3 Uferbereiche ausgewiesen wo sie das Baden für machbar halten, dafür müssen aber Uferbereiche begradigt werden. Das soll in den nächsten beiden Jahren passieren. Geplant ist das ganze bis 2016. Wasserqualität war nie das Problem, es waren immer nur die ungesicherten Uferbereiche.

    #97649

    Die drei Badestellen werden erst hergerichtet, erhalten Sandstrände. Insofern ist es mit dem jetzigen Zustand nicht vergleichbar. Allerdings: stehen am Grund des Hufeisensees nicht noch die Hinterlassenschaften des Tagebaus?

    #97653

    Da steht nur das Haus vom Wassermann, der zieht ab und zu ein Bikini-Mädchen in sein Reich herunter.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wassermann_(Mythologie)

    #97669

    Nun die Frage nach Hinterlassenschaften am Seegrund können die Taucher am ehesten beantworten. Da gibts ja die übelsten Gerüchte, vom Auto übers Fahrrad zum Kühlschrank.
    Aber ob da wirklich noch Bergbaugerät drin ist ?
    Zumal beim normalen baden wohl kaum Gefahr besteht so tief badet wohl keiner, soll es doch in etwa 8 Metern Tiefe eine Trennschicht existieren, wo unterhalb die Wasserdichte höher ist.
    Selbst die Motorbote vom Wasserskiclub schaffen es nicht das Wasser so tief zu verwirbeln das da was vermischt wird.
    Wie gesagt was etwaige Fremdkörper betrifft müsste der Tauchclub Auskunft geben können, die sollten das eigentlich dokumentiert haben. Ist es doch für Sporttaucher eigentlich Codex Gewässer sauber zu halten oder zu dessen Sauberkeit beizutragen und eventuelle Gefahrstoffe zu bergen.
    Das hab ich zumindest damals bei meiner Tauchausbildung so gelernt.

    #97784

    @McPoldy: Dann lies doch mal die Meldung: Von Uferbegradigung ist in dem Artikel keinerlei Rede.
    Und aus dem grünen Ufer einen Sandstrand zu machen, wird wohl zur Sicherheit auch nicht viel beitragen.
    Viel mehr heißt es: „Probleme mit der Böschung, wie von anderen Tagebauseen bekannt, dürfte es nicht geben…“ Das wird wohl bisher auch so gewesen sein.

    Worin bestand und besteht momentan die Lebensgefahr?

    #97815

    Die Lausitzer Mitteldeutsche Bergbau musste da Schilder aufstellen um nicht irgendwelche Schadenersatzklagen zu bekommen, wenn sich da jemand die Knochen bricht oder ertrinkt.

    Ich prophezei es schon jetzt mal.

    Der Hufeisensee wird die gleiche finanzielle Katastrophe wie das MMZ werden.

    #97883

    J R, dazu muss man natürlich die B-Plan Unterlagen lesen, das hab ich leider vergessen zu erwähnen.

    @Roshi wo siehst du Parallelen zwischen See und MMZ und wo soll da eine finanzielle Katastrophe für die Stadt her kommen, was soll die Katastrophe auslösen ?

    #98089

    Was die Stadt hier wieder auftischt, ist ein leeres Versprechen. Das Wasser des Hufeisensees hat, wie @McPoldy bereits feststellte Badegewässerqualität, aber das genügt für die Freigabe als offizielles Badegewässer nicht. Dazu muß die Stadt erst die Voraussetzungen schaffen.

    Hufeisensee: Projekt kostet Stadt 4,5 Millionen Euro


    Dafür hat aber der Stadtrat noch kein grünes Licht zur Einstellung der Mittel in den Haushalt gegeben. Ja sie erwartet sogar eine weitere Beteiligung des Golfplatzinvestors an diesen Kosten.

    #98104

    Der Golfplatz „Investor“ ist ja nicht einmal bereit seine Gewerbefläche zu kaufen.
    Ist ja auch verständlich. Ich würde auch kein Fläche mit unsanierter Deponie erwerben wollen.
    Dafür ist jetzt der hallesche Bürger Eigentümer einer unsanierten Deponie aus DDR und Wildwest Zeiten.

    Der Golfplatz soll ja bis an den Rand des 10m Uferhangs am Südufer gehen.
    Wenn dieser schätzungsweise nie gesicherte 10-15 Hang auf der Halbinsel ins rutschen kommt und in den See rutscht und die nie sanierte (könnte ich 1000mal schreiben – verstehen werdens bestimmte Leute sowieso nicht, wegen Geldfieber)Deponie offen steht und ihren Dreck in den See laufen lässt, dann ist die Kacke aber am dampfen.

    Grundwsserspegel und Wasserqualität in dem Bereich wird auch bald spaßig werden, wenn im Sommer Wasser zur Beregnung aus dem „Grundwasser“ (Reide und See) gezogen wird und der Rasen gedüngt wird.

    Aber die städtischen Verantwortlichen können mal bei der Landesregierung anfragen , ob sie die Finazierung eines Badesees durchbekommen.
    Die Gesichter in Magdeburg würde ich mir gerne ansehen, wenn aus Halle so ein Schreiben eintrudeln würde.

    #98113

    Roshi deine Weisheiten kannst du wie belegen ?
    Der Wasserspiegel im See ist Vertraglich festgeschrieben, das steht sogar in dem B-Planentwurf das das eine Bedingung ist.
    Wie soll eine Bewässerung die etwa 1,5cm unter der Erdoberfläche nicht mehr spürbar ist den Grundwasserspiegel beeinflussen ?

    #98116

    @Roshi,
    hast du schon Informationen was der Rückkauf der unsanierten und nach meiner Informtion aus dem städtischen Umweltamt nur teilweise abgedeckten Mülldeponie gekostet hat? Oder haben die für Januar angekündeten Vertagsverhandlungen mit dem LMBV noch garnicht stattgefunden?

    #98119

    Kenno, ich habe davon weder etwas gehört noch gelesen.

    #98121

    Wie kommts dann zu der Behauptung aus deinem Post das die Bürger Halles jetzt Besitzer einer Deponie sind ?

    #99747

    Wer zahlt das denn, herrichten, beproben, …
    Pflichtaufgabe?
    Und macht das DRK für lau?

    #99753

    …und was heißt“fit machen und Sicherheit herstellen?“.
    Ohne vom Stadtrat genehmigte Haushaltsmittel wird da wohl nichts werden.

    #99757

    @ McPoldy, wie kommst du auf die Idee, dass die Düngung der Rasenflächen eines Golfplatzes > 1,5 cm unter der Erdoberfläche nicht mehr spürbar den Grundwasserspiegel beeinflusst? Damit der Rasen „schön“ aussieht, wird ziemlich oft Rasenunkrautvernichter eingesetzt, welches den Rasen selbst nicht angreift (z.B. Banvel), aber ein ziemliches Teufelszeug ist.

    Im Übrigem ist die Deponie Kanena im „Besitz“ der Stadt Halle (Nachsorge), sämtliche Maßnahmen werden aus Abgaben und Steuer finanziert. Dass heißt, u.a. auch über Abgaben, welche mit der alljährlichen Müllgebühr eingenommen werden. Somit ist jeder Bürger der Stadt, welcher seine Abgaben entrichtet, mit im Boot.

    Das Bedenkliche an der Lage des Hufeisensees neben der Deponie ist, dass durch Baumaßnahmen im Rahmen der Errichtung des Golfplatzes (Hotel, Betriebsgebäude, etc.) die Oberflächenabdichtung der Deponie nachhaltig beschädigen können. Somit würde wieder Wasser in den Deponiekörper eindringen. Es würden wieder Auslaugungsprozesse aus den eingelagerten Industrieabfällen stattfinden, welche über das Grundwasser ihren Weg in den See, wie bereits 1992 geschehen, finden.

    #99770

    @Gork vom Ork,
    ob die Mülldeponie Kanena im „Besitz“ der Stadt Halle ist, möchte ich bezweifeln.Warum sollten dann ursprünglich im Januar 2014 Übernahmeverhandlungen mit dem LMBV auf der Grundlage eines Kaufangebotes stattfinden?
    Es stimmt zwar, dass die Stadt Halle mit der Mülleinlagerung moralisch auch für sämtliche Maßnahmen der immer noch laufenden Nachsorge verantwortlich ist und zwar solange, bis sie bei den zuständigen Organen (LBGB bzw.LVA) den Antrag auf Aufhebung der Nachsorge gestellt hat.
    Offensichtlich sieht die Stadt dazu noch nicht den richtigen Zeitpunkt, denn die Deponie soll sogar nicht vollständig mit Folie abgedichtet worden sein, sodass auch jetzt noch immer Regen-und Grundwasser aus verschiedenen GWL`ern in den Deponiekörper eindringt und eine tickende Zeitbombe (ähnlich 1992) darstellt.
    In Erkenntnis dessen hat sich der Investor der Golfplatzanlage auch zunächst dafür entschieden, von der Deponiefläche die Finger wegzulassen und nur eine 17 -Lochanlage zu bauen.

