Startseite Foren Halle (Saale) Gebiet zwischen Altstadt und Paulusviertel soll künftig „Steintorviertel“ heißen

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  • #134439

    Vor zwei Jahren hatte die SPD den Vorschlag gemacht, einen offiziellen Namen für das Stadtgebiet zwischen Altstadt und Paulusviertel zu finden. Nun li
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    #134440

    Was hat denn bitte das Wohngebiet um die ehemalige Friedrich- und heutige August-Bebel-Straße bitte mit dem Steintor zu tun? Allein nach meinem Gefühl, könnte man höchstens das Viertel östlich der Adam-Kuckhoff-Straße als „Steintorviertel“ bezeichnen und in dieser Quelle (PDF, 308 KB) sind die alten Viertelnamen deutlich vermerkt (Seite 5), die mein „Gefühl“ bestätigt.

    Wenn man an anderer Stelle den völlig außer Gebrauch geratenen Namen „Königsviertel“ künstlich wiederbeleben will, dann erschließt sich mir nicht, wieso das nicht auch für das „Friedrichstraßenviertel“ gehen soll – abgesehen davon, dass das Gebiet zwischen Geiststraße, Großer Steinstraße und Lu-Wu nie als ein zusammenhängendes Viertel wie das Paulusviertel wahrgenommen wurde, und erst recht nicht im Zusammenhang mit dem Steintor. Das Gebiet um die Geistraße war seit je her das Neumarktviertel. Selbst der Öko-Laden in der Geistraße nennt sich „Öko-Halle im Neumarktviertel“.

    #134442

    Ich habe nichts dagegen, wenn das Viertel „Steintorviertel „genannt wird. Bietet dieser Name doch eine für Fremde gut lokalisierbare Orientierung.

    #134502

    Das ist doch eine hohle Argumentation, immer mit dem Argument „für Auswärtige“ zu kommen. Was wollen denn Auswärtige, was haben sie denn von diesem Namen, und in welchem Zusammenhang? Sowas wird überhaupt nicht definiert, bevor man damit argumentiert, dass der Name für Auswärtige irgendeine besondere Bedeutung hat.

    Wenn wir davon ausgehen, dass auswärtige das Steintor-Varieté besuchen wollen, so finden sie es heute schon genau da, wo sie es suchen: Am Platz am Steintor. Und wenn Auswärtige in Zukunft zum geisteswissenschaftlichen Zentrum der Uni wollen, dann können sie das gern im „Steintorviertel“ finden. Aber selbst für Auswärtige dürfte der August-Bebel-Platz – sofern sie der überhaupt interessiert – herzlich wenig mit dem Steintor in Verbindung zu bringen sein.

    Also: Wofür/für wen machen wir das überhaupt? Was interessiert es Auswärtige, wie wir in unserer Heimatstadt unsere Viertel benennen? Und warum sollte uns das kümmern, wie Auswärtige die Namen unserer Viertel finden (bezogen auf den Geschmack der Namensgebung, nicht geografisch)?

    #134531

    Vielleicht äußern sich mal dort wohnende, wie das heißen sollte.
    Ich interessiere mich sehr für hallesche Geschichte, aber den Begriff „Neumarktviertel“ habe ich noch nicht gehört, geschweige denn „Königsviertel“.
    Der Viertel-Begriff ist überhaupt recht selten in Halle . Da fällt mir eigentlich nur Bahnhofs- und Paulusviertel ein.

    #134532

    Wie heißt eigentlich das Gebiet um das Steintor ???

    #134536

    @ farbspektrum: Mühlwegviertel

    #134546

    Ich interessiere mich sehr für hallesche Geschichte, aber den Begriff “Neumarktviertel” habe ich noch nicht gehört, geschweige denn “Königsviertel”.
    Der Viertel-Begriff ist überhaupt recht selten in Halle . Da fällt mir eigentlich nur Bahnhofs- und Paulusviertel ein.

    Ich verweise nochmal auf bereits vorher verlinkte Hausarbeit eines Studenten der Soziologie, wo auf Seite 5 alle Innenstadtviertel markiert und benannt sind und ab Seite 23 auch noch mal eingehender behandelt werden (natürlich im Rahmen des Themas der Hausarbeit).

    Daraus geht auch hervor, dass das Gebiet um das Steintor kein eigenständiges Viertel als solches ist. Vom Innenstadtring bis zum Steintorplatz ist es die Steintorvorstadt (das namensgebende Stadttor war am heutigen Joliot-Curie-Platz), östlich des Steintorplatzes, zwischen Magdeburger und Volkmannstraße, ist das Medizinerviertel, und im Norden tangiert das Paulusviertel.

