Startseite Foren Halle (Saale) Abriss vom Künstlerhaus 188

  • Dieses Thema hat 450 Antworten und 60 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 5 Jahre, 8 Monaten von Anonym.
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  • #69132

    @hei-wu
    Weil sie sich haben vom Kopfhörer ablenken und zudröhnen lassen oder sonstwie nicht bei der Sache Straßenverkehr waren?
    Kein wirkliches Argument…

    #69135

    Schuld ist nur die heutige Stessgesellschaft, immer mehr, immer besser, immer weiter, immer schneller…
    Da werden Millionen verschleudert, damit die Funkenkutsche 3 (DREI!!!) Minuten eher am Bahnhof ist, einfach lächerlich. Wenn dann Reisende ankommen und mit ihrem Hackenporsche fast auf die Fresse fallen, weil sie nach dem Blechwurm hetzen könnte ich mich schlapplachen.
    Als ich diese Dinger noch benutzte und mir fuhr eine vor der Nase davon, habe ich mir gemütlich eine Zigarett angesteckt und auf die nächste gewartet, ganz entspannt.

    #69149

    Du würdest natürlich warten mit Instandsetzung, bis alles marod ist und der Schlamm beim Rüberfahren hochpumpt… Ganz großes Kino mit besonderer Logik…

    #69151

    Wenn schon 2 Stadträte der CDU ihren Alternativvorschlag zum Erhalt des Künstlerhauses in Form einer eingleisigen Verkehsführung zurückgezogen haben und die Künstler sich schon mit einem Umzug in die „Neue Residenz“ abgefunden haben, dann ist ein weiteres Festhalten am Künstlerhaus reine Zeitverschwendung und einem Baubeginn in dem nächsten Jahr sehr hinderlich.

    #69165

    Es geht um die Belange des Denkmalschutz, nicht um das Wohlbefinden der Künstler.

    #69168

    Dann könnte man das ja auch verschieben… ist ja sogar mit Kirchen so gemacht worden… nur eben um dem Denkmalschutz genüge zu tun… aber was macht man mit solch vergammeltem Denkmal?

    #69217

    @Hei-wu,
    du brauchst mir nicht erklären, dass es hier „noch“ um den Denkmalschutz geht.
    Während es zu DDR-Zeiten noch um den Erhalt ging (siehe Arkadenlösung und Freiziehung der gegenüberliegenden abbruchreifen Häuserzeile), hat man nach der Wende den Kampf um das Denkmal schon lange durch Unterlassung aufgegeben. Nunmehr ist es zu spät, zumal man erst im letzten Jahr wieder aufwachte, als für die gegenüberliegende Ruine (Umsonstladen) eine Baugenehmigung teilt worden war und man versäumt hatte, dieses Gebäude billig zu erwerben!
    Auch bei der Versteigerung. des umkämpften Eckgebäudes an der Torstraße hatte man versagt.

    #69219

    Schienen drunter und verschieben, wenn es denn sowichtig sein sollte. Hinter dem haus ist doch noch Platz…

    #69226

    Abriß ist doch viel billiger!!!

    #69227

    @schulze
    Du kennst das „188“ nicht, oder? Hinter dem Haus gehts fünf Meter in die Tiefe, dahinter stehen Wohnhäuser. Mit Verschieben ist da nichts.

    Richtig ist, dass das Haus miserabel bewirtschaft wurde, es ist schlecht ausgelastet und wenn etwas dort stattfindet, wird es nicht angenommen. Zu Ausstellungseröffnungen, die übrigens in der ehemaligen Schulturnhalle, die auch zum Gebäude gehört, stattfinden, kommen teilweise 200 Besucher. Danach kaum jemand.

    Dass die Einrichtung für die Stadt ein Ballast ist, ist seit Jahren klar, insofern verschwand sie auch schon bei Sz. aus dem (direkten) Haushalt.

    Denkmal hin oder her, geht mal rein. Was soll man damit anfangen? Ich bin auch gegen den Abriss, habe aber keine Idee, was man mit dem Objekt machen könnte.
    Wie glücklich oder unglücklich die wenigen ansässigen Künstler sind, kann ich nicht beurteilen, @wolli , für die Vereinsbüros gibt es in Halle aber jede Menge Möglichkeiten……

    #69277

    @kenno: alles lassen, wie es ist, ist noch billiger.

