Startseite Foren Halle (Saale) Häuslebauer in der DDR

Dieses Thema enthält 22 Antworten und 13 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  farbspektrum vor 3 Monate.

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  • #349199

    In dieser Sendung wurde über die Häuslebauer in der DDR berichtet:
    https://www.mdr.de/zeitreise/eigenheim-ddr-privateigentum-foerderung-100.html

    Aber wer bekam eine Genehmigung zum Häuslebauen?
    In Halle wurde in den 70er Jahren in dem Winkel Gottfried-Keller-Straße/ Küttener Weg eine Mustersiedlung verschiedener Einfamilienhäuser gebaut, die Häuser stehen heute noch, aber wer so ein Haus bauen durfte, war mir nicht bekannt, ich kannte und kenne keinen der Auserwählten.

    #349201

    Jedenfalls sehen diese Hütten für Kleinbonzen scheußlich aus.

    #349208

    Tja hei-wu, über Geschmack kann man ja streiten, über deine abwertenden Kommentare nicht, sie sind einfach nur beleidigend.
    Im übrigen heute zahlt man für solche Häuser aus dem Katalog von Town and Country etwa 180tsd Euro plus Grundstück.
    Ist für dich eigentlich jeder Hauseigentümer ein „Kleinbonze“ also du auch mit deinem Gut Gimmritz bist dann ja schon Großgrundbesitzer oder Gutsherr, die wurden zu DDR Zeiten vom Hof gejagt.
    @wolli, in den Dörfern rund um die Kohle Tagebaue um Merseburg haben die Kohlekumpel solche Häuser gebaut, hier in Halle tippe ich auf Ärzte des Klinikums und Direktoren des Chemiekombinats und anderer Betriebe wie Wagonbau und Dienstleistungskombinat

    #349223

    Eine Voraussetzung waren wohl mindestens 3 Kinder.
    Inwiefern da noch andere drangekommen sind, weiß ich nicht.
    Und jede Zeit, jedes System hat einen Baustil. Ob nun die jetzigen Papp-Beton-Butzen gefälliger sind, is mir schnuppe.
    Manchem gefällt vielleicht Lieskau-Nord, Motto alleswasdukannstkannichnochvielbesser.
    Und wer baut heute? Wer verdient daran?

    #349225

    teu

    Ich baute 1978 den Typ EW65B/D.
    https://www.gutachter-wagner.de/wp-content/uploads/DDR_Eigenheim_EW_65_BID_Doppelhaus_s12-150×150.jpg

    Damals war ich stinknormaler Schaltwart im Inselkraftwerk Zuckerraffinerie.
    Und die zahlten kein Westgeld.

    EW58 war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Angebot.
    Ich hatte damals die Wahl zwischen Typ Bitterfeld
    https://www.gutachter-wagner.de/wp-content/uploads/Bitterfeld-2-1-150×150.jpg
    und EW65B.

    Ich entschied mich für Spitzdach, weil ich in einer Bauhaus-Siedlung mit Flachdächern aufgewachsen bin, und deshalb wusste, dass Flachdächer damals einfach nicht funktionierten.

    Der Beitrag des MDR ist sehr schlecht recherchiert.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 1 Woche von  teu.
    #349227

    Wolli, die Häuser im Küttener Weg wurden von den verschiedenen Anbietern/Konsumgüterproduzenten/Kombinaten für die Ausstellung gebaut, wirklich wie Musterhäuser.
    Wie die danach an welche besonderen Menschen vergeben wurden, erfährst du vielleicht durch Klingeln. Der eine oder andere könnte noch leben, vielleicht verrät er es dir heute sogar.

    #349228

    Wie kommst Du darauf, dass ich das erfahren will?
    Bei diesen Musterhäusern ist das sicher anders gewesen, diese Häuser haben die Bewohner ja nicht selber gebaut.

    Man musste in der Regel ein Baugrundstück vorweisen können.

    #349240

    teu

    Um die Bürger von Eigenheimbau zu überzeugen wurden damals 500qm Baugrundstück in vorher ausgewiesenen zukünftigen Siedlungen angeboten.

    #349241

    Weil du es in einem Satz zusammen geschrieben hast?

    #349242

    Ich finde es schlichtweg eine Sauerei, Häuser ohne Seele und ohne jeden Stil ansehen zu müssen. Das gilt auch für manche DDR-Dörfer, deren Charakter schlichtweg ausgelöscht wurde. Zum Glück ist das nicht überall so.

    #349243

    Jedenfalls sehen diese Hütten für Kleinbonzen scheußlich aus.