    Aber es stimmt wohl: Die Namen für Stadtviertel in der Innenstadt sind in Halle tatsächlich relativ selten im Gebrauch. Aber der Name „Neumarkt“ war mir bereits bekannt. Es gibt ja auch die Neumarktstraße, zwischen Harz und Geiststraße

    #134549

    Interessant, in der Tat. Aber die Stadt hat sich seit jener Zeit auch erheblich verändert. Kaum ein Mensch könnte heute etwas mit dem Begriff Petersbergviertel anfangen und unter dem Mühlwegviertel versteht heute jeder ein weitaus größeres Gebiet als in der verlinkten Arbeit. Leipziger Vorstadt erschließt sich einem mit Stand heute auch nicht mehr.

    Es erscheint mir daher völlig logisch, dass man größere Viertel markant benennt und sich nicht kleinklein an alten, längst verwischten Viertelgrenzen festklammert.

    #134591

    Hallo,ich wohne in besagtem Viertel und finde den Namen nicht gerade passend.
    Zentral verläuft hier ja August-Bebel Straße, welche aber o.g. nicht gerade als Namensgeber dienen sollte.
    Theaterviertel ist wohl die hier noch am häufigsten genannte Bezeichnung nach dem Mühlwegviertel.
    Ich persönlich wäre aber für Sophiehenviertel. Die Adam-Kuckhoff Straße trug früher diesen Namen bis zur Umbenennung durch die Kommunisten. Mit dem Steintor verbindet man nicht gerade positives.
    Es ist eine Kreuzung welche verkehrstechnisch ein Grauen für jeden Außwärtigen ist.
    Außerdem fällt mir da sofort der Steintorsänger ein und andere trinkfreudige Zeitgenossen.
    Da sich die Stadt wohl aber nicht durch Vorschläge beeinflussen lässt, führt das hier wohl zu nichts.

    #134604

    M.E. muss das Viertel überhaupt nicht benannt werden.

    #134456

    Ich hätte mal ein ganz simple Idee: Wie wäre es, den bestehenden Namen – Nördliche Innenstadt – zu behalten und ihn entsprechend besser bekannt zu machen! Aber auf diese simple Idee kommt die SPD nicht!

    #134716

    Ich finde Steintorviertel ok. Sich auf irgendwelche, schon längst nicht mehr passende Viertelnamen aus vergangenen Jahrhunderten zu berufen, halte ich für unsinnig. Auch kann ich am Begriff Steintor nichts negatives finden. Im Gegensatz zum Riebeck-Platz ist die Kreuzung am Steintor recht übersichtlich und ich habe bisher kaum Beschwerden von Auswärtigen gehört. Das Steintor-Variete hingegen ist durchaus nicht negativ belegt, im Gegenteil.

    Auf die Verwendung von Personennamen sollte komplett verzichtet werden. Mal ganz unabhängig von der Diskussion der potientiellen Namensgeber. Irgendwann findet ein Historiker heraus, das der Schwager des Neffen 5. Grades nen Rehkitz auf der Jagd getötet hat und der Name wird unhaltbar. Die Bennennung nach markanten, unverfänglichen „Wegmarken“ wie Stadttore, Kirchen, Wassertürmen etc betrachte ich am nachhaltigsten.

    #134725

    Als ich nach Halle gekommen bin, hat es mich Null interessiert, wo, wie und welches Viertel heißt.

    Mir war es auch völlig Egal wo welche Straße ist und wie sie heißt, da man sich als Fremder an Gebäuden, Parks und Kreuzungen orientiert. Man lernt das mit den Straßen von ganz alleine, Spätestens dann wenn man einen Arzt er teloder so sucht.

    Die Viertel dienen nur den Ansässigen um sich abgrenzen zu können und sich besser darstellen zu können, mehr nicht. Wenn ich im Medizinerviertel vom Luthervierrel spreche wissen alle im Medizinerviertel dass da die Schlosserstraße und Asis wohnen und dann rümpfen die die Nase. Wenn ich in der Pfännerhöhe vom Medizinerviertel spreche, wissen die dass das dort ist wo man die Wohnungen nicht bezahlen kann und dann rümpfen die die Nase.

    Hört sich halt am Stammtisch geil an, wenn man einem Fremden erzählen kann, dass man im Dichterviertel wohnt. Wo das ist weiß dann der Fremde eh nicht!

    #134748

    Ich fand „Silberhöhe“ auch faszinierend, bis ich das erste mal dort war.

    #134769

    Du warst in der Silberhöhe? Ausländer raus!

    (P. S.: Das war Ironie.)

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