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Pilotprojekt nicht nur für Krisenzeiten: Land finanziert Digitalisierung der Museumsschätze. Wie steht es aber um das Nutzungsrecht?

Land finanziert Digitalisierung der Museumsschätze:  wie öffentlich wird unser kulturelles Erbe damit tatsächlich?

Fast 1,6 Mio EUR fördert das Land Sachsen-Anhalt in den nächsten 2 Jahren den Einstieg in die Digitalisierung des archäologischen Erbes. Kulturminister Rainer Robra und Landesarchäologe Prof. Harald Meller unterzeichneten am 24.Mai eine entsprechende Vereinbarung. Mit dem Digitalisierungsprojekt sollen nicht nur die vielfältigen Bestände erfasst und gesichert werden, sondern auch Daten schnell und effizient der Öffentlichkeit zugänglich werden.

In einem ersten Teilprojekt wird der Hauptkatalog mit seinen Daten zum archäologischen Fundgut digital erfasst, ergänzt und verständlich beschrieben. Über 150.000 Karteikarten gilt es aufzubereiten. Diese Daten können dann über jeden PC-Arbeitsplatz aufgerufen werden. Weltweit, theoretisch, das ist der Ansatz.

Ehrgeizig ist ein zweites Teilprojekt angelegt. In ihm sollen Fundstücke einzeln erfasst und mit einem individuellen Fingerabdruck versehen werden. Prägegleiche Münzen können so z.B. anhand charakteristischer Spuren wie Kratzer individuell unterschieden werden.

Frage nach Urheberrecht noch unbeantwortet

Über die Details solcher Offenheit scheinen sich die Akteure der Konferenz dann doch nicht abgesprochen zu haben. „Wie ist das mit dem Urheberrecht, fragt ein Vertreter der lokalen Print-Medien. Dürfen wir dann so einfach das, was Sie ins Netz stellen, auch veröffentlichen ?“
Die Vertreter des Landes scheinen auf diese Frage sichtlich unvorbereitet. Während Robra auf das Informationsfreiheitsgesetz verweist, sagt Meller, er sei froh, dass die Himmelsscheibe von seinem Amt urheberrechtlich geschützt sei: Damit können weder Nazis sie als angebliches „Ahnenerbe“ mißbrauchen, oder Brauereien sie als Motiv für Bierdeckel nutzen. Über Näheres müsse man halt noch reden, erklärten die Vertreter des Landes.

Ulf Dräger, Leiter des staatlichen Münzkabinetts Sachsen Anhalt, mit Sitz in der Moritzburg, frohlockt dagegen uneingeschränkt:  „das ist endlich die Demokratisierung unseres kulturellen Erbes“

Digitalisiert werden soll weiterhin in einem dritten Teilprojekt der umfangreiche Bestand an Fotos von Boden-, Bau- und Kunstdenkmalen. Gerade Sachsen-Anhalt ist besonders reich an Fundstätten. Es ist richtig, gerade hier das „Digital Heritage“ aufzubauen.

Der „Geldsegen“ stammt aus der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen. Insgesamt kann das Land Sachsen-Anhalt fast 5,6 Mio EUR für Digitalisierungsprojekte verwenden.

H.J. Ferenz

(mit Ergänzung durch Red)