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Deutlicher Anstieg bei Insolvenzen in Sachsen-Anhalt – Verbraucher besonders betroffen


Im ersten Quartal 2025 ist die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren in Sachsen-Anhalt spürbar gestiegen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden von Januar bis März 856 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt – das sind rund 20 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (708 Fälle).

Der Anstieg geht vor allem auf die Zunahme bei Verbraucherinsolvenzen sowie auf einen leichten Anstieg bei Unternehmensinsolvenzen zurück. So meldeten die Amtsgerichte 85 Unternehmensinsolvenzen – ein Plus von 15 Fällen bzw. 21,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2024. Besonders stark fiel jedoch der Anstieg bei Verbraucherinsolvenzen aus: Mit 625 Verfahren lag ihre Zahl um 20,7 Prozent über dem Vorjahr (518 Fälle).

Damit machen Verbraucherinsolvenzen mit 73 Prozent weiterhin den Großteil aller gemeldeten Verfahren aus. Statistisch bedeutet dies: Auf jeweils 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Sachsen-Anhalt kamen 2,9 Verbraucherinsolvenzen.

Innerhalb des Landes zeigen sich dabei deutliche regionale Unterschiede:
Am stärksten betroffen war die Landeshauptstadt Magdeburg, wo 96 Verbraucherinsolvenzen gemeldet wurden – gegenüber 54 im Vorjahresquartal. Das entspricht einer Insolvenzhäufigkeit von 4,0 Verfahren pro 10.000 Einwohner.

Am anderen Ende der Skala steht Dessau-Roßlau: Dort sank die Zahl der Verfahren sogar um 30 Prozent, auf nur noch 0,9 Verfahren pro 10.000 Einwohner. Auch in den Landkreisen Börde und Harz gingen die Verbraucherinsolvenzen zurück – hier um 22 bzw. 17,2 Prozent.

Die aktuellen Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Haushalte in Sachsen-Anhalt. Besonders die Großstadtbevölkerung scheint stärker unter finanziellen Belastungen zu leiden – eine Entwicklung, die nachdenklich stimmt und politische wie soziale Aufmerksamkeit verlangt.

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