Wirtschaftswachstum: Halle unter dem Durchschnitt Sachsen-Anhalts

18. September 2013 | Wirtschaft | 2 Kommentare

Seit dem Jahr 2000 konnte Sachsen-Anhalt ein nominales Wirtschaftswachstum (gemessen an der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes ohne Preisbereinigung) von 22 Prozent erreichen. Das entsprach einem Anstieg von 9,3 Mrd. EUR.

Dazu trugen die elf Landkreise mit einem Plus von 7,0 Mrd. EUR stärker bei als die drei kreisfreien Städte des Landes mit 2,3 Mrd. EUR. Das ergaben aktuelle Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem auch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt angehört. Erstmals nach der Revision 2011 liegen jetzt revidierte Ergebnisse für die kreisfreien Städte und Landkreise Sachsen-Anhalts ab dem Jahr 2000 vor, die eine regional differenzierte Betrachtung der Wirtschaftsentwicklung für den Zeitraum der Jahre 2000 bis 2011 ermöglicht.

Am stärksten fiel das Wirtschaftswachstum seit der Jahrtausendwende im Bördelandkreis aus. Der Zuwachs lag mit einem Plus von 40 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von 3,0 auf 4,1 Mrd. EUR. Positive Impulse für diesen Anstieg kamen vom Verarbeitenden Gewerbe, das in den Jahren 2001, 2005, 2007 und 2008 hohe Zuwächse erzielte.
Der Saalekreis konnte sich mit der zweithöchsten prozentualen Wirtschaftsentwicklung im Land (+ 31 %) behaupten. Das BIP stieg in den 11 Jahren seit der Jahrtausendwende um 1,3 Mrd. EUR, davon kamen allein 0,6 Mrd. EUR aus dem Verarbeitenden Gewerbe und 0,2 Mrd. EUR aus der Energieversorgung.
Ebenfalls kräftige Zuwächse wurden für den Altmarkkreis Salzwedel, den Salzlandkreis und den Landkreis Wittenberg errechnet.

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld wies mit 10 Prozent das geringste Wirtschaftswachstum seit 2000 aus. Bis zum Jahr 2008 konnte sich der Landkreis wirtschaftlich gut behaupten und erbrachte mit 4,3 Mrd. EUR das fünfthöchste BIP im Land Sachsen-Anhalt. Von der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 war der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit einem Einbruch von 42 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe am stärksten in Sachsen-Anhalt betroffen und konnte auch vom wirtschaftlichen Aufschwung in den Jahren 2010 und 2011 nicht profitieren. Seit 2008 ging das BIP um 838 Mill. EUR zurück.
Auch die kreisfreie Stadt Halle (Saale), die Landkreise Harz, Mansfeld-Südharz, der Burgenlandkreis, das Jerichower Land und der Landkreis Stendal blieben hinter der Landesentwicklung Sachsen-Anhalts zurück.

Die stärkste Wirtschaftskraft in Sachsen-Anhalt bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen war seit dem Jahr 2000 unverändert der Saalekreis. Im Jahr 2011 erwirtschaftete hier jeder Erwerbstätige durchschnittlich 64 627 EUR, das waren 16 205 EUR mehr als elf Jahre zuvor. Die zweit- und drittstärksten Wirtschaftsregionen des Landes sind die Börde und der Burgenlandkreis mit 57 736 bzw. 53 496 EUR je Erwerbstätigen. Der Zuwachs betrug in diesen beiden Landkreisen 16 139 bzw.13 045 EUR seit 2000.
Einen kräftigen Anstieg der Wirtschaftskraft konnte der Landkreis Wittenberg mit 14 490 EUR verbuchen. Er entwickelte sich zum viertstärksten Landkreis Sachsen-Anhalts.
Die Regionen mit dem geringsten BIP je Erwerbstätigen sind die kreisfreien Städte Halle (Saale) und Dessau-Roßlau sowie der Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

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