    #69290

    Noch billiger wäre es, auf diesem Teilstück dann den Verkehr ganz einzustellen, die Straßenbeleuchtung abzuschalten und mit ein paar Jersey-Elementen die Straße ganz zu sperren… kostet nur die Miete für die Elemente… aber nach Kostenabwägung könnte man die dann auch noch kaufen…

    #69291

    @Hei-wu,
    ja, aber das würde bedeuten, den Kopf in den Sand stecken und die Fördermittel aus dem Stadtbahnprogramm 2020 wären fort!

    #69412

    Kenno, du lebst gern in einer sozialistischen Planstadt, die nur auf größtmögliche Effizienz, nach Zahlen und Statistiken ausgerichtet ist, oder? Scheiß’ auf Ästhetik, scheiß’ auf Lebensqualität!

    Die Randbebauung auf der Ostseite des Bölli abzureißen und damit die Hinterhöfe der anderen Seite des Blocks offenzulegen, ist einfach nur dumm, stadtplanerisch wie auch wohntechnisch. Reine Transportstraßen und Schotterflächen machen eine Stadt nicht schöner. Zugegeben, die Gebäude im jetzigen Zustand sind auch nicht gerade der Inbegriff von Gemütlichkeit, aber man sollte sich eher fragen, woran das liegt und alles dafür tun, dass dort in der Ecke gern Leute wohnen, anstatt genau das Gegenteil zu tun und alles abzureißen, was die Stadt noch halbwegs zur Stadt macht.

    Fördermittel völlig sinnlos auszugeben, nur damit sie nicht verfallen, ist auch dumm. Wenn es Fördermittel gäbe, die Marktkirche und den roten Turm abzureißen, würdest du bestimmt auch sofort dafür sein, oder? Wer braucht schon schöne Gebäude in der Stadt, wenn sie wirtschaftlich nicht effizient sind?

    Ich verstehe nicht, wie man für Abriss statt Sanierung gewachsener Altbausubstanz sein kann? Wem nützt denn mehr Straßenverkehr in der Stadt?

    #69415

    @Kenno, ja. Ich halte ohnehin von Bahnen auf eigener Trasse in engen Innenstädten wenig. Gründe: Behinderung und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer (vor allem auch Radfahrer und Fußgänger).
    Der ökologische Vorteil einer Straßenbahn ist ohnehin strittig. In der CO2-Bilanz schneiden gasbetriebene Busse besser ab.

    #69421

    Ihr könnt mir sonst was vorwerfen bezüglich „sozialistischer Planstadt, Hinterhoffreilegung und so weiter“.
    Ihr müßt mir zugestehen, dass ich neben @Gonzo die Planungen der Erweiterung des nördlichen Böllberger Weges von Anfang an am Besten kenne.
    Deshalb habe ich nur wiedergegeben, was anfangs geplant war.
    So gab es bereits eine Vorplanung, die bis in den Stadtrat gelangte und immer wieder wegen anderer dringender Verkehrvorhaben aus finanziellen Gründen verschoben wurde.
    So hatte @Gonzo schon einmal im Halleforum Schriftverkehr mit der Stadtplanung geführt und die damalige Vorplanung zugeschickt bekommen, wonach der Ausbau des nördlichen Bereiches von der Torstraße bis zur Geseniusstraße auf der östliche und bis zum Hamstertor auf der westlichen Straßenseite erfolgen sollte.
    Nunmehr ist es viel zu spät und den Abriß des Künstlerhauses hat sich die Stadt selber zuzuschrreiben.
    @Hei-wu,
    eben weil sich dort auf dem nördlichen Böllberger Weg alle Verkehrsteilnehmer gegenseitig behindern und dort keine Innenstadt ist, muß eine Entflechtung unbedingt erfolgen.
    Zwar ist dort kein eigener Gleiskörper für die Straßenbahn vorgesehen, sondern eine Flachbordabgrenzung zur Straße und den Gleiskörper dürfen alle Fahrzeuge mit Sondergenehmigung befahren, um nicht im Fahrbahnstau zu stecken.

