Wohnpark Paulusviertel: Stadt erteilt Genehmigung – Anwohnerklage?

2. September 2013 | Wirtschaft | 3 Kommentare

Das umstrittene neue Wohngebiet „Wohnpark Paulusviertel“ darf gebaut werden. Die Stadtverwaltung hat dafür am Dienstag die Baugenehmigung erteilt.

Rechtsgrundlage für die Beurteilung der planungsrechtlichen Zulässigkeit sei § 34 des Baugesetzbuches. Danach füge sich das Vorhaben hinsichtlich der beantragten Nutzungsarten und auch hinsichtlich seines Bauvolumens, insbesondere auch durch die gestaffelten Gebäudehöhen, in die Eigenart des Paulusviertels ein. Umfassend geprüft wurden auch die denkmalrechtlichen und naturschutzrechtlichen Belange.

Die Firma Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung (HGWS), ein Gemeinschaftsunternehmen des städtischen Vermieters HWG und der Baufirma Papenburg, will insgesamt 20 Millionen Euro in das Projekt investieren. Neben der Sanierung von Regierungspräsidium und Villa ist auch ein Neubau vorgesehen. Die Ursprungsplanung hatte abgespeckt werden müssen, nachdem es aus Richtung Stadtverwaltung Signale gab, dass diese nicht genehmigungsfähig sein. Zuvor waren Proteste von Anwohnerseite laut georden.

Nun sollen noch 113 Wohnungen (vormals 130) auf einer vermietbaren Fläche von 10.400 Quadratmetern (vormals 12.000) entstehen. Auch die Zahl der Stellplätze wurde reduziert. Der Grünflächenanteil steigt von aktuell 13 auf dann 48 Prozent. Die Gesellschaft selbst sieht wegen derr nun erfolgten Verkleinerung das Gesamtprojekt am unteren Rand der Wirtschaftlichkeit. Die Gesamtrentabilität sei um 25 Prozent reduziert.

Unklar ist noch, ob Anwohner, die im Internet und auf Papier mehr als 5.000 Unterschriften gesammelt haben, gegen das Projekt vorgehen. Ob es zu einer Klage kommt soll erst entschieden werden, wenn der Bürgerinitiative die Baugenehmigung vorliegt. Sie kritisieren die Dichte der Bebauung sowie die Höhe. Forderungen gab es, stattdessen hier einen Park einzurichten.

Mit der nun erteilten Genehmigung kann die HGWS nun mit den bauvorbereitenden Maßnahmen offiziell beginnen. Die waren illegalerweise schon einmal im Frühjahr gestartet worden, mussten weniger später – als es Beschwerden darüber bei der Stadt gab – wieder eingestellt werden. Losgehen soll es zunächst im Oktober mit archäologischen Untersuchungen.

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