Startseite Foren Halle (Saale) Abfallentsorgung in unserer Stadt

  • Dieses Thema hat 5 Antworten und 6 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 4 Wochen von hallefan.
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  • #419098

    Es gibt wohl kaum ein Thema, das mich in der Gesamtproblematik so aufregt.
    Wir alle sind Menschen, die erzogen und gebildet wurden und halten uns selbst auch für solche. H a l t e n schrieb ich.
    Weiter- wenn ich mich als für gut erzogen und gebildet halte, muss ich mich doch auch so V E R H A L T E N. Das ist meine Logik.

    Ich kann es nicht zählen, wie oft man mich durch Broschüren, Sendungen in Funk und Fernsehen, Artikel in Zeitungen usw. aufgeklärt hat,wie wichtig es ist, richtig mit „Abfall“ umzugehen
    und warum überhaupt.

    Meine Kinderjahre waren durch Krieg und Nachkriegszeit und damit verbundene schlechte Versorgung geprägt. Gegenüber anderen waren wir am Riebeckplatz neben der Goldenen Kugel, dem Hotel, total ausgebombt und verfügten nur über das Allernotwendigste. War etwas „übrig“z.B. vom Essen, wurden Reste zum Abendbrot oder am nächsten Tag noch gegessen, teilweise in anderer Form, aus 3 übrig gebliebenen Salzkartoffeln wurden Bratkartoffeln, ein zusätzlicher „Gang“ beim Menue für ein Familienmitglied. Ebenso verhielt es sich bei Textilien, war etwas schadhaft geworden, wurde aus dem noch nicht so sehr in Anspruch genommenen Teilen etwas Neues. Glücklich, wer da schneidern konnte. Sachen, aus denen man als Kind nur einfach „rausgewachsen“ war, wurden verlängert, der Saum herausgelassen oder etwas angesetzt. Schuhe 2urden weitergegeben. In Halle gab es Tauschzentralen für Schuhe.
    Die Notlage ließ uns so handeln. Es wurde jedenfalls viel weniger entsorgt.
    Asche aus den Öfen wurde in Eimern in die Müllkübel geschüttet mit der notwenigen Langsamkeit, um nicht selbst mit Asche bedeckt zu werden, anderer Abfall auch, vieles wurde verbrannt an Papier und Pappe, sparte es doch Kohlen. Ein warmes Zimmer war ein LUXUS.
    Küchenabfälle, wie Kartoffelschalen und Gemüseabfälle, wurden zu Hausbewohnern oder sogar über die Straße gebracht zu Leuten, die den Platz hatten, Kaninchen zu halten und die hatten dann genügend Futter.
    Entsorge ich heute meine Abfälle, habe ich den Eindruck, mit Analphabeten zusammen on einem Haus zu wohnen. Meine Körpergröße gestattet mir immer einen Blick in den Behälter, in den ich entsorge (gelb, blau, grau, braun). Im grauen erblicke ich gro0e durchsichtige Beutel und sehe ihren Inhalt: Plastebehälter, leere Fischbüchen und so weiter und unverpackt eine Weihnachtsbaumbeleuchtung, eine Mikrowelle, eine vollständige Deckenlampe, einen Staubsauger, fast neue Kochtöpfe aus Edelstahl und leere Flaschen von Sekt bis Mineralwasser……….. Spricht man einen an, der, wie man sieht, S O entsorgt, erhiuelt ich einmal zur Antwort: „Ich arbeite, so viel Zeit habe ich nicht.“

    Und ich schimpfe mich gedanklich „blöde Kuh“, dass ich einen kaputten Staubsauger und alle pfandfreien Gläser und Flaschen zu Fuß 1 Straßénbahnhaltestelle weit schleppe bis zur Containerentsorgung, weil das Fahren mit der Bahn wieder zu weit ich und ich bis zum Erreichen der Container nur ein bisschen weniger weit ist, jedoch über 2 Übergänge mit Ampeln führt.

    Bei der Reinigung von Pfannen mit viel Fettresten, nehme ich Küchenpapier zum Aufnehmen, entsorge das in „grau“, die Nachricht vom Fettberg in London im Hinterkopf, den ich vor Jahren las. Eigentlich gehört das zum Schadstoffmobel, nicht wahr? Eine schon einmal angeschaffte Fritteuse wurde abgeschafft, aber ich glaube nicht, dass alle Fritteusenbesitzer ihr olles Öl zum Schadstoffmobil bringen….Oder?
    Ich kenne/kannte auch Leute, bei denen Essenreste im Klo landen…

    Gelesen/ gehört/ gesehen habe ich, dass andere Städte dem Gesamtproblem mit Hilfe von Abfall-Kontrolleuren zu Leibe rücken.
    Einfach wäre, wenn die Müllfahrer ( Daumen hoch für die Mitarbeiter, die diese Arbeit verrichten!! Es sind die wichtigsten Mitarbeiter der ganzen Stadt für meine Begriffe!) einen Blick in die Tonne werfen und für den Fall offensichtlichen Fehlverhaltens die Tonne nicht leeren….Aber nein, sie dürfen die Tonne vorher nicht öffnen, sagen sie, nur beim Entleeren. Oder die Hausmeister sollten ab und zu einmal ein Auge in die Tonnen der Gebäude werffen, um dann Maßnahmen ( Hausversammlung o. ä., persönliche Belehrung) einzuleiten.

