Streiks bei Amazon in Leipzig gehen weiter

28. Oktober 2014 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Die Streiks bei Amazon in Leipzig gehen weiter. Am Dienstagvormittag tauchte eine Drohne vor dem Amazon-Lager auf. Doch wurde nicht das erste „Luftpaket“ für die Kunden ausgeliefert, die Drohne brachte den heiß umkämpften Versandhandelstarifvertrag für die Beschäftigten.

„Mit dieser symbolischen Aktion unterstreichen wir unsere Forderung nach einem Tarifvertrag. Tarifverträge sind hochmodern und bieten Lösungen für die neuen Herausforderungen, wie zum Beispiel für eine familienfreundliche und gesundheitsfördernde Arbeitszeitgestaltung“, so ver.di-Streikleiter Thomas Schneider. Seit Montagmorgen wird bei Amazon in Leipzig, Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne und Graben gestreikt. Auf jeden Fall soll der Streik auch noch am Mittwoch fortgesetzt werden. Bis Samstag sollen die Proteste dauern.

„Neben, verbindlichen tariflichen Gehältern und Löhnen sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld wollen die Beschäftigten auch tarifliche Regelungen für die Arbeits- und Pausenzeiten. Wege- und Wartezeiten dürfen nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Damit Arbeit nicht krank macht, muss hier etwas getan werden. Die Verweigerungshaltung der Amazon-Manager gegenüber Tarifverträgen ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten und findet weder Verständnis bei den Beschäftigten noch bei Kunden“. So beschreibt Thomas Schneider die Motivation zur Fortsetzung der Streiks.

Amazon ist nicht tarifgebunden. Im letzten Jahr wurde zum ersten Mal ein Weihnachtsgeld in Höhe von 400 € für die Mitarbeiter des Versandzentrums gezahlt. Es gibt kein Urlaubsgeld, außerdem werden Nachtarbeitszuschläge erst ab Mitternacht gezahlt.„Alle Veränderungen in der Bezahlung sind jeweils nach oder kurz vor Streiks gelaufen. Wenn wir auch noch keinen Tarifvertrag haben, so haben die bisherigen Streiks aber schon viel bewegt“.

„Nach dem Tarifabschluss im Versandhandel müsste das Einstiegsgehalt bei Amazon 11,21 € betragen, für die eingearbeiteten Mitarbeiter/Innen fordern wir 11,98 €, das sind die branchenüblichen Löhne“, fast Schneider die Gehaltsforderungen zusammen.

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