Streik bei Amazon in Leipzig geht weiter, Kundgebung am Donnerstag

23. September 2015 | Wirtschaft | 2 Kommentare

Der Streik bei Amazon wird in Leipzig fortgesetzt. Seit Montag haben rund 450 Amazon Beschäftigte in Leipzig die Arbeit niedergelegt. Zeitgleich wurde auch an den Amazonstandorten in Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne, Graben und Koblenz (dort ab Dienstag) gestreikt. In Pforzheim hatten die Beschäftigten Montag und Dienstag, beim DVD-Verleiher und Video-Streaming-Dienst Amazon Prime Instant Video Germany GmbH aus Elmshorn am Montag die Arbeit nieder gelegt. Insgesamt beteiligten sich über 2.100 Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen.

Am Donnerstag findet eine Streikkundgebung vor Amazon Leipzig (Amazonstr. 1) statt. An der Kundgebung werden sich Streikdelegationen aus Bad Hersfeld, Graben und Werne beteiligen.

Sprechen werden neben Beschäftigten aus verschiedenen Standorten auch das wiedergewählte ver.di Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger, verantwortlich für den Handel. Aus den USA nimmt Chris Shelton, Präsident der Communications Workers of America an der Kundgebung teil.

„Mit diesem Streik treten die Beschäftigten erneut für eine faire und tarifliche Bezahlung auf der Grundlage des Tarifvertrages für den Einzel- und Versandhandel ein. Amazon kassierte öffentliche Fördergelder, nutzt die auch mit öffentlichen Geldern finanzierte Infrastruktur und ein gut ausgebautes Internetnetz. Nur so ist Online-Handel überhaupt möglich. Doch den Beschäftigten verweigert Amazon grundlegendste Standards wie faire, tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen“, so ver.di Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago.

„Auf dem Rücken der Beschäftigten verschafft sich Amazon Wettbewerbsvorteile, das ist absolut nicht hinnehmbar und deswegen werden wir nicht nachlassen mit unseren Aktivitäten, Streiks und Aktionen für eine Tarifbindung von Amazon!“

Amazon legt einseitig und willkürlich die Arbeitsbedingungen unterhalb des branchenüblichen Tarifvertrages fest, zahlt kein Urlaubsgeld, nur ein minimales Weihnachtsgeld. Das Unternehmen lehnt kategorisch die Aufnahme von Tarifverhandlungen mit ver.di ab.

Nach dem Tarifabschluss für den Einzel- und Versandhandel beträgt das Einstiegsgehalt für Beschäftigte 11,49 €, für eingearbeitete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Versandzentrum wären es 12,28 €. Das sind die branchenüblichen Löhne. Zusätzlich gibt es Urlaubs- und Weihnachtsgeld in Höhe eines halben Monatslohns. Da besteht noch eine erhebliche Lücke zu dem was Amazon zahlt. Das wollen wir verändern“, so Lauenroth-Mago

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