Wohlfühlwohnen für Wissenschaftler am Weinberg Campus

28. Oktober 2013 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Wenn internationale Forscher nach Halle kommen, dann müssen auch die Bedingungen für sie stimmen. Mit dem Weinberg Campus sind die hochkarätigen Forschungseinrichtungen vorhanden. Nun gibt es für sie auch die passenden Wohnungen.

Der städtische Vermieter GWG hat am Weinberg Campus in den ehemaligen Villen der Heilanstalt neue Wohngebäude eingerichtet. Sechs Millionen Euro wurden investiert. Mit der symbolischen Pflanzung eines Baums wurde der Komplex am Montag eingeweiht. 42 komplett ausgestattete Wohnungen sind in den drei Altbauten sowie zwei ergänzenden Neubauten entstanden. Vor allem internationale Forscher, die meist nur wenige Monate in Halle leben, sollen hier einziehen. Die Wissenschaftseinrichtungen am Weinberg Campus hatten in der Vergangenheit bereits das Fehlen solcher Angebote bemängelt, was im Werben um internationale Spitzenkräfte von Nachteil sei.

Das Architekturbüro Thomas Irmscher hatte die Pläne für die Sanierung der drei Villen erarbeitet. Auch zwei ergänzende Neubauten sind entstanden. Als „sehr spannend“ bezeichnete Irmscher das Projekt. Es sei eine Herausforderung gewesen, ein funktionierendes Boardinghaus zu erarbeiten. Alle Gebäude sind durch Glasgänge miteinander verbunden. Die mittlere der drei Villen dient entsprechend dieses Konzeptes als Empfangsgebäude mit halböffentlichen Aufenthaltsbereichen. Hier wie in den weiteren vier Gebäudeteilen befinden sich auf zwei Etagen insgesamt 42 voll möblierte Appartements. Die Ein- bzw. Zweiraum-Appartements sind 28 m² bis 51 m² groß, verfügen über ein eigenes Bad und eine voll ausgestattete Küchenzeile mit Besteck, Geschirr sowie Mikrowelle, Kühlschrank und Kochbereich. Auch Telefon- und Internetzugang gehören zum Angebot. Eingebaut wurde in das Schranksystem ein Fernseher, der auch drehbar ist und damit die Möglichkeit bietet, vom Bett oder von der Küche aus Fernsehen zu gucken. Daneben verfügen die Wohnungen auch über einen Schreibtisch. Ein Appartement wurde DIN-gerecht barrierefrei hergestellt, vier weitere weitestgehend barrierearm. Einen Schlüssel brauchen die neuen Bewohner nicht. Der Zugang erfolg, wie aus dem Hotel gewohnt, mit einer Chipkarte.

Auf dem Gelände der ehemaligen Heilanstalt Nietleben, vormals Königlich-Preußische Provinzial-Irrenanstalt, wurde das heutige Technologie- und Gründerzentrum TGZ angesiedelt. Inmitten dieses neu gebauten Technologieparks befinden sich noch aus der Zeit der Heilanstalt drei Gebäude, im sogenannten Schweizerhausstil von 1887-1894 errichtete Villen mit den Nummern 207, 210 und 211 sowie Nebengebäude. In diesen Gebäuden waren zur Zeit der Heilanstalt Patienten untergebracht. Ab 1935 wurden sie in den Neubau der Heeres- und Luftnachrichtenschule integriert und während der Besatzungszeit von der Roten Armee genutzt. Seit dem Abzug der Truppen im Jahr 1991 stehen die drei Villen leer und verfielen stetig.

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