Unternehmen im Süden Sachsen-Anhalts finden weniger geeignete Azubis

13. Januar 2015 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Der Ausbildungsmarkt im südlichen Sachsen-Anhalt verzeichnet im Jahr 2014 einen Rückgang der besetzten Ausbildungsplätze. Mit 3.919 Ausbildungsplätzen ging die Zahl der Neueintragungen bei der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) zum 31. Dezember 2014 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent zurück. Das sind 210 Ausbildungsplätze weniger als im Jahr 2013.

Gründe für den erneuten Rückgang sieht Dr. Simone Danek, IHK-Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung, im demografischen Wandel sowie in der mangelnden Ausbildungsreife der jungen Menschen. Gleichzeitig ist eine erhöhte Studierneigung der Schulabgänger zu beobachten, die in Konkurrenz zur dualen Berufsausbildung steht. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze ging vergleichsweise leicht um drei Prozent auf 3.518 Plätze zurück. Bei den geförderten außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen dagegen ist ein Rückgang um ein Fünftel auf 401 Plätze zu verzeichnen.

„Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist nach wie vor hoch. Sie kämpfen darum, jede offene Ausbildungsstelle zu besetzen“, so Danek weiter. Insgesamt 241 Ausbildungsbetriebe bildeten 2014 erstmalig aus und schufen damit 449 neue Ausbildungsplätze, um ihren eigenen Fachkräftebedarf zu sichern. Doch für die Unternehmen sei es nicht leichter geworden, geeignete Auszubildende zu finden. Oftmals erfülle ein Teil der Jugendlichen nicht die nötigen Anforderungen für eine Lehrstelle. In diesem Fall hat das Unternehmen die Möglichkeit, dem Jugendlichen ein Unternehmenspraktikum in Form der Einstiegsqualifizierung (EQ) anzubieten. Laut IHK wurden 2014 insgesamt 240 neue EQ- und EQ-Plus-Plätze bei den Unternehmen eingeworben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 53 Prozent. Das Angebot der Einstiegsqualifizierung bietet sowohl Ausbildungsunternehmen als auch potentiellen Auszubildenden die Möglichkeit, sich kennenzulernen und die fehlende Ausbildungsreife aufzuarbeiten. Die meisten Jugendlichen schließen an eine Einstiegsqualifizierung eine reguläre Ausbildung in dem Unternehmen an.

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