    Woher kommt nur die zivile Ungehorsamkeit, woher die Unverfrorenheit, Maßnahmen, Anweisungen einfach zu ignorieren? Ich denke, ist dies das Gefühl von Freiheit, wie sie den Freiheitsbegriff verstehen, die Demokratie, wo nach ihren Vorstellungen jeder tun und lassen kann, was er will.
    Das betriift jetzt nicht nur die Abfallwirtschaft, sondern auch das Verhalten im Straßenverkehr, die Benutzung der Straßen so, wie es vorgesehen ist, die Inanspruchnahme von Parkplätzen, wo es einfach verboren ist, sich dort mit dem Auto hinzustellen, wo eine Feuerwehrzufahrt freigehalten werden muss und, uznd, und…
    Das gefällt mir alles NICHT.

    Wie sich die Stadt/ Abfallwirtschaft lt. MZ vom 2. 12. 2021
    „Weniger Müll und mehr Kindenservice ( und darunter kleiner gedruckt) Stadt legt neues Abfallkonzept vor“ vorstellt, davon habe ich keine Kenntnis. Von Veränderungen habe ich seither NICHTs vernommen.

    • Dieses Thema wurde geändert vor 1 Monat von Elfriede.
    • Dieses Thema wurde geändert vor 1 Monat von Elfriede. Grund: 2 Buchstaben entfernt
    #419111

    Kenne ich, 10 jahre nach Kriegsende im Osten geboren, auch nicht anders. Aber vielen unserer jüngeren Zeitgenossen geht es wohl zu gut. Ich denke an die leidigen Mitbewohner, denen das Trennen in Gelb, Blau und Schwarz zu aufwendig ist, die sich aber eklatant darüber echauffieren müssen, wenn die Restmüllcontainer mal wieder überlaufen. „Keine Zeit dafür“ oder „wir haben dazu nicht den Platz“, obwohl in jeder besseren Küche unter dem Spülbecken dafür Raum vorhanden wäre… Und dann gibt es solche Unverbesserlichen, die die Müllentsorgung auf ihre schulpflichtigen Kinder abwälzen, die allerdings die Schwenkdeckelcontainer nicht öffnen können und stattdessn „einfach“ die Drecksäcke neben den Behälter entsorgen müssen; es gibt ja noch die blöden Alten, die das dann fein verräumen…

    So genug gemeckert… SchönAbend…

    PS. Von wgens hausmeister: die gibt es hier schon seit 30 jahren nicht mehr… ist doch billiger, wenn die alten Genossenschafter das machen…
    Der Dank des Vaterlandes…

    #419112

    Es fehlen eben Abfall-Blockwart und ABV.

    #419113

    Interessantes Problem, aber kein halletypisches.
    Unsere (arbeitsteilige) Gesellschaft lebt nach dem Motto „Lass die Profis machen!“ Autoreifen selbst wechseln? Macht die Werkstatt. Pizza selbst backen? Lass ich mir liefern. Und so weiter….
    Die Entsorger müssen begreifen, dass sie in diesem Falle die Profis sind. Ne Extra-Tonne für Papier ist ok, aber alles andere in eine Tonne. Die Technologie der maschinellen Mülltrennung gibt es schon lange.
    Insofern landet meine leere Weinflasche in der schwarzen Tonne.

    #419114

    Insofern landet meine leere Weinflasche in der schwarzen Tonne.

    Bei der ganzen Sortiererei kommt man als Naturwissenschaftler kaum mit. Und wenn man dann noch eine leichte rot/grün-Schwäche hat, hilft nur eins: den freundlichen Kundendienstler in der Hordorfer Straße bitten, bei der Sortiererei zwischen hellbraun, grünbraun und blaustichigem Bocksbeutel mitzuhelfen.

    Habe dort diesbezüglich fast nur gute Erfahrungen gemacht, einfach mal die Helfer dort ansprechen…und von Hei-Wu grüßen.

    #419295

    Muß ich hei-wu bestätigen, die in der Hordorfer sind ech freundlich.

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