Startseite Foren Halle (Saale) Geplantes DDR-Kulturhaus an der Spitze

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  • #44956

    Die DDR plante an der Spitze ein großes Kulturhaus. Der Bautrupp war im heutigen Friedemann-Bach-Haus untergebracht.

    In der neuen Dauerausstellung im Stadtmuseum ist ein Modell des Kulturhauses zu sehen:

    #44961

    Und die Arbeiten hatten zudem schon begonnen. Die Spitze wurde ja damals großräumig abgerissen, danach wurden mehrere Tausend recht lange (wenn ich mich richtig erinnere waren die durch die Bank 18m lang, korrigiert mich bitte, wenn das länger oder kürzer war) Stahlbetonpfähle in den losen Schwemmgrund an dieser Ecke gerammt.
    Am Ende wurde eine Betonplatte drübergegossen, die wahrscheinlich teuerste Gründung, die man je im Bezirk Halle Saale gesehen hat…Dann gabs den Baustopp und man witzelte unter der Hand,daß das „Cafe Böhme“ nun die Materialien des „Freizeitzentrums“ für seinen Erweiterungsbau bekommen hat, mit Blick auf die damals völlig unbüblichen getönten Fenster…

    #44998

    @Knetterwilly, wenn du dich an die Länge der Pfähle erinnern kannst, dann können es nur Spundwandprofile zur Sicherung der Baugrube gewesen sein.
    Ansonsten wurden auch damals schon Bohrpfahlgründungen mit anschließender Stahlbetonbodenplatte analog der Saale-Klinik eingesetzt, wobei man als Laie die Länge nicht feststellen konnte.

    #45002

    naja…damals wo das gebaut wurde, da war ich recht lange mit der Untersuchung der Gewölbe der Gerbersaale beschäftigt. Jedenfalls hab ich mir Tagelang die Ramme nebenan antun müssen. Da ging es meist drum, bestehende Risse zu kontrollieren, ob diese durch die Erschütterungen sich verstärken…
    Auch bei den Plattendruckprüfungen und der Bestimmung der vorhandenen Materialien, im Verbund mit einem Bohrbetrieb, ich glaub das war der aus Roßla damals, der dann die tieferen Schichten anbohrte um irgendwann endlich mal durch die ganzen Schichten Asche und Sedimente auf festen Grund zu kommen im Zuge der Baufelderkundung dort und mittels Densitometer und im Labor dann den entsprechenden Verdichtungsversuchen(Proctordichte) war man ja oft genug vor Ort…Irgendwas wummerte immer dort und an Spundwände kann ich mich nicht erinnern, die kamen dort doch erst nach der Wende, als man dort das Loch gegraben, die ganze Ecke um einiges tieferlegte und die damaligen Pfähle wieder teilweise wieder ausgebuddelt hat…

    Wie gesagt, ich weiß es nicht mehr so ganz genau, was wie wann dort genau gebaut wurde, die Erinnerungen lassen auch mich ab und an im Stich….Wenn Du mir jetzt sagst, es war eine Bohrpfahlgründung, dann hat die Ramme vielleicht doch ne Spundwand eingeschlagen ,die ich einfach nicht mehr vor dem geistigen Auge habe…

    #45003

    Ich bezweifele sehr stark, dass dort im Loch an der Spitze schon die Gründungsarbeiten bis zur Errichtung der Bodenplatte für das angedachte Kulturhaus stattgefunden haben.
    Wenn du vom Bohrbetrieb in Roßla sprichst, dann können es auch nur Baugrunderkundungsarbeiten gewesen sein.

    #45006

    Was soll die „Streiterei“ unter Fachleuten. Bringt doch heute nichts mehr. Halle hat immer darunter gelitten, keine Stadthalle zu haben. Später sollte dann ja eine in Halle-Neustadt entstehen, oder vorher, ich weis es nicht mehr.Das vorliegende Model könnte doch heute umgesetzt werden…

    #45014

    ayo

    Die Bohrer haben laut meiner Erinnerung die gesamte Fläche perforiert bzw. bestückt. „Bohrpfahlgründung“ klingt plausibel für das Bild. Auf keinen Fall waren das Proben oder Vorbereitungen einer Spundwand.
    Beim späteren Ausschachten für die jetzige Bebauung müsste man ja auf die Pfähle gestoßen sein.

    Und: Ein Glück, dass dieser Klotz dort nicht gebaut wurde! Das wäre heute eine (weitere) schwere Altlast.

    #45034

    @Kenno, der Bohrbetrieb in Roßla hat uns bei der Baufelderforschung damals unterstützt, da hast Du grad was in den falschen Hals bekommen. Wir konnten nur so tief, wie die Schlitzrammsonde sich reinfraß, also je nach Untergrund bis zu 7m, mehr Gestänge hatte man nicht dabei. War eh schon ab 50cm eine Schweißtreibende Angelegenheit…Manpower.
    Straßen konnten wir gut bohren, für tiefe Erdbohungen gabs Roßla. Man arbeite damals ja Hand in Hand, Das Zentrallabor in Halle hatte ja diverse Ansprechpartner für Spezialsachen, die man nicht aus eigener Hand bewerkstelligen konnte.

    Schachtarbeiten waren zu DDR Zeiten dort niemals angedacht, es sollte eine Pfahlgründung werden, es wurde ja auf die vielen Pfähle auc noch eine Betonplatte gegossen. Diese Betonplatte bekam dann den später unter den mir bekannten Ingenieuren den Spitznamen „Der teuerste Parkplatz der DDR“ weil das „Freizeitzentrum“ ja dann doch nicht gebaut wurde und man dann die Fläche zum Teil dafür nutzte bis man dann alles wieder wegbuddelte, als man den Komplex MDR und Händelhalle hochzog und das berühmte Loch entstand. Da war dann was mit Spundwand…

    #45036

    Also doch was mit Spundwand am jetzigen Loch, von dem ich ausgegangen war und nicht vom MDR-und Händelhallen-Komplex!!

    #45184

    @wolfgangstauch: und wer braucht so eine Halle?

    #45194

    Das ist natürlich eine berechtigte Frage, Enrico.

    #45195

    Dabei müßte man erst einmal prüfen, was das für eine Markthalle werden sollte, ein Großmarkthalle für Blumen und Gemüse oder eine Konzerthalle für kulturelle Großveranstaltungen.

    #45198

    Also, jetzt geht es etwas durcheinander. Zum einen ist da die in DDR-Zeiten sehnsüchtig erwartete Stadthalle und zum anderen eine von mir heute sehnsüchtig erwartete Markthalle; für Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst, Blumen – für alle die, welche heute den Marktplatz von Montag bis Samstag besiedeln. Und natürlich solche Händler, die Neues und ursprüngliches nach Halle bringen aber keinen Billigramsch, den gibts überall.
    Mit der Stadthalle ist es offensichtlich doch etwas komplizierter. Es müsste hier alle die kulturellen großVA abgefangen werden, die heute auf dem Marktplatz, bzw. Hallmarkt stattfinden, z.B.

    #45199

    Ich bin definitiv für eine Markthalle.
    Dank deppischer, sorry, doppischer Haushaltsführung „fließt“ ja der Wert des Gebäudes nach Errichtung wieder zurück in den Haushalt. Somit wäre es eine haushaltsneutrale Investition, von ein paar Bankzinsen mal abgesehen. 🙂

    #45200

    ayo

    Markthalle? Eine sehr romantische Vorstellung. Aber realitätsfern.
    Die Markthändler wären schön blöd, von dort wegzugehen! Der Markt ist die viel bessere Adresse und wäre auch leer und trist ohne Marktgeschehen. Man müsste sie schon des Platzes verweisen. Eine für alle grausige Vorstellung.

    #45262

    ayo Schöne Plätze sind niemals leer und trist.

    #45265

    Der Platz bleibt vorerst frei, denn unsere Nachfahren wollen auch noch einen schön Platz in der Innenstadt zum Bebauen haben.

    #45273

    @wolfgangstauch er redete aber vom Marktplatz mit seinem Einheitsgrau 😉

    #45293

    Wie hättest du ihn denn gern, Enrico Seppelt? Meine Idealvorstellung ist der Patz vor dem Landtag in Magdeburg. Aber unserer ist nun mal so, wie er ist und auch schön. Basta!

    #45516

    Also eigentlich ist unser Marktplatz alles andere als schön… vielleicht hilft ja das Grün etwas, das geplant ist.

    #45617

    ayo

    Bitte nicht schon wieder eine Marktplatzdiskussion!
    Nur zur Klärung des Missverständnisses, @wolfgangstauch : Ja, den Wochenmarkt vom Markt zu nehmen, ist eine grausige Vorstellung, und der Markt wäre ohne Markt trist und leer. Und den Händlern eine Markthalle zu verordnen, wäre alles andere als eine Verbesserung. Aber zum Glück ist das eine theoretische Diskussion.

    Zurück zum Thema: Ich habe in Erinnerung, dass angeblich mehr Pfäle gebohrt werden mussten als eigentlich für nötig erachtet. @knetterwilly, weißt Du näheres?

    #45632

    Es geht doch hier um das Loch und ich glaube, dass dort ohne Projekt überhaupt noch keine Bohrpfähle gesetzt worden sind.
    Beim Objekt Saaleklinik weiß ich genau, dass dort entgegen der Planung statt über 100 Pfähle nur ca.70 Pfähle gesetzt werden mußten.

    #45635

    Ganz heißer Tip für @Kenno und andere Lochspezialisten:
    http://www.betreuteloecher.de/

    • Diese Antwort wurde geändert vor 6 Jahre von admin.
    #45638

    @Hei-wu,
    den Tip mußt du an die Stadtverwaltung weitergeben!!!

    #46066

    @Kenno

    Ich habe nachgefragt, (Vater) bereits zu DDR Zeiten hatte das SBTK dort begonnen und es wurde die Firma aus Roßla beauftragt jedoch dann abgebrochen. Unmittelbar nach der Wende wurde wieder begonnen und einige Jahre danach bis zur Schließung des Lochs noch einmal. Es waren aber wirklich Bohrpfahlgründungen (der Lärm war die Ramme für die Spundwände welche wochenlang hämmerte) aber es gibt nicht tausend sondern eine kleine 3 stellige Zahl an Bohrpfählen.

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