Wohngebiet Heideschlösschen: Verein fordert Stopp der Planungen

1. November 2013 | Wirtschaft | 2 Kommentare

55 Wohnungen will die Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien
Halle-Neustadt mbH (GWG) in Halle-Dölau bauen. Nicht nur bei Anwohnern regt sich Kritik. Auch beim Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA).

Die GWG wolle auf dem Gelände des früheren Ausflugslokals „Heideschlösschen“ „eine Trabantensiedlung bestehend aus viergeschossigen Mehrfamilienhäusern“ bauen, schimpft AHA-Sprecher Andreas Liste. Er fordert von Oberbürgermeister Bernd Wiegand, dem Stadtrat und der GWG einen sofortigen Planungsstopp. Eine derartige Bebauung stelle einen massiven Eingriff in die Struktur des historischen Ortskerns dar. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung in Halle seien zusätzliche Wohnungen nicht nötig, zumal der Abriss in Halle-Neustadt – dem Hauptgebiet der GWG – weiter geht. Allein Halle-Neustadt habe zwischen 1990 und 2007 fast 40.000 Einwohner verloren, viele Wohnungen stehen leer.

Mit einer Bebauung sei zudem der Bestand des 1870 errichteten Heideschlösschens in Gefahr, meint Liste. Allerdings: die Abrissarbeiten sind schon erfolgt. Doch der AHA sieht auch Gefahren für den ortsprägenden Altbaumbestand sowie den Hechtgraben. „Bezüglich des Hechtgrabens sowie der angrenzenden Restaue hat der AHA immer wieder gefordert dem ca. 5 km langem Fließgewässer mehr Raum zurückzugeben, um somit Überflutungsflächen und Entwicklungsraum für eine naturnahere Entwicklung von Fauna und Flora zu ermöglichen“, so Liste. Darauf würden auch Studien der Martin-Luther-Universtät und des Planungsbüros TRIOPS aus den neunziger Jahren verweisen. Anwohner hatten kürzlich bei einer Bürgerversammlung den Zustand des Hechtgrabens kritisiert. Bereits jetzt sei der Graben überlastet, merkten sie an, immer wieder komme es zu Überspülungen.

Der Hechtgraben habe laut AHA als Biotop- und Grünverbund sowie Kalt- und Frischluftbahn zwischen Dölauer Heide und Saaleaue eine große Bedeutung. Gefordert habe man auch, eine Umbauung der Dölauer Heide nicht zuzulassen, „um sie nicht noch weiter ihrer ökologisch notwendigen landschaftlichen und räumlichen Verbindungen zum Umland zu berauben“, so Liste. „Für den AHA tun sich massive Parallelen zu der vorerst vom Verwaltungsgericht Halle gestoppten Bebauung des Paulusparks auf.“

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