    #69479

    Hier zeigt sich wieder das Dilemma, in dem diese alte, enge, vom Krieg einigermaßen verschonte Stadt steckt. Eine EU-konforme Straßenbahnlinie will die HAVAG bauen. Auf Kosten des Abbruchs dieses Hauses. Zugunsten der Havag sind schon per Markierung Fahrspuren verengt worden, die in keiner Weise EU-konform sind. Beispiel Bernburger Straße. Mit dem Ergebnis abgefahrener Spiegel und Unfälle (siehe Gr. Steinstraße/Curieplatz, als der LKW von der Bimmel erfasst wurde). Ich sag das so bewusst, da ich mal mit nem Transporter in der gleichen Situation war. Du kommst die Gr. Steinstraße runter, musst rechts Richtung Opernhaus abbiegen, und die Bimmel kommt dir entgegen. Die Straße verengt sich an der Stelle dermaßen; ich hatte echt Mühe und kriegte die Kurve nur, indem ich die Bordsteinkante mitnahm. (Gottlob stand da keine junge Mutti mit Kinderwagen – die BILD hätte da ne Extraausgabe gebracht). Anderes Beispiel Mühlweg rechts in die Burgstraße abbiegen. Schon das Befahren des Mühlweges bei entgegenkommender Straba ist abenteuerlich. Beim Rechtsabbiegen – also dem Verlauf der Vorfahrtsstraße folgend – schneidet dir die Bimmel gnadenlos den Weg ab. Und die Kutscher sind nicht die Feinsten. Die halten stoisch drauf. Aus den genannten Gründen, und dass die HAVAG mal merkt, dass sie nicht schalten und walten kann wie es ihr beliebt, bin ich gegen den Abriss des Künstlerhauses. (Obwohl dieses finstere Gebäude an Hässlichkeit schwer zu überbieten ist. Wie sich hier Kunst entfalten soll, verwehrt sich mir…)

    #69519

    @Kenno: das istz keine „Entflechtung“, wenn ein Verkehrsteilnehmer auf Kosten anderer eine eingebaute Vorfahrt erhält.

    Übrigens scheint hier in Halle die Grünen-Dummdenke der 80er Jahre anzuhalten: „Strassenbahnen sind umweltfreundlich, weil Strom keinen Dreck macht “

    #69521

    Na ja es ist das letzte große Fördermittelprojekt auf absehbare Zeit und da will man unbedingt noch einmal so richtig zuschlagen. Und nicht vergessen, es müssen Fahrzeitverbesserungen erzielt werden sonst gibt es das Geld nicht.

    #69639

    Vollkommen richtig und dann wird auch nichts mit dem Umbau des Steintorplatzes, denn der liegt auf der „Linie 1“.

    #69686

    Ich habe mir heute mal vor Ort die Problemstelle angeschaut.
    Das Haus muß weg, aber nicht wegen der Bahnnotwendigkeit. Es geht nur um EU-Subventionen für die HAVAG. Aber eigentlich braucht die HAVAG vom Verkehrsaufkommen den Abriss nicht.
    Die HAVAG scheint mit Fehlplanungen ja öfters mal falsche Entscheidungen zu treffen.
    In HaNeu war ja die Westverlängerung zum Granauer Berg ein glatter Reinfall. Anschließend haben ja die Städtischen Wohnungsgesellschaften dort fleißig abgerissen und der HAVAG die Kunden verschwinden lassen.

    #69700

    An dem Stadtbahnprogramm hängt ja nicht nur die Linie 1 und der Bölli dran…
    Da hängt auch der kommende Komplettumbau der Großen Steinstraße incl der endlich kommenden Haltestellen für in ihrer Mobilität eingeschränkte Mitmenschen, da hängt die Magdeburger Straße, das Steintor, die Merseburger Straße, der Südstadtring…etc.pp.ja selbst der Verkehrstechnische Umbau des Gimritzer Dammes dran. (losgelöst von der Hochwasserschutzbarriere)

    Investitionsvolumen über 200Mio €, quasi als Nebeneffekt werden viele wichtige Hauptstraßen nicht nur notdürftig geflickt, sondern grundhaft erneuert. Alleine diese Investitionen in die Infrastruktur sind es, die mich den Abriss des Hauses 188 befürworten lassen. Da wurden schon bedeutendere Denkmäler geschliffen und rigoros zerstört für weitaus weniger Nutzeffekt.