    Da kann ich dir leider nicht beipflichten. Ich kenne einige dieser Häuser von innen, der Häusertyp war schon durchdacht und auch in vielen Teilen damals schon altersgerecht. Viele haben ja gerade nach der Wende viel in die Modernisierung gesteckt, manche dieser Häuser haben sogar ein Dach bekommen. Wer bekam so ein Haus? Es waren nicht alles Genossen, auch Ingenieure (Kinderreich) z. B. vom Wagonbau Ammendorf waren die „glücklichen“. Auch eine Verwandte von uns konnte damals in den 60.-iger Jahren so ein Haus in der Nähe von Waren bauen, heute richtig schön in einer tollen Landschaft. Eine Baugenehmigung war das Eine, das Material für den Bau war aber eine weitaus schwierige Geschichte. Wer da nicht in einem Großbetrieb arbeitete oder die entsprechenden Beziehungen hatte war schlecht dran! Bei unseren Verwandten wurden mehrere solche Häuser in dem kleinen Ort gebaut, als Angestellte eines dort ansässigen Saatzuchtbetriebes- und jeder half jedem! Der eine hatte die benötigte Bohrmaschine, ein anderer den dringend benötigten Betonmischer usw.. Mach das mal heute, du wirst kaum Hilfe bekommen, da hilft nur noch die dicke Brieftasche- leider!

    #349245

    teu

    Ich kann nur jedem raten:
    Baut!
    Miete ist verlorenes Geld.
    Die Abzahlung eines Kredites hingegen hat die Chance einmal über Eigentum zu verfügen.

    #349247

    Sooo wurde damals gebaut:

    #349251

    Mensch Joti, ICH wollte gerade auf den Baulöwen und Rolf Herricht hinweisen!!
    @ teu- und was machste dann mit dem Eigentum- kannste auch nicht ewig behalten, das letzte Hemd hat keine Taschen!!Und im Leben wirste nicht fertig mit so’m Ding, ewig musste kläjen, Vorgarten, Eingangsbereich…Mülltonnen grade rücken, mit Abziehbildern bekleben, Blätter von den Beeten aufklauben, gießen, harken, Handwerker bestellen…

    #349254

    Da kann ich dir leider nicht beipflichten. Ich kenne einige dieser Häuser von innen, der Häusertyp war schon durchdacht

    Ich meinte nicht EW58, die Häuser kenne ich, die sind für die damalige Zeit fortschrittlich. Meine Kritik bezieht sich auf den riemchenklinkerverzierten DDR-Kleinbonzenspießerbarock ganz konkret im Posthornviertel.

    #349262

    Da gibts eine Lösung, Elfriede, Haus im Alter mit Nießbrauch verkaufen, Geld versaufen und trotzdem drin wohnen bleiben.

    #349269

    Hat Bernd Bransch nicht im Küttner Weg gewohnt?

    #349298

    Die beiden Fußballer vom HFC Bransch und Urbanczyk bekamen in der Gottfried-Keller-Straße jeder ein Flachbau-Häus´chen, es waren m.W. die ersten Häuser auf dem „Schuldenhügel“. Die Beiden mussten die Häuser auch nicht selber bauen. Jedenfalls wurde das so erzählt.

    #349423

    Im Robinienweg kann man auch EFH der DDR besichtigen. In der Regel waren es Gebäude, die in Familien- und Freunde- Gemeinschaft erichtet wurden.
    Immerhin war der Baustil so interessant, das Holländer es nachbauen:

    https://www.zeit.de/2014/19/einfamilienhaus-ddr-niederlande

    https://www.jeder-qm-du.de/ueber-die-platte/detail/eigenheime-in-der-ddr/

    #350191

    Einer meiner Chefs der ddr-evh sagte wenn ein Kollege ein Haus baute „den können wir jetzt 3 Jahre vergessen“.

    #350192

    Einer meiner Chefs der ddr-evh sagte wenn ein Kollege ein Haus baute „den können wir jetzt 3 Jahre vergessen“.

    #350200

    Einer meiner Chefs der ddr-evh sagte wenn ein Kollege ein Haus baute „den können wir jetzt 3 Jahre vergessen“.

    Das hört man auch heute immer mal. Manche Arbeitgeber kalkulieren allerdings auch, dass sich der Arbeitnehmer mit dem Hausbau goldene Fesseln anlegt und dann nicht mehr so schnell von dannen zieht.

    #350223

    Einer meiner Chefs der ddr-evh sagte wenn ein Kollege ein Haus baute „den können wir jetzt 3 Jahre vergessen“.

    Stimmt.
    Unser Kollege baute zwar nur eine Datsche, aber er musste während der Arbeitszeit öfter mal zur Baustoffversorgung.
    Wenn ich die Arbeitseinstellung mancher Jugendlicher oder den BER sehe, habe ich ein Déjà-vu.

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