    #99778

    Gork ich sprach von Bewässerung nicht von Düngung. Da die Planung und der Betrieb des Golfplatzes eng an die Richtlinien des Projektes „Golf und Natur“ welches mit dem DGV und dem NABU ausgearbeitet wurde geplant ist gibt es da sehr strikte Vorgaben was den Umgang mit Dünger und Co. angeht.

    Kenno leg noch ein Loch drauf und wir sind glücklich, es werden erstmal 18 Löcher.

    #99788

    Zitat @Kenno
    „denn die Deponie soll sogar nicht vollständig mit Folie abgedichtet worden sein,sodass auch jetzt noch immer Regen-…“

    Ganz schön fett, was du der Firma Kirchhoff unterstellst. Könnte sein, falls die mitlesen, dass du dein „Wissen“ beweisen musst.

    #99827

    @Tanc, was hat denn die Fa.Kirchhoff gemacht?
    Ich sprach von Folienabdichtung und nicht von mineralischer Abdichtung.
    Wer will da heute zur Dichtheit noch seine Hand ins Feuer legen, zumal vom LABG und vom LMBV in ihren Stellungnahmen auf nicht prognostizierbare ungleichmäßigen Setzungen von 2-4 m hingewiesen haben, welche die aufgebrachten Abdichtungen abgeschert haben könnte.

    #99849

    @McPoldy kann man irgendwo etwas über den genauen Umfang der Planung und Ausführung des Golfplatzes lesen? Denn bekanntlich besteht zwischen Planung und tatsächlicher Umsetzung ein riesen Unterschied. Zu begüßen wäre es aber.

    @Kenno Du hast Recht, die Deponie befindet sich immer noch im Eigentum der LMBV. Trotzdem wundert es mich,warum die Stadt zw. 1992-1996 5,1 Mio DM für die Oberflächenabdichtung aufbrachte. Für Nachsorge/Überwachungsmaßnahmen wurden durch die Stadt Halle im Zeitraum 1998-2012 ca.0,4 Mio. € aufgewendet.

    Seitens der Stadt selbst wurde in der Stellungnahme in 2013 auf Anfrage der Linken folgendes geantwortet:
    „…Die Deponie wurde nicht nach gegenwärtig abfallrechtlichen Vorgaben errichtet und betrieben und entspricht nicht dem Stand der Technik moderner Deponien. Daher besteht ein Risiko, dass sich die Gefahrenlage trotz der Sicherungsmaßnahmen ändern kann…“.
    Setzungen sind abgeklungen, die Nachsorgemaßnahmen wurden in 2007 beendet.

    Aber:
    „…Bauliche Eingriffe im Bereich der Oberflächenabdeckung der Deponie könnten dazu führen, dass Wasser in den Deponiekörper eindringt und es zu einer erneuten Bel
    üftung der eingelagerten Stoffe kommt. Dadurch können oxidative Abbauprozesse gefördert werden, die mit einem Massenschwund und erneuten Setzungen verbunden sein können. Des Weiteren könnten Eintritte von schadstoffhaltigen Deponiewässern in den südöstlichen Teil des Hufeisensees initiiert werden. Bei Eingriffen in den Deponiekörper würden zwangsläufig Deponiegase freigesetzt…“.

    Nur kann ich auf eine Anmerkung der Stadt in der Stellungnahem wieder einmal nur mit Kopfschütteln reagieren:
    „…Eine Gefährdungsabschätzung zur Deponie ist vom Vorhabenträger des Golfplatzes
    beauftragt worden. Der Untersuchungsumfang und weitere durch den Vorhabenträger
    baubegleitend vorzunehmende Untersuchungen sind mit der unteren Bodenschutzbehörde
    abgestimmt. Als Ergebnis einer ersten Begutachtung ist festzustellen, dass es durch eine erhöhte Bodenlast, die sich aus der Modellierung des Golfplatz es ergibt, zu einem kurzzeitig beschleunigten Eintrag aus der Deponie in den Hufeisensee kommen kann, dieses wird aber nicht als erheblich eingestuft. Das Gleichgewicht im Deponiekörper wird sich nach Einschätzung des Gutachters nach kurzer Zeit wieder ein
    stellen.
    In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Hufeisensee eine Schichtung
    des Wassers aufgrund des unterschiedlichen Salzgehaltes aufweist. Schadstoffausträge aus dem Deponiekörper, die auch ohne eine Nutzung der Deponieoberfläche ständig zu verzeichnen sind, lagern sich in der untersten Schicht ab, werden aber mit den oberen Wasserschichten nicht vermischt. Auf die Nutzung des Sees als Badegewässer und für den Wassersport sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten…“.