    @Mugger, an der von Dir genannten Stelle am Curieplatz passen 2 Straßenbahnzüge mit je 2,30m Wagenkastenbreite problemlos aneinander vorbei. Sollte ein breiteres Fahrzeug von vorn kommen und der Fahrer den Platz nicht als ausreichend einschätzen, dann gilt wie immer neben §1 StVO auch ein weiterer Paragraph, von dem aber viele Fahrzeugführer in Halle anscheinend noch nie was gehört zu haben scheinen. Genau wie vom Paragraph 20, der das Verhalten an Haltestellen regelt…aber wir sind jetzt bei dem besagten anderen Paragraphen. Es handelt sich hierbei um §2 Absatz 3 StVO:

    „(3) Fahrzeuge, die in der Längsrichtung einer Schienenbahn verkehren, müssen diese, soweit möglich, durchfahren lassen.“

    Somit ist die Vorrangregelung im Bereich der Ecke am Curieplatz, wo es den Zusammenstoß zwischen LKW und Bimmel gab, wie auch in der Bernburger Straße, oder im Mühlweg an sich alleine schon aufgrund dieses Paragraphen eindeutig und klar geregelt. Wer eine Bimmel, auch im Gegenverkehr erkennt und sich in Längsrichtung dieser befindet muss diese durchfahren lassen, wenn es ihm möglich ist. Was dann eben auch heißt, vor der Engstelle anhalten muss und das deutlich ehe das Schienenfahrzeug heran ist.

    „Fahrzeugführer…in Längsrichtung einer Schienenbahn… müssen…“ Längsrichtung ist unerheblich von der eigenen Fahrtrichtung, gilt also auch im Gegenverkehr oder bei Kurvenfahrten in gleicher oder entgegengesetzer Richtung im Verlauf der Schienen.

    Am Curieplatz seh ich aber oft genug Bimmelkutscher, die einem LKW oder Kleintransporter der sich schon in der Engstelle befindet, den Platz zum Leben lassen, die nicht auf ihren Vorrang bestehen oder diesen gar erzwingen, wie Du es grad versuchst darzustellen. Die auch mal die die Fahrt rausnehmen, oder gar kurz vor der Engstelle anhalten und warten bis der Andere rausgefahren ist. Seh ich jeden Tag ehrlich gesagt mehrfach.

    Man sieht aber auch immer wieder Fahrzeugführer, die trotz Bahn in Sicht oder gar Bahn schon an der Engstelle, urplötzlich dort Manöver abziehen, die unterirdisch sind. Vom Ausscheren, als fährt man einen Sattelauflieger, weil man mit möglichst viel Geschwindigkeit um die Kurve will, über Linksabbiegen unmittelbar vor der Bahn bis hin zum Augen zu und Durch, die Bahn wird schon anhalten…

    Die Bernburger Straße ist übrigens ein Phanomen für mich,alleine daß man dort Parkspuren eingerichtet hat, ohne auf die Belange des fließenden Verkehrs auf der Straße Rücksicht zu nehmen ist ein Unding. Die Parkplätze hätte man so niemals abmarkieren dürfen, das war ehedem einst ein Teil der Fahrbahn. Dort hat man lediglich vor vielen Jahren im Bereich zwischen Reileck und Mühlweg das Wildparken von einst im Nachgang legalisiert, mit der Folge, daß auf der regulären Fahrspur auf der Straße der Platz recht eng wird. Regulär sinds irgendwas um die 2,50-3m. Mit dem Pkw eigentlich kein Problem weiter, das passt locker, auch wenn etliche PKW Fahrer aus nicht nachvollziehbaren Gründen das Rechtsfahrgebot dort nicht beherzigen und man anscheinend wie auch in der Freiimfelder Straße meint, die Striche auf der Straße sind nur Handlungsempfehlungen. Ich hab einst in der Fahrschule gelernt, Sperrlinien und Sperrflächen mit Betonmauern und Blöcken gedanklich gleichzusetzen…

    Komischerweise passieren dort in der Bernburger, trotz des enormen Konfliktpotentials zwischen Bimmel und Auto in den seltensten Fällen dort Unfälle, obwohl man immer wieder am Reileck Fahrzeugführer erlebt, die mit Kickstart vor die Bahn ziehen und dann auf den aufgebrachten Markierungen fahren bzw stehen im Rückstau der Ampel Mühlweg, mit einem Rad auf der weißen Linie der Sperrfläche.

