Startseite Foren Halle (Saale) Autobahnstreit und Berichterstattung: BI kündigt Beschwerde beim Presserat an

Dieses Thema enthält 35 Antworten und 11 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  rellah vor 2 Monate, 2 Wochen.

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  • #318151

    Die Mitteldeutsche Zeitung hat in der Wochenendausgabe eine Spalte „Pro und Kontra Autobahn 143“ veröffentlicht. Darin seien aber nur die  pro Argumen
    [Der komplette Artikel: Autobahnstreit und Berichterstattung: BI kündigt Beschwerde beim Presserat an]

    #318152

    Heult doch, oder macht eine eigene Zeitung… Die Auswahl der Leserzuschriften obliegt nämlich der Redaktion in redaktioneller Freiheit. Vielleicht wollten die BI-Mitglieder/Konträre auch nicht namentlich genannt werden, das ist aber Pflicht bei Zuschriften.

    #318153

    @schulze
    Woher kommt eigentlich die Unsachlichkeit („Heult doch“) in Ihren Kommentaren?
    Von einer Tageszeitung, die sich die Bezeichnung „unabhängig – überparteilich“ im Titel gibt, kann doch wohl durchaus erwartet werden, dass sachlich vorgetragene Argumente von Kritikern, die auf den ökonomischen und ökologischen Unsinn eines Irrsinnsprojekts hinweisen, auch Berücksichtigung finden. Das entspricht schlicht dem gesellschaftspolitischen Auftrag der Presse zur umfassenden Information als Grundlage für eine freie Meinungsbildung, aus dem wiederum die Pressefreiheit folgt. Und diesem Auftrag wird die MZ eben seit Jahren nicht gerecht. Während den Befürwortern des A 143 – Projekts weiter Raum gegeben wird (zuletzt der IHK, die ja noch nie einem Projekt der Flächenversiegelung kritisch gegenüberstand – bringt ja Arbeitsplätze und stärkt irgendwie die Wirtschaft), kommen kritische Meinungen schlicht nicht vor. Im Gegenteil, selbst bei einem Artikel über den Verschleiß von Gullydeckeln gelingt es, einen positiven Sidekick auf die A 143 zu bringen (verschlissene Gullydeckel gibts in der Trothaer Str. nämlich nur wegen der LKW, die durch Halle fahren – mit A 143 gibts in Halle keine LKW mehr und die Gullys halten ewig). Da verwundert es dann auch nicht, dass die „informationsfreihe“ Mehrheit das Märchen vom Entlastungseffekt für bare Münze nimmt.

    Und ansonsten scheint zu gelten:
    Der/Die/ Das Schulze ist ein Spekulant,
    Fakten sind ihm/ihr unbekannt.
    Wieso spekulieren Sie eigentlich so oft darüber, dass die Leute selbst Schuld seien.
    Nach zwei Brandereignissen bei einem Kläger gegen die A 143 mutmassen Sie „heißen Abriss“, bei nicht veröffentlichten Leserzuschriften meinen Sie den Grund beim Verfasser der Zuschrift zu finden.
    Die MZ mag Gründe haben, warum sie so einseitig berichtet. Ich kenne diese nicht, halte aber fehlende Information für möglich. Das die Leser mit dem von Ihnen angenommenen Verhalten den Grund dafür gesetzt hätten, können wir aber sicher ausschliessen.

    #318156

    Vielleicht wollten die BI-Mitglieder/Konträre auch nicht namentlich genannt werden, das ist aber Pflicht bei Zuschriften.

    Uns liegen Stellungnahmen der BI vor. Allesamt namentlich unterschrieben.

    #318157

    Von einer Tageszeitung, die sich die Bezeichnung „unabhängig – überparteilich“ im Titel gibt, kann doch wohl durchaus erwartet werden, dass sachlich vorgetragene Argumente von Kritikern, die auf den ökonomischen und ökologischen Unsinn eines Irrsinnsprojekts hinweisen, auch Berücksichtigung finden. Das entspricht schlicht dem gesellschaftspolitischen Auftrag der Presse zur umfassenden Information als Grundlage für eine freie Meinungsbildung, aus dem wiederum die Pressefreiheit folgt.

    Offensichtlich hatte diese Kritik keinerlei Substanz und die Vorteile überwiegen.

    #318159

    Ich kann es nicht leiden und dulden, dass hier Leute beleidigt werden, deshalb habe ich den letzten Satz von nix idee gelöscht.

    #318160

    „Die MZ mag Gründe haben, warum sie so einseitig berichtet. Ich kenne diese nicht, halte aber fehlende Information für möglich.“

    Die Naivität wird obsiegen!

    #318164

    @Albrecht Wetzig
    Der Glaube an eine faire überparteiliche Presse ist vielen verloren gegangen, daran hat m.E. die Presse selbst schuld. Ich glaube auch nicht an fehlende Informationen. Die MZ gehört einem Konzern, der der FDP nahesteht und die FDP ist als Wirtschaftspartei für diese Autobahn. Da wird in der MZ kaum jemand gegen die Autobahn argumentieren, zumal auch die Mehrheit der MZ-Leser vermutlich genug von der dauernden Verzögerung durch Klagen haben.
    Ein unabhängige Presse gibt es nur durch die Vielfalt der Medien.

    #318165

    @nix idee
    Ich frage Sie jetzt mal nicht, welche Vorteile Sie meinen. Kann mir die Antwort schon denken (Entlastungseffekt, Arbeitsplätze, Wolli kommt schneller zum Geiseltalsee, Ausweichstrecke wenns mal staut usw.). Ich frage auch nicht, woher Sie Ihre Meinung über angebliche Vorteile haben – stand ja jahrelang nichts anderes in der Presse. Und dem geschriebenen Wort ist zu trauen. Aber, da Sie ein Überwiegen der Vorteile sehen: Dazu müsste zunächst schon mal klar sein, von welchen Nachteilen wir sprechen – und da habe ich bei einigen Foristen erhebliche Zweifel, ob über die Nachteile auch nur mal nachgedacht worden ist.

    @HansimGlück
    Ich fürchte, Sie haben recht. Heißt aber noch lange nicht, dass ich damit einverstanden bin.

    #318166

    @wolli

    Da ist viel wahres dran, so traurig das auch ist.
    Aus einigen persönlichen Gesprächen mit Vertretern der lokalen Presse ist mir aber auch eine teilweise flächendeckende Uninformiertheit über viele Zusammenhänge bekannt, obwohl angabegemäß zu dem jeweiligen Thema recherchiert worden sei. Und wenn diese Uninformiertheit dann in Textform mit „gefühlten Wahrheiten“ für bare Münze an den Leser weitergegeben wird …
    Man kann ja schon hier im Forum lesen, wohin das führt. Von den Leserbriefen (und der zu Recht kritisierten Auswahl) ganz zu schweigen.

    „Ein unabhängige Presse gibt es nur durch die Vielfalt der Medien.“ Auch wahr – und bestätigt indirekt Schulzes Vorschlag zur Gründung einer neuen Zeitschrift

    #318177

    Rechnen Sie einfach nur die Einwohnerschaft Halles/die Leserschaft der MZ gegen Ihre Initiative auf…
    Man muß nicht alles und unbedingt in Frage stellen, um sich irgendwie zu profilieren. Nach einer Weile nervt das nur noch.
    Demokratie lebt von Mehrheitsentscheidungen, und die sind eben pro Autobahn 143 gefallen. Warum haben Sie eigentlich keine Mehrheiten gegen Autobahnen generieren können? Wahrscheinlich auch, weil Ihre Mitbewohner und Nachbarn das nicht wollen und auch gegen den Verkehr vor ihrer Haustür sind und ihn lieber auf einer Autobahn gebündelt sähen…

    Es wäre auch mal gut, sich die Bedeutung der Adjektive „überparteilich“ und „unabhängig“ zu vergegenwärtigen. Ich sehe da in der MZ keine gegenteiligen Eigenschaften, es sei denn, Sie könnten mir eine Parteilichkeit (zugunsten welcher Partei?) oder Abhängigkeit(von wem und wie?) belegen.

    #318181

    Vielleicht sollte man allen Mitgliedern der BI Berufsverbot in Halle und Leipzig erteilen. Sie können ja auf ihrem „Mockchen“ arbeiten und sich dort entfalten.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Luckyman.
    #318183

    Demokratie lebt von Mehrheitsentscheidungen, und die sind eben pro Autobahn 143 gefallen.

    Die dann vom Gericht kassiert wurden. Die der richterlichen Entscheidung zugrunde liegenden Gesetze sind auch demokratisch zustande gekommen.

    #318186

    Da lässt sich die MZ nicht vor den Karren der Interessen spannen und schon spürt sie die große Wut.Kommt mir bekannt vor.

    #318230

    Die MZ ist weit entfernt von einer ausgewogenen bzw. sachbezogenen Berichterstattung. Hier nur ein aktuelles Besipiel:

    https://www.mz-web.de/halle-saale/unternehmer-sehnen-a143-herbei-ihk-praesidentin-befuerchtet-langes-gerichtsverfahren-30678016

    „Unternehmer sehnen A143 herbei“

    Schon die Überschrift ist tendenziös und eine Lüge, weil es nicht „die“ Unternehmer gibt.

    „IHK-Präsidentin befürchtet langes Gerichtsverfahren“

    Ein gründliches (und daher auch langes) Gerichtsverfahren ist angesichts der einschneidenden Folgen durch eine Autobahn – im Falle ihrer rechtswidrigen Errichtung – ein Problem? Wirklich? Ich sage nur Waldschlösschenbrücke. Die hätte nie gebaut werden dürfen:

    https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bverwg-9c316-
    planfeststellungsbeschluss-waldschloesschenbruecke-dresden-rechtswidrig/

    „In einer IHK-Anzeige hatten mehr als 70 namhafte Unternehmen der Region gefordert: „Aufs Tempo drücken für die A 143!“

    Eine kritische Zeitung hätte hinterfragt, ob diese Art der Öffentlichkeitsarbeit noch im Rahmen des gesetzlichen Auftrages der IHK liegt.

    „Sie appellierten damit nach Veröffentlichung des Planfeststellungsbeschlusses an die Autobahnkritiker, den Weiterbau nicht erneut zu blockieren.“

    Die Anrufung eines Gerichtes ist eine Blockade? Das kann eine Zeitung nicht kritiklos so übernehmen.

    „Nach Einschätzung der IHK ist eine fertiggestellte A 143 ein wichtiger Standortfaktor für die wachsende mitteldeutsche Logistikregion und dringend nötig zur Aufnahme der Verkehrsströme zu den Nord- und Ostseehäfen.“

    Wo sind die Belege für diese Behauptung?

    „Die so verlorene Zeit ebenso wie die gestiegenen Kosten verärgerten Wirtschaft und viele Bürger gleichermaßen.“

    Das ist nun sowas von Wackelpudding, dass man kaum noch mit Argumenten etwas ausrichten kann.

    #318231

    Danke, SfK, für die Zusammenfassung. Besonders das Gejammer über die Zukunft der Logistikregion nervt langsam. „Logistik“ bedeutet: Billiglohn, Lagerarbeit, die über kurz oder lang sowieso durch Maschinen ersetzt wird.

    #318235

    Welche Alternative gibt es denn zur Logistik? Warum wurde es denn nicht geschafft, einen Autobauer nach Halle zu holen, obwohl alles so teuer vorbereitet wurde? Halle hätte doch zum Paradebeispiel entwickelt werden können, dass auch RRG etwas auf die Reihe bekommt. Wo haben sie denn etwas auf die Reihe bekommen?
    Der Frachtflughafen Leipzig und seine Autobahnanbindung ist doch das einzige, was sich entwickelt.

    #318237

    Die MZ ist doch die gepresste Unausgewogenheit.
    Seit Jahr und Tag wird magdeburger Politik gedeckt.

    Als vor nicht allzu langer Zeit Halles Medizin kaputtgemacht werden sollte zugunsten einer Medizinsparte einer Technischen Hochschule Magdeburg – die aus Personal der Hannoverschen medizinischen Fakultät bestand (und besteht) – hatte die MZ überhaupt nichts dagegen zu sagen. Dieser unglaubliche Vorgang, wurde nur durch idiotische Schlagzeilen und sogar Appelle an die „Gemeinsamkeit“ begleitet. Ein Tiefpunkt der deutschen Presselandschaft.
    Die MZ verschweigt auch heute wie die MedFak der TH weiter überproportional gefördert wird.

    Es werden auch gefälschte Umfragen veröffentlicht. Darin finden die Hallenser a n g e b l i c h eine renaturierte Müllhalde (Elbauenpark Magdeburg) schöner als das wunderschöne Saaletal in der Stadt (Peißnitz in Halle).

    Was also ist die MZ? Eine unabhängige Zeitung bestimmt nicht.

    #318241

    @schulze:

    Da ist in Ihrem Kommentar #318177 einiges zusammengewachsen, was nicht zusammen gehört. Ich versuchs mal auseinander zu dröseln und fange von hinten an.

