Stadtbäcker Halle ist Pleite: Insolvenzantrag gestellt

21. August 2015 | Wirtschaft | 5 Kommentare

Schon seit Monaten stand es um die Bäckereikette „Der Stadtbäcker“ aus Halle (Saale) finanziell nicht gut. Etliche Filialen wurden geschlossen. Nun ist das Unternehmen Pleite. Die Firma hat am Donnerstag beim Amtsgericht Halle Insolvenzantrag gestellt.

Screenshot Homepage

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Das Gericht bestellte Rüdiger Bauch von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Bauch machte sich bereits ein erstes Bild von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. „Vorrangiges Ziel ist es zunächst, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Die Produktion in Zscherben läuft weiter, die Filialen haben unverändert geöffnet. Kein Kunde muss auf frische Backwaren verzichten.“

Von der Insolvenz sind insgesamt 171 Mitarbeiter am Produktions- und Verwaltungssitz in Teutschenthal-Zscherben sowie in den 36 Filialen im Raum Halle, Leipzig, Merseburg, Eisleben und Sangerhausen betroffen. Die Gehälter sollen bis Ende Oktober über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit abgesichert werden. „Mein Ziel ist der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze“, sagt Bauch.

Nach Aussage des Insolvenzverwalters leide das Unternehmen unter allgemeinen Umsatzrückgängen, die das traditionelle Bäckerhandwerk in Deutschland zu verzeichnen hat. „Supermärkte und Discounter haben zuletzt ihr Sortiment an Backwaren sehr stark ausgebaut und bieten die Ware zu Preisen an, die ein regionaler Handwerksbetrieb einfach nicht mitgehen kann. Gleichzeitig sind die Kosten für Mitarbeiter und Rohstoffe deutlich gestiegen“, fasst der vorläufige Insolvