Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat heute in Magdeburg vier Verdienstorden an eine Bürgerin und drei Bürger überreicht. Verliehen wurden die Orden von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Haseloff hob die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für das Funktionieren des demokratischen Gemeinwesens hervor: „Die heute zu Ehrenden haben sich um unser Gemeinwesen in hervorragender Weise verdient gemacht. So unterschiedlich ihre Biographien und ihre Tätigkeitsfelder auch sind, eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie setzen sich freiwillig für das Wohl unseres Landes und ihrer Mitmenschen ein. Sie übernehmen Verantwortung und engagieren sich. Sie leisten mehr, als sie müssten. Von dieser Arbeit hat das Gemeinwohl einen bleibenden Nutzen.“
Geehrt wurden:
Prof. Dr. Andreas Marneros,
Bonn, Verdienstkreuz am Bande
Der 75-jährige langjährige Leiter der Universitätsklinik und
Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der
Martin-Luther-Universität Halle wurde für seine Verdienste um die
Modernisierung der Klinik und um die Entwicklung einer
gemeindenahen Psychiatrie geehrt. Gemeinsam mit jungen Fachkräften
entwickelte er mit der Begegnungsstätte „Labyrinth“ ein
außerklinisches Konzept, das zu einer Säule der ambulanten
sozialpsychiatrischen Unterstützung kranker Menschen geworden ist.
Hierfür warb er Fördergelder ein und unterstützte die Einrichtung
selbst mit hohem persönlichen Engagement. Er initiierte eine
konzeptionelle und strukturelle Kooperation zwischen seiner Klinik
und dem Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Halle. „Es ist Ihnen
ausgezeichnet gelungen, Wissenschaft und gelebte Praxis zu
verknüpfen. Das betrifft beispielsweise Ihren Einsatz für psychisch
kranke Menschen, die im häuslichen Umfeld leben“, würdigte Haseloff
das Wirken von Marneros.
Dr. Bernd Bendix, Bad Schmiedeberg OT Söllichau,
Verdienstkreuz am Bande
Der 76-jährige frühere
Sachgebietsleiter des Landeszentrums Wald wurde für sein
langjähriges Engagement im Bereich der forstgeschichtlichen
Forschung und Lehre ausgezeichnet. Besondere Verdienste erwarb er
sich mit der Herausgabe der Reprint-Reihe „Forstliche
Klassiker“.
Im Rahmen seiner Beschäftigung mit der Geschichte der Forst- und
Jagdwirtschaft in der Dübener Heide entstand das vom
Mitteldeutschen Verlag herausgegebene Buch „Geschichte des
Staatlichen Forstamtes Tornau von den Anfängen bis 1949“. Er
initiierte verschiedene heimatgeschichtliche Vorhaben in seiner
Region, wie beispielsweise Spendenaktionen für Epitaphe in seinem
Wohnort Söllichau. „Ihr Engagement ist höchst hilfreich in einer
Zeit, in der der Wald einer besonderen Zuwendung bedarf. Die
immensen Waldschäden der vergangenen Jahre schärfen unser
Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes“, wandte sich Haseloff an
Bendix.
Anita Rost, Oberharz am Brocken OT Elbingerode,
Verdienstmedaille
Die 76-jährige pensionierte Krankenschwester wurde für ihr herausragendes Engagement für das Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode sowie in der Flüchtlings- und Afrika-Hilfe ausgezeichnet. Als Oberin des Mutterhauses war sie auch Mitgeschäftsführerin der Diakonie-Krankenhaus GmbH. Besondere Verdienste hat sie sich um den Erhalt des im Bauhausstil errichteten Gebäudekomplexes des Mutterhauses und dessen Einbindung in das Bauhausjubiläum 2019 erworben. „Auch aufgrund der von Ihnen geleisteten Öffentlichkeitsarbeit ist das Kleinod in Elbingerode zu einem Anziehungspunkt geworden“, richtete sich Haseloff an Rost. In den letzten Jahren unterstützte die Geehrte immer wieder nach Deutschland geflüchtete Menschen. Sie ist Vorstandsmitglied des Vereins „Ostafrika-Projekt“ und setzt sich dort ehrenamtlich für die Hilfe von Suchtgefährdeten in mehreren Ländern ein.
Ulrich Simons, Osterwieck, Verdienstmedaille
Der 79-jährige frühere Leiter des Heimatmuseums Osterwieck wurde
für sein herausragendes kommunalpolitisches Engagement geehrt. Von
1990 bis 1992 war er hauptamtlicher Stadtdirektor von Osterwieck.
1994 wurde er erstmals zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Stadt
Osterwieck gewählt. Nach der Gründung der Einheitsgemeinde
Osterwieck wurde er 2010 ehrenamtlicher Ortsbürgermeister des
Ortsteils Osterwieck. Dieses Amt übte er bis 2019 aus. Darüber
hinaus engagierte er sich auch als Mitglied des Stadtrates und des
Kreistages, dem er von 1994 bis 2006 angehörte. Seit 1990 hat er
wesentlich zur positiven Entwicklung Osterwiecks beigetragen. Im
Zusammenhang mit seinem kommunalpolitischen Engagement hat er in
weiteren Bereichen ehrenamtlich gewirkt, so als Gründungsmitglied
des Wasser-/Abwasserverbandes Ilsetal, als Verfechter des
städtebaulichen Denkmalschutzes sowie bei der Restauration des
Sommerbades Osterwieck. „Sie haben seit 1990 wesentlich zur
positiven Entwicklung Osterwiecks beigetragen. Ein zentrales Thema
war für Sie im Hinblick auf die Generationengerechtigkeit stets
eine ausgewogene Kommunalfinanzierung“, wandte sich Haseloff an
Simons.