    „Es wäre auch mal gut, sich die Bedeutung der Adjektive „überparteilich“ und „unabhängig“ zu vergegenwärtigen. Ich sehe da in der MZ keine gegenteiligen Eigenschaften, es sei denn, Sie könnten mir eine Parteilichkeit (zugunsten welcher Partei?) oder Abhängigkeit(von wem und wie?) belegen.“
    Die Einseitigkeit der Berichterstattung der MZ dürfte wohl außer Frage stehen – zur „Parteilichkeit“ siehe #318164. Die Auflistung von SfK könnte beliebig und endlos erweitert werden. Ich erinnere an eine Ausgabe der MZ in April 2012, in der die damalige Regierung gleich selbst die Artikel geschrieben hat (Minister Webel natürlich mit glühendem Bekenntnis für die A 143 -unter Bezugnahme auf damals schon uralte Planzahlen) – eine Sternstunde des Journalismus! Welche (Meinungs-)Macht die MZ als einzig relvante regionale Tageszeitung hat, ist ja schon an einigen der Kommentare hier im Forum zu sehen.
    Und gerade weil ich ein Anhänger des von Ihnen erwähnten Demokratieprinzips und der Mehrheitsentscheidung bin, liegt mir nicht nur die Meinungsfreiheit (auch die von Minderheiten), sondern auch die Pressefreiheit sehr am Herzen. Nach meinem Verständnis kommt der Presse im System der Gewaltenteilung als so genannte 4. Gewalt die Aufgabe der Information und kritischen Berichterstattung gerade deswegen zu, damit die Mehrheitsentscheidungen von informierten, sachlich abwägenden Bürgern getroffen werden (können). Und das ist hier schlicht nicht der Fall, wie nicht zuletzt der Kommentar #318181 zeigt, zu dem sonst nicht viel zu schreiben ist.
    Und wenn tatsächlich mal alle Argumente in vergleichbarer Quantität und Qualität berichtet würden, wenn tatsächlich mal tradierte Erwartungen kritisch hinterfragt würden, wenn die Nachteile mal nicht mit dem hinkenden Vergleich von „ein paar geschützte Arten, die keiner kennt“ gegen „vom Durchgangs(!)verkehr geplagte Hallenser kleingeschrieben würden, dann sähe es mit der von Ihnen dargestellten Mehrheit mglw. schnell anders aus.

    In diesem Sinne kann man sich dann auch mal fragen, mit welchen Gründen sich einzelne Unternehmen der ganzseitigen (!) Anzeige der IHK angeschlossen haben. In Erinnerung ist mir z. B. das Unternehmen Kathi. Nichts gegen dieses alteingesessene hallesche Unternehmen. Aber warum gerade Kathi ein Interesse am Ausbau der A 143 haben soll, erschließt sich nun wirklich nicht ganz, hat es doch einen Autobahnzugang (und demnächst die Osttangente) direkt vor dem Werkstor.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Albrecht Wetzig.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Albrecht Wetzig.
    #318246

    Es ist immer interessant, wie Durchsetzer eigener Interessen mit Worten jonglieren können. Es ist kein neues, aber ein deutschlandweites Phänomen. Da trotzt es nur so von angeblichen Gesetzesverstößen und Vorwürfen, dass die Demokratie mit Füßen getreten wird. Ich glaube aber, dass Wortjongleuere keine Ohren mehr finden, die ihnen zuhören. Ihre Art hat sich so vermehrt, dass sie nicht beachtet wird.

    #318247

    ganzseitigen (!) Anzeige der IHK

    Man kann sich auch die Frage stellen, mit welchem Mandat die IHK überhaupt solche einseitigen Stellungnahmen abgibt. Zumindest die Salzmünder Kaolinwerke, die wohl gut zahlendes Zwangsmitglied der IHK sein dürften, werden sich hier nicht vertreten fühlen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  hei-wu.
    #318249

    Es wird nicht jeder mit seinen Interessen vertreten. Wäre es so, gäbe es 60 Millionen Parteien. Nachlesen: Demokratie und Mehrheit.

    #318253

    Nachlesen: Demokratie / Minderheitsinteressen / Verhältnismäßigkeit

    #318256

    Nachlesen: MZ von heute und gestern. 2 x derselbe Leserbrief Pro A 143?

    #318257

    Salzmünder Kaolinwerke? Die Beiträge zur IHK werden nach den Unternehmensumsätzen errechnet, soviel ich noch weiß. Aber wieviele Mitarbeiter beschäftigt denn das Rumpf-Restunternehmen überhaupt noch in Salzmünde?
    Und ich denke schon, daß solche Anzeige nicht eine Einzelninitiative war.

    Industrieansiedlung: ja gewiss, viele hätten gern eine wirkliche Industrie hier gehabt. Nun pendeln die facharbeiter aber eben ins nahe Ausland oder nach Magdeburg/Bördekreis. weil dort Regierungsgeld vergraben wurde. So sieht Regierungslobbyarbeit aus.
    Universität: Eine Musikfakultät wurde in Magdeburg abgebaut, und in Halle angesiedelt, um sie dann nach zwei Jahren schnell abwickeln zu können. In MD wäre das wohl nicht geschehen…

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