    Auf der einen Seite wird gesagt, es besteht kein Eindringen mehr von Deponiesickerwasser in den Hufeisensee, auf der anderen Seite wohl doch?! Eine Vermischung der Wasserschichten findet nicht statt?

    Aber: Bei Gefahr im Verzug ist die Stadt Halle die zuständige Gefahrenabwehrbehörde. Wer zahlt das im Endeffekt, die Bürger der Stadt Halle (und nicht nur die!)

    #99855

    @Gork vom Ork,
    was du da schreibst ist alles bekannt und das Gefährdungsrisiko besteht nach wie vor.
    Aber die Stadt Halle möchte es wohl gern nicht tragen und abschieben bzw. kleinreden.
    Wie kommst du darauf, dass die Setzungen abgeklungen sind und die Nachsorgemaßnahmen 2007 beendet wurden? Worin bestanden die Nachsorgemaßnahmen?

    #99860

    @Kenno Nicht ich komme darauf, sondern die Stadt schrieb dies in ihrer Stellungnahme an die Stadtratsfraktion der Linken. Allerdings sollten die meisten Setzungen abgeklungen sein, da die letzten Einlagerungen 1984 stattfanden.

    Das was mich ja verwunderte ist, dass die Nachsorgemaßnahmen bereits in 2007 beendet wurden. Bei dem Sammelsurium an eingelagerten Abfällen von einer Nachsorge von 11 Jahren auszugehen, müsste ja darin begründet sein, dass in den jährlichen Grundwasseruntersuchungen keine relevanten Schadstoffe mehr gefunden wurden. Erst wenn u.a. dies gewährleistet ist, kann eine Deponie aus der Nachsorge entlassen werden. Dass heißt aber auch, dass die meisten Schadstoffe vor der Sanierung „ausgewaschen“ wurden. Trotzdem gibt es immer noch Schadstoffe, welche bei plötzlichen Wassereintrag chemisch reagieren und dies kann auf Jahrzehnte geschehen.

    Bzgl. des Umfangs von Nachsorgemaßnahmen einfach mal in Anhang 5 der Deponieverordnung schauen. Näheres ist aber im Nachsorgebescheid geregelt. Den kenne ich aber nicht.

    #99886

    @Gork vom Ork,
    mit der Vermutung „Allerdings sollten die meisten Setzungen abgeklungen sein, da die letzten Einlagerungen 1984 stattfanden.“…versetzt sich die Stadt den eigenen Todesstoß.
    Auf einer Fläche von 25 ha wurden 3,3 Mio m3 Haus-und Industriemüll abgelagert.Die Mächtigkeit beträgt ca.25 m. Nach Einstellung der Wasserhaltung wurde die Deponie geflutet.Sie liegt noch größtenteils im Wasser und da somit anaerobe Verhältnisse vorliegen,verläuft der biochemische Umsetzungsprozess im Deponiekörper sehr langsam.Damit ist noch sehr lange mit einem Volumenschwund und mit Setzungen von 2-4 m zu rechnen. Deshalb wird von den Gutachtern keine Bebauung auf dem Deponiekörper empfohlen.
    Das Grundwasser, welches etwa im Niveau des Seespiegels des Hufeisensees ansteht, ist im Bereich des Abstroms von der Deponie kontaminiert und als Nutzung z.B. für die Bewässerung des Golfplatzes nicht geeignet.
    Bei allen bisherige Betrachtungen wurde davon ausgegangen, dass nur Regenwasser in den Deponiekörper eindringen kann, aber vollkommen vergessen wurde, dass bestehende Grundwasserleiter weiterhin seitlich im Untergrund in den Deponiekörper eintreten und nicht abgeschottet sind.
    Ich habe dies in meiner Stellungnahme zur Ablehnung des FNP zum Ausdruck gebracht und bin gespannt, welche Antwort ich nach der Abwägung erhalten werde.

Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 57)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.