Verkäufer in Halle streiken für mehr Geld

29. August 2013 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Beim Einkaufen könnte es am heutigen Donnerstag länger an der Kasse dauern. Grund: die Verkäuferinnen bei Edeka, Kaufland und real,- streiken für mehr Geld. Am Vormittag gab es dazu eine Protestkundgebung durch die hallesche Innenstadt vom Leipziger Turm über Franckeplatz, Hallmarkt und Würfelwiese.

„Wir wollen eine deutliche Steigerung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen. Eine gleichzeitige Verschlechterungen im Manteltarifvertrag lehnen wir ab“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago. „Auf das erpresserische Vorgehen der Arbeitgeber werden wir nicht eingehen. Einkommenserhöhungen nur wenn gleichzeitig die Arbeitszeit flexibler wird, Zuschläge gestrichen werden und eine Niedriglohngruppe eingeführt wird, das lehnen wir ab. Das ist, als sollten die Beschäftigten eine Einkommenserhöhung selber bezahlen.“

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hatten die Arbeitgeber die 3. Verhandlungsrunde am 24. Juli nach 10 Minuten abgebrochen, auch in anderen Bundesländern gibt es keine Bewegung aber für die 2. Septemberhälfte neue Verhandlungstermine. ver.di fordert rückwirkend zum 1. Juni 2013 für 265.000 Beschäftigte im Einzel- und Versandhandel Mitteldeutschland eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 1 € pro Stunde, die Ausbildungsvergütungen sollen um 90 € im Monat steigen. Derzeit verdient eine Verkäuferin nach 7 Jahren 13,43 € pro Stunde. Bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 2.216,- € pro Monat. Das Einstiegsgehalt einer ungelernten Beschäftigten beträgt 9,21 € pro Stunde, bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 1.520,- € pro Monat. Die Mehrheit der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit und liegt z. B. bei einem 90-Stunden-Vertrag im Monat trotz Tarifgehalt nur knapp über der Armutsgrenze. Der Einzelhandel ist laut ver.di die Branche mit den meisten Aufstockern.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben