Tag der Elektromobilität: Star Park wird zur Teststrecke

5. Juli 2014 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Noch sind die Fahrzeuge teuer und fressen zudem konventionellen Strom aus der Steckdose, der durchaus auch Anteile von Atomenergie und Kohlekraftwerken enthält. Doch Experten bescheinigen der Elektromobilität eine Zukunft. Deshalb standen am Samstag Fortbewegungsmöglichkeiten mit Strom im Mittelpunkt.
elektrobus
Im Star Park in Halle-Queis an der A14 fand der 3. Tag der Elektromobilität statt. Interessierte konnten sich hier die neuesten Elektroautos anschauen und sogar Probefahrten unternehmen. Auch Touren mit Segways waren möglich. Zudem wurden die neuesten eBike-Mobelle vorgestellt. Highlight war ein „Fahrrad“, dass Dank Motorenunterstützung bis zu 45 km/h schnell werden kann. Deshalb braucht es auch eine Mopedzulassung. Auch ein Elektro-Stadtbus von Solaris wurde vorgestellt. Der ist zum einen deutlich leiser als seine Diesel-Kontrahenten, stößt an Haltestellen und Ampeln keine stinkenden Abgase aus und dürfte Fahrgäste außerdem durch ein angenehmeres Fahrverhalten statt Ruckeln beeindrucken. Studenten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg stellten außerdem ihre Forschungen zur Elektromobilität vor.

Hauptthema des Tages war das gemeinsame Forschungsprojekt „Grüne Mobilitätskette“ von Partnern aus Sachsen-Anhalt und Thüringen. Inhalt ist die engere Verknüpfung von verschiedenen Verkehrsmitteln. Nutzern soll ermöglicht werden, die jeweiligen Stärken von Elektroauto, Bus und Bahn einfacher zu kombinieren. Durch die Einbindung der Elektromobilität in die „Mobilitätskette“ soll der Verkehr in Mitteldeutschland komfortabler, energieeffizienter und umweltfreundlicher werden.

Dr. Veit Steinle, Abteilungsleiter Grundsatzangelegenheiten im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das das länderübergreifende Projekt „Grüne Mobilitätskette“ seitens des Bundes zu 58 Prozent fördert, begrüßte die geplante Einbindung der Elektromobilität in das bestehende mitteldeutsche Mobilitätsangebot. Insgesamt unterstützt das BMVI das Projekt „Grüne Mobilitätskette“ im Rahmen des Programms „Modellregionen“ mit 2,44 Millionen Euro.

Über das Forschungsprojekt hinaus unterstrich Lutz Irmer, Leiter der Abteilung Verkehr im Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, die Notwendigkeit, auch weiterhin die Kräfte länderübergreifend erfolgreich zu bündeln, um den Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland zukunftsfähig zu gestalten. Eine zusätzliche Chance für den mitteldeutschen Raum sei es, wenn Fernverkehrsverbindungen über die Ende 2015 fertiggestellte ICE-Neubaustrecke, die die Städte Erfurt und Halle künftig mit einer Reisezeit von etwa 35 Minuten verbinden wird, durch vernetzte elektromobile Angebote des ÖPNV und des Individualverkehrs ergänzt werden.

Im Rahmen des Aktionstages erhielten die Stadtwerke zudem Fördermittel für neue Elektrofahrzeuge sowie 17 Ladestationen. Infos dazu lesen Sie hier.

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