Startseite Foren Halle (Saale) Bildungsschere klafft auseinader: Mehr Abiturienten, aber auch mehr Schulabgänger ohne Abschluss

Dieses Thema enthält 17 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  rugby vor 1 Woche, 3 Tagen.

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  • #328503

    Weiterhin steigende Zahl von Schulabgängerinnen und Schulabgängern mit Abitur in Sachsen-Anhalt im Abschlussjahr 2018 01.11.2018 Am Ende des Schuljahr
    [Der komplette Artikel: Bildungsschere klafft auseinader: Mehr Abiturienten, aber auch mehr Schulabgänger ohne Abschluss]

    #328504

    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkt?

    #328505

    Hier kommt die Erklärmaschine:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Prozentpunkt

    #328506

    Nachdem ich die Gelegenheit hatte, einige Belegarbeiten von sachsen-anhaltischen Abiturienten zu lesen habe ich erhebliche Zweifel, ob hierzulande Abitur und Hochschulreife noch dasselbe sind. Wirklich gruslig.

    #328507

    Herr Tullner kann Vollzug melden, um den Namen mal wenigsten zu erwähnen.
    Die Stellungnahme läßt sicher wieder einige Wochen auf sich warten?

    #328508

    Die Politiker, die ein Hochschulstudium mal begonnen haben, dürften Abi haben
    Aber einige haben es, trotz oft langem Studium, nicht zu einem Abschluss geschafft http://m.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-spitzenpolitiker-verschleiern-ihre-studienabbrueche-12194627.html

    #328509

    Das ist m.E. ein klassischer Fall von „Na und ?“
    Studienabbrecher gibt es zu Hauf, und besser, jemand schafft rechtzeitig während des Studiums den Absprung, wenn er meint, etwas Besseres gefunden zu haben, statt irgendwann an einem ewig verschleppten Examen endgültig zu scheitern.

    @rugby: das berichten mir auch viele Hochschullehrer, aber keineswegs nur von Abiturienten aus LSA.
    Abitur garantiert Zugangsberechtigung zur Hochschule, aber noch lange keine Studierfähigkeit, schon gar nicht in jedem Fach. War aber früher keinesfalls anders.

    Gründe für Studienabbrüche sind heute wie damals vielfältig. Da mischt sich :
    -Kein Geld
    -Mangelndes Können
    -Keine Lust
    -Die Feststellung, dass das gewählte Fach doch nicht so zu einem passt
    -Die Idee, doch was ganz anderes erfolgreicher machen zu können
    – persönliches Zeugs (Partner,Familienplanung)
    ..

    Darüber sollte man nicht den Stab brechen, schließlich ist die Uni kein Klosterorden mit Armutsgelübde, aus dem man nicht ausbrechen darf.

    #328553

    Kein Geld indes sollte niemals Grund sein, ein Studium abzubrechen. Schlimm, besonders schlimm aber, wenn dies trotzdem der Grund ist, denn vielleicht wäre aus dem verhinderten Studenten ein wirklich guter Wissenschaftler etc. geworden.

    in früheren Zeiten gab es nur zwei Gründe der Exmatrikulation: auf eigenen Wunsch (i.e. auch durch Krankheit oder charakterlichem Versagen) und unzureichende Leistungen. Alle anderen Problemfälle wurden vielfach im Einverständnis gelöst.

    #328562

    Wenn ein Student in seinem Fach arbeitet, auch erst mal Hilfsarbeiten, ist das OK. Aber irgendwelche Arbeiten nur um sich Wohnen und Leben leisten können, ist schon schräg.

    Wofür sind die 80€/Woche für Schülerpraktika da? Für den Schüler selbst oder Köder für den Meister?
    Bildungspolitik ist doch Ländersache. Warum führt denn SA nicht wieder UTP ein?

    #328571

    Danke, dass ich in der DDR zur Schule gehen konnte.
    https: //www.n-tv.de/leben/Die-Ostdeutschen-lachen-sich-scheckig-article20682707.html

    #328627

    rellah, weil der UTP von den Firmen sichergestellt und finanziert werden mußte. Inzwischen sind ja auch keine organisatorischen Grundlagen mehr vorhanden; Betriebe, Lehrwerkstätten, Lehrpersonal wurden verdrängt oder abgewickelt. Wo willst du da einen UTP veranstalten, wenn es keine nennenswerte Industrie z.B. im Stadtgebiet Halle mehr gibt?
    Und wo die landesverantwortliche Sparpolitik seit Bullerjahn/Dorgerloh gelandet ist, sieht man an fast allen Schulen hier im Lande.

    Noch Fragen, Kienzle? Nöö, Hauser.

    #328629

    UTP war eine feine Sache. Wir wurden in den Betrieben freundlich aufgenommen. Ich erinnere mich an das tolle Erlebnis, dass wir sogar mal ein kleines Stück selber schweißen durften. Heutzutage setzen die Schulen wohl mehr auf Frösche streicheln.

    #328631

    Sicher wäre heute ein UTP schwieriger. Wir waren damals neben Industriebetrieben auch auf der LPG. Kartoffellesen, Küheputzen, … wird heute nicht mehr gebraucht, oder für Fremde dürfte der Zutritt zu Ställen verboten sein. In der Industrie Bohren, Feilen, … Aber man hat einen Einblick bekommen, was man mal lernen wollte oder auch nicht. Und Lehre abbrechen?
    Vor allem, es wächst doch heute eine Generation ran, deren Eltern noch keine Arbeit erlebt haben.

    #328644

    Das problematische an den Zahlen ist doch nicht die unwesentlich gestiegene Abiquote. Der Skandal sind die immer weiter steigenden Zahlen von Schülern ohne Schulabschluss. Hier steigt die Quote jetzt im dritten Jahr hintereinander!Umgedreht könnte man sagen, dass konnten wir schon mal besser!Aber wenn die Fördersysteme für die die es schwerer haben rigoros abgebaut werden ( Sprachförderung für Migranten, Unterstützung für Kinder mit Förderbedarf), dann muss man sich über solche Ergebnisse auch nicht wundern.,

    #328831

    Danke, dass ich in der DDR zur Schule gehen konnte.
    https: //www.n-tv.de/leben/Die-Ostdeutschen-lachen-sich-scheckig-article20682707.html

    Herzlichen Glückwunsch, dann bist du bestimmt auch gern Jungpionier gewesen und warst als FDJ- Ratsvorsitzeder aktiv oder warst du als Agitator für die Wandzeitung zuständig?

    #328833

    UTP war eine feine Sache. Wir wurden in den Betrieben freundlich aufgenommen. Ich erinnere mich an das tolle Erlebnis, dass wir sogar mal ein kleines Stück selber schweißen durften. Heutzutage setzen die Schulen wohl mehr auf Frösche streicheln.

    Genau total fein: Einführung in die sozialistische Produktion war mein Lieblingsfach und in der Praxis durfte ich dann Bohrhämmer reparieren- da habe ich was fürs Leben gelernt. War nicht alles nur schlecht….

    #328841

    Ich war weder gern noch ungern bei den Pionieren, weil sich da außer dass man an irgendwelchen Feierstunden das Halstuch umband, nicht viel abspielte. Politisches war ja sowieso mit der Schule verbandelt. Ob ich bei den Pionieren oder in der FDJ eine kleine Funktion hatte, kann sein, ich erinnere mich nur noch, dass ich später mal in der FDJ-Gruppe für Kultur zuständig war.
    Eher erinnere ich mich an Bibliotheksbesuch, Arbeitsgemeinschaften und an Ferienspiele mit Kino, Baden in den Freibädern, die es damals noch gab, und an die Wanderungen.

    #328861

    Aus rechtlicher Sicht war UTP (Unterrichtstag in der Produktion) zeitlich beschränkte Sklaverei, es gab keinen Lohn, man konnte sich nicht entziehen oder streiken. Ob es das vor der 8. Klasse gab, weiß ich nicht mehr, falls ja, war es auch noch Kinderarbeit. Hat man die Honecker dafür eigentlich zur Rechenschaft gezogen?

    Ich erinnere mich, Fahrradnaben mit Speichen bestückt zu haben als Vorproduktion. Das war reine Akkordarbeit, stupide, gelernt habe ich da nichts.

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