Vorerst Baustopp: Verwaltungsgericht bremst Wohnpark Paulusviertel aus

31. Oktober 2013 | Wirtschaft | 5 Kommentare

Etappensieg für die Anwohner des Regierungspräsidiums im Paulusviertel. Das Verwaltungsgericht Halle gab am Mittwoch einem Eilantrag gegen die Baugenehmigung statt.

Die Entscheidung habe bis zu einem regulären Gerichtsverfahren aufschiebende Wirkung, sagte Baudezernent Uwe Stäglin gegenüber HalleSpektrum.de. Das ziehe zunächst einen Stopp im Verfahren nach sich, die von der Stadt erteilte Baugenehmigung liegt vorerst auf Eis. Unter anderem gaben die Richter dem Widerspruch des Bürgers im Bereich Denkmalschutz statt. So habe das Bauvorhaben mit seiner Höhe Auswirkungen auf die benachbarte denkmalgeschützte Bebauung in der Robert-Blum-Straße. Doch auch das Gebot der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme sehen die Richter möglicherweise nicht gegeben, unter anderem in Bezug darauf, welchen Verkehr das Neubauprojekt nach sich zieht. Jetzt muss der Bauherr in einem Gutachten nachweisen, dass sich das Großprojekt nicht negativ auf die Verkehrsbelastung und die Parkplatzsituation niederschlägt. Einzig der Forderung nach der Aufstellung eines Bebauungsplans gaben die Richter nicht recht.

Die Firma Hallesche Gesellschaft für Wohnen und Stadtentwicklung (HGWS), ein Gemeinschaftsunternehmen des städtischen Vermieters HWG und der Baufirma Papenburg, will insgesamt 20 Millionen Euro in das Projekt investieren. Neben der Sanierung von Regierungspräsidium und Villa ist auch ein Neubau vorgesehen. Die Ursprungsplanung war nach Anwohnerprotesten abgespeckt worden. Nun sollen noch 113 Wohnungen (vormals 130) auf einer vermietbaren Fläche von 10.400 Quadratmetern (vormals 12.000) entstehen. Auch die Zahl der Stellplätze wurde reduziert. Der Grünflächenanteil steigt von aktuell 13 auf dann 48 Prozent. Die Gesellschaft selbst sieht wegen der nun erfolgten Verkleinerung das Gesamtprojekt am unteren Rand der Wirtschaftlichkeit. Für die Nachbarn immer noch zu monströs.

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