    Der Mühlweg selber ist für jeden Straßenbahnfahrer sicher eine recht nervenaufreibende Geschichte. So viele Augen, wie man da bräuchte, kann man garnicht haben.
    Alleine was da so an den Einmündungen manchmal Sache ist….Da wird beispielsweise an der Karl Liebknecht Straße nach rechts auf den Mühlweg abgebogen, dabei ausschließlich nach links geguckt, bergauf, ob von oben her was kommt und die Bahn von unten kommend nicht wahrgenommen, rausgezogen und beim Rausziehen fährt man dort ja mit der kleinsten Karre schon mit einem Rad direkt auf die Schienen. Jeden Tag geht da mindestens eine Bahn voll in die Eisen, ich denke mal 90% der Unfälle im Mühlweg passieren auf diese Art und Weise. Da gehören meiner Meinung nach Ampeln in die Querstraßen, die automatisch mit der Signalanlage der Straßenbahn einschalten und die Ausfahrt aus den Querstraßen verbieten, wenn sich da ne Bahn einschaltet in diese eingleisige Strecke.
    Auch würde ich als Verwaltungsbehörde den Mühlweg für Fahrzeuge über 2m Breite bzw mehr als 2t sperren.

    Nun kurz und gut, auch hier im Gegenverkehr gilt §2 Abs 3 STVO.

    Bei Sicht einer Straßenbahn im Gegenverkehr muss der Fahrzeugführer eines Fahrzeuges welches nicht passieren kann, an geeigneter Stelle, beispielsweise einer Querstraße, Platz machen. Selbst wenn die Bahn noch 100m entfernt ist.

    Gleiches gilt auch bei dem Befahren der Kurve unten an der Diakonie. Die Bimmel ist spurgeführt, die schneidet nicht den Weg ab, richtig ist, daß die Kurve eines Kraftfahrzeuges in den seltensten Fällen gleich dem Radius der gebauten Kurve ist, weil es eben nicht spurgeführt ist. Aber auch hier gilt §2 Abs 3 StVO.

    Alle Deine Beispiele sind für mich im Übrigen eine auf die eigene Nase fixierte Sicht aus der Perspektive des Lenkrades, mit dem Wunsch verbunden unbedingt erster sein zu wollen. Die Gesetzeslage ist eindeutig, in jedem dieser Fälle ist das Kraftfahrzeug dem Schienenfahrzeug nachrangig.

    Aber versetz Dich zur Abwechslung einfach mal gedanklich in den Fahrerstand einer Bimmel 40m lang, 60t-80 schwer und mit mehreren hundert Menschen im Zug…die Kutscher halten bestimmt nicht drauf…So einer hätte auch bei der HAVAG sicher eine kurze Halbwertszeit. So einer würde nicht mal ansatzweise die alle 3 Jahre fällige Tauglichkeitsuntersuchung überstehen.

    Das Schienenfahrzeug ist nun mal ein völlig anderes Konzept, das hat Streichholzgroße Auflageflächen Rad-Schiene. Eisen auf Eisen. Nimm mal Besteck und reib es gegeneinander, dann merkst Du wie hemmend Eisen auf Eisen bremst. Das Schienenfahrzeug hat einfach völlig andere Gewichte und Bremswege. Ungefähr das Drei bis vierfache eines Gummibereiften Fahrzeuges beträgt letzterer. Bei optimalen Schienenbedingungen wohlgemerkt.
    Aktuell ist im Herbst für die Fahrer von Straßenbahnen das Ganze eher mit Glatteis vergleichbar, durch das Laub,Nebel und eventuell auch Nieselregen, was nun alles gleichzeitig auf die Schienen fällt, heißt es eher „Ski und Rodel gut“, weil diese Schienen nunmehr eher mit einer Schicht aus Schmiere überzogen sind.
    Aktuell schätze ich, daß an bestimmten Stellen im Stadtgebiet eine Straßenbahn pro gefahrenem Km/h rund 2m reinen Bremsweg braucht.

