Startseite Foren Halle (Saale) Halle: Es muss nicht immer Leipzig sein

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  • #143760

    Die Zeit hat einen Artikel über Halle veröffentlicht.

    „Halles Nachbar Leipzig hat die Buchmesse und die Aufmerksamkeit. Aber in Halle steht dafür Fachwerk neben Plattenbau, Händel neben Reichardt und Park reiht sich an Park.“

    http://www.zeit.de/reisen/2015-03/halle-saale-unterschaetzte-stadt

    #143764

    Ich habe mich schon immer gefragt, was Touristen an Leipzig finden.
    Mein Appell an Touristen wäre: Übernachten, Natur und Kultur in Halle – Shoppen in Leipzig.

    #143783

    Sehr sarkastisch formuliert … in Leipzig leben keine Hallenser. 🙂

    #143794

    Würden das nicht so und ähnlich die Leipziger auch sagen? Aus meiner Sicht ist es eher das zuwenig-übereinander-wissen, welches greift. Erstaunlicherweise gucken die Leipziger stets und ständig in die viel weiter entfernte Hauptstadt Dresden, als mal den Hüpfer an die Saale zu wagen.

    Was unterscheidet denn noch gravierend? (ernste Frage)

    #143809

    Der versteckte Charme von Halle hat doch auch was. So sind uns die größten Spinner und Abzocker bisher erspart geblieben. (wie z.B. das Drama mit dem Hochhaus an der East Side Gallery in Berlin).
    Wer hier herkommt, weiß meistens, dass schnelles Geld nicht zu machen ist.

    #143824

    Trotzdem kommt auch der Beitrag nicht daran vorbei, in Richtung Richard Paulick und Halle-Neustadt auszuteilen.

    #143827

    Trotzdem kommt auch der Beitrag nicht daran vorbei, in Richtung Richard Paulick und Halle-Neustadt auszuteilen.

    da waren der autorin vermutlich vorurteile im weg. vielleicht hätte sie sich etwas mehr mit der geschichte neustadts vertraut machen sollen, denn neustadt ist alles anedere als eine lieblos hingeklotzte plattenbausiedlung. im gegensatz zu späteren neubaugebieten wurde hier tatsächlich eine richtige stadt geplant – dass es ihr an charme fehlt, sei unbestritten, aber man muss die dinge nicht schlechter machen, als sie sind.
    übrigens münden auf den halleschen markt nicht 12, sondern 13 straßen und gassen.
    löblich bleibt aber die zeit-reihe über unterschätzte städte.

    #143869

    „halle-saale-unterschaetzte-stadt“ – endlich hat das mal wieder jemand gemerkt.

    Noch ein Argument für HAL gegen L: der Dialekt ist hier netter, um nicht zu sagen erträglicher 😉

    #143872

    Ein gewichtiges Argument gegen Halle ist die Investorenfeindlichkeit.
    Ein gewichtiges Argument gegen Halle ist die Feindlichkeit kleiner Gruppen, die aber intensiv Öffentlichkeitsarbeit gegen Veränderungen treiben.
    Ein gewichtiges Argument gegen Halle ist, dass man bisher nur auf Mittelaltermuff gesetzt hat, um Touristen anzulocken.

    #143875

    Das gewichtigste Argument gegen Halle ist dieses Forum….

    #143878

    Was wird denn an Halle unterschätzt? Eher wird unsere Stadt schon ganz richtig eingeschätzt, meine Meinung.

    #143959

    Nö, das stimmt nicht – von Dir vielleicht mal abgesehen.
    Halle hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder mal neu erfinden müssen. Dadurch ist für Außenstehende nicht gleich ersichtlich wofür die Stadt eigentlich steht. Und manchmal scheinen es die Hallenser selbst nicht zu wissen.
    Aber dieser Effekt, dass der zweite Eindruck besser ist als der Erste, ist zweifellos vorhanden.

    #143980

    Ich frage mich, ob die junge Generation, älter geworden, immer noch wegen Luther und Händel nach Halle reisen wird. Ich schaue mir immer die Leute bei den Stadtführungen an. Meine Einschätzung: christlich geprägte Rentner aus Westdeutschland auf Luthers Spuren.
    In der MZ gibt es heute einen Bericht vom „Wittenberger Gespräch“ mit dem Untertitel „Bietet Sachsen-Anhalt nur Lebensraum für wiederkehrende Raubtiere oder zieht das Land moderne Branchen an?“ Eine realistische Einschätzung der wirtschaftlichen Zukunft Sachsen-Anhalts, weitab von Jubelpresse und Jubelpolitikern.

    #144000

    farbspektrum, du bejubelst einerseits den Bau von Autobahnen und Stadtschnellstraßen und jammerst andererseits darüber, dass keine Wirtschaft sich hier ansiedeln will. Bist du schonmal auf die Idee gekommen, dass beides miteinander zusammenhängt? Wenn man billiger in Polen, Rumänien und sonstwo produzieren kann und dank gut ausgebauter Autobahninfrastruktur alles in Windeseile ans andere Ende Europas transportiert werden kann, warum sollte sich dann noch jemand im vergleichbar teureren Sachsen-Anhalt ansiedeln?

    Die Gründerzeit ist vorbei, farbspektrum. Deutschland besteht aus vielen wohlgenährten Rentnern und wenigen, aber verwöhnten Kindern, deren Wohlstand auf der Armut anderer in der Welt basiert. Solange nicht unser System komplett zusammenbricht, wird hier keine nennenswerte neue Industrie entstehen. Das Stichwort lautet Freizeitgesellschaft.

    #144007


    Aber dieser Effekt, dass der zweite Eindruck besser ist als der Erste, ist zweifellos vorhanden.

    Das würde ich so unterschreiben nur sollte man sich klar darüber sein das ein Image nicht zufällig entsteht. Ein Anteil ist sicherlich die Verbindung mit „Chemiedreieck“ obwohl die Stadt selbst nicht wirklich etwas mit Chemie zu tun hatte. Ein anderer Anteil ist aber eben auch „DER“ Hallenser. Es gibt eine gewisse Grundmentalität die man nur schwer leugnen kann.

    @Zahlensalat Wie lange bleiben eigentlich Menschen im selben Raum mit Dir wenn Du solch einen Unsinn laberst ? Das Internet hat bei Dir offensichtlich einen erheblichen sozialen Faktor.

    Wer ernsthaft heute noch glaubt das Wirtschaft durch Ansiedeln von irgendwoher entstehen kann der ist im Tiefschlaf. Die alles entscheidende Frage lautet warum in Halle trotz sehr beachtlicher Forschungslandschaft so wenige gewerbliche Arbeitsplätze daraus entstehen. Darauf gibt es auch Antworten nur haben die nichts mit Deinem Gelabere fern jeder Realität zu tun.

    #144013
    #144027

    Guter Artikel, aber dass auch in Zukunft keine Firmen nach SA kommen, dem würde ich nur z.T. zustimmen. Der D-Chef von Ebay hat letztens die Stadt Halle über den grünen Klee gelobt für Ihren Umgang mit Investoren. Sowas habe ich, ehrlich gesagt, über Halle noch nie gehört. Sollte da eine neue Ära beginnen?

    Wegen Luther kommen die Leute sicher weniger nach Halle, eher nach Wittenberg, Händelfans dagegen sind eine besondere Spezies. Der Mann war nicht nur zu Lebzeiten Kult. Man wird diese Kuh sicher noch eine Weile melken können.
    Ein verpenntes Provinznest wie Weimar lebt auch seit Jahrzehnten ganz gut vom Klassikhype.

    #144030

    wie wärs ma mit Halle in Westfalen ?

    #144068

    @topaz schrieb: „Sollte da eine neue Ära beginnen? “
    Für große Lagerhallen an Autobahnen und am Flughafen wurde unsere Gegend schon immer bevorzugt.

    #144076

    Wie schwer ist das eigentlich zu verstehen? Politiker bringen keine Wirtschaft, dies war eine Ausnahmesituation nach der Wende wo tatsächlich auch eine Zeit lang etwas „verteilt“ wurde. Genau diese Zeit hat man aber hier verschlafen.

    Die Chancen können nur aus der Region entstehen. Wir haben in Halle u.a. ein sehr großes Wissenschaftszentrum (TGZ) das in Teilbereichen echte Spitzenklasse zu bieten hat. Dort bestehen die Chancen und von dort kommt bisher leider sehr wenig umgesetzt in gewerblichen Arbeitsplätzen.

    Was auch dazu gehört ist ein positives Grundklima in der Stadt. Was ich hier immer zu lesen bekomme ist das ständige Gemeckere an den privaten Arbeitgebern der Stadt bevorzugt von Menschen im ÖD. Es ist wirklich ganz einfach, jeder hat die Chancen es selbst besser zu machen.

    #144081

    @farbspektrum
    Wenn an der Lagerhalle 130 Arbeitsplätze hängen, ist sie durchaus erstmal willkommen.

    @Nachrichtenticker
    Das klingt absolut vernünftig, ist aber nur die halbe Wahrheit. Der Standortfaktor hat beim letzten großen Aufschwung eine große Rolle gespielt, Gründerzeit hin oder her. Die Chancen, Firmen her zu locken, stehen immer besser. Man muss nur einen Schritt nach dem anderen gehen.

    #144084

    Wenn Du Dir den wirklich erfolgreichen westdeutschen Mittelstand anschaust (aus Ostdeutscher Sicht sind das Großkonzerne) dann stellst Du eine hohe regionale Verwurzelung der Eigentümer fest. Dies scheint eine große Motivation zu sein.

    Spannend sind jene die auch noch überdurchschnittlich über einen längeren Zeitraum wachsen: http://www.wiwo.de/unternehmen/mittelstand/champions-des-deutschen-mittelstands-die-neuen-strategien-der-weltmarktfuehrer-/11270396-all.html

    Verblüffend ist welche Branchenvielfalt da zu finden ist.

    #144141

    Ich hab den Artikel jetzt nicht komplett gelesen, aber der Schlüsselsatz lautet nach meiner Meinung:
    „Führen mit Know-How und Bauchgefühl“

    Beides fehlt den StartUp-ern hier offenbar. Das wäre auch eine Erklärung dafür, dass aus, wie Du schreibst, viel Forschung wenig Wirtschaft generiert wird. Und solange neu entstehende Branchen regelmäßig von Ländern wie China paralysiert werden, ist das mit den Arbeitsplätzen so eine Sache. Erfolg wird sich hier nur langfristig und langsam einstellen.
    Um so richtiger finde ich, dass derzeit die Logistikkarte ausgespielt wird. Da sieht es für Halle nicht so schlecht aus.
    Und auch hier gilt: Nichts ist erfolgreicher als Erfolg.

    #144143

    Logistik ist aber weitgehend Niedriglohnsektor. Also nix wo man mit „protzen“ könnte.

    #144319

    …Über das Entree zur Innenstadt führen zwei breite Hochstraßen, heruntergekommene Überbleibsel sozialistischer Planwirtschaft…..

    Dieser Satz gefällt mir. Hier noch ein Beispiel für heruntergekommene sozialistischer Planwirtschaft 🙂

    https://ludwigshafen-diskutiert.de

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