Zahl der Auspendler in Sachsen-Anhalt auf höchstem Stand seit 7 Jahren

10. März 2015 | Wirtschaft | 3 Kommentare

Immer noch pendeln viele Menschen aus Sachsen-Anhalt zum Arbeiten in andere Bundesländer. Nach Angaben der Landesarbeitsagentur arbeiteten im vergangenen Jahr rund 138.000 Sachsen-Anhalter in einem anderen Bundesland. Das sind 2.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Auspendler erreichte den höchsten Stand seit 2008.

Gestiegen ist auch die Zahl der Einpendler. Im letzten Jahr arbeiten 59.900 Frauen und Männer in Sachsen-Anhalt, wohnten jedoch in einem Bundesland. Die Zahl der Einpendler ist im Jahresvergleich um knapp 1.000 angewachsen. Das Pendlersaldo driftet in Sachsen-Anhalt weiter auseinander, weil wesentlich mehr Menschen auspendeln.

Weniger Wochenendpendler
Dennoch hat sich das Pendlerverhalten in den letzten Jahren spürbar und positiv für Sachsen-Anhalt verändert. Und dies auch wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung in Mitteldeutschland. So ist die Zahl der Wochenendpendler in entfernte Bundesländer in den letzten fünf Jahren spürbar gesunken. Nach Bayern etwa pendeln aktuell 8.000 Frauen und Männer, knapp 1.400 weniger als vor fünf Jahren. Auch in Nordrhein-Westfalen arbeiten weniger Sachsen-Anhalter. Pendelten vor fünf Jahren noch 9.900 Beschäftigte, sind es nun über 800 weniger.
„Das Pendelverhalten in nahezu alle Regionen außerhalb des Tagespendelbereichs geht seit einigen Jahren zurück“ sagt Kay Senius, Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt. Das sei auch eine Folge des Beschäftigungsaufbaus in Sachsen-Anhalt. Viele Fachkräfte fänden mittlerweile in der Heimat einen Job. Zwar zahlen einheimische Unternehmen noch immer weniger. „In der Abwägung zwischen den finanziellen Aufwendungen für das Pendeln gleicht sich das meist aus“ so Senius.

Mehr Tagespendler
Gestiegen ist der Pendlerstrom in die angrenzenden Wirtschaftsräume. Ins benachbarte Sachsen fahren mittlerweile 32.800 Frauen und Männer, 3.800 mehr als vor fünf Jahren. Auch nach Thüringen und Brandenburg pendeln mehr Sachsen-Anhalter. Niedersachsen ist mit 41.800 Beschäftigten weiterhin das häufigste Ziel. Die hohe Zahl der Pendler in Nachbarländer erklärt Senius mit regionalen Wirtschaftsstrukturen und guter Infrastruktur. So böten die Wirtschaftsräume Leipzig/Halle und die Automotive-Standorte in Niedersachen attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten. Zudem sind diese Regionen heute schnell und bequem erreichbar. „Das erleichtert die Mobilitätsbereitschaft der Menschen“ sagt Senius. Das wirkt sich auch positiv auf Sachsen-Anhalt aus. „Die Wirtschaftsräume erschließen sich ihre Arbeitskräfte im regionalen Umfeld. Landesgrenzen spielen da eben keine Rolle“ schlussfolgert Senius.

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