    Einfach mal noch auf der letzten Rille vorbeiziehen um 20m vor der Bahn abzubiegen oder auf die Schienen bzw ins Lichtraumprofil der Bahn zu fahren und stehen zu bleiben…nun das reicht schlicht und ergreifend nicht Die Physik lässt sich nicht überlisten. Dann bimmelts und krachts. Bimmeln tuts übrigens automatisch, wenn die Bahn eine Vollbremsung macht.

    Eine Vollbremsung um jeden Preis? Sicher auch nicht. In bestimmten Fällen sogar die schlechtere Wahl für den Fahrer des Schienenfahrzeuges. Beispielsweise wenn eine Bahn richtig gut besetzt ist, und etliche Fahrgäste stehen.
    Dann ist dieser Straßenbahnfahrer bei der Güterabwägung verpflichtet das geringstmögliche Schadensereignis zu wählen, auf der einen Seite die mögliche erhebliche Verletzungsgefahr stehender Fahrgäste durch Sturz im Fahrzeug oder der zu erwartende Blechschaden an einem Kraftfahrzeug bei einer Kollision.
    Die Güterabwägung sollte aber in jedem Fall immer zugunsten der körperlichen Unversehrtheit fallen und ist Sache von Sekundenbruchteilen. Mit entsprechender Fehlertoleranz in beide Richtungen ,Faktor Mensch eben. Denn der sitzt da auch tagtäglich hochkonzentriert an seinem Arbeitsplatz und versucht so gut wie möglich seinen Job zu machen und ja, wie in jedem Job auch, gibts ausgezeichnete Meister, aber auch mieserable Gesellen…

    @murphy
    Fehlplanung kann ich dort in HA-Neu ehrlich gesagt nicht erkennen. Als das dort geplant wurde, war das Viertel voller und der Abriss dort stand nicht ansatzweise derart im Rahmen der Möglichkeiten. Ursprüngliche Planungen gingen sogar von einer Abstellhalle bzw einem kleinen Betriebshof in Neustadt aus. Auch war ein Ringschluss geplant, sowie eine Verlängerung in Richtung Versorgungsgebiet. Das was dann gebaut wurde ist schon ein abgespecktes Modell gewesen.

    Wo ist die Westverlängerung zum Granauer Berg heute ein Reinfall? Auch wenn da aktuell nicht ständig so viele Mitmenschen fahren, man erreicht aber dort beispielsweise den Heidesee mit der Bimmel (der ist dann keine 400m entfernt), dazu wird dort ein Pflegeheim angebunden, dessen Bewohner dadurch recht mobil werden und auch die Anwohner des Viertels kommen dort besser weg. Ich kann schon einen Sinn gerade in diesem Ast erkennen. Die andere Seite, am Göttinger Bogen dagegen ist in meinen Augen fragwürdiger.
    Man muss auch in den Randzonen Leistungen anbieten, das ist attraktiver Nahverkehr. Auch die Strecken zu bedinenen, die rein vom Betriebswirtschaftlichen spitzen Bleistift her eher unattraktiv sind. Rosinen können alle picken…

    #69705

    Der ökologische und gesellschftluche Nutzen von Stadtbahnen bleibt mir trotz deiner ellenlangen Ausführung fragwürdig.

    #69707

    Knetterwilly, auf deinen Rundumschlag kann und will ich nicht in gleicher Ausführlichkeit antworten.
    Aber Deine Kenntnis über den westlichen Teil der Straßenbahn in HaNeu ist nicht gerade fundiert.
    Gehe mal vor Ort und schaue nach den Massen, die zum Heidesee pilgern. Das ein Pflegeheim zur Begründung einer Linie ausreicht, wäre auch seltsam. Da freut sich schon eher ALDI über die Bahnanbindung.
    Aber ich sollte mich nicht beschweren. Eine Garagenanlage mit eigener Haltestelle dürfte es so oft nicht in Deutschland geben.
    Statt der geplanten Remise ist übrigens lediglich ein hübsch kaschiertes Toilettenhäuschen für die Fahrer entstanden.

    #69719

    Anonym

    @heiwu Ich drehe den Spieß mal um. Du schreibst wiederholt sehr abfällig über Straßenbahnen. 80er Jahre Denken und dumm sei das.
    Warum legst du nicht dein Expertenwissen dar, belegst deine Thesen und forderst nicht nur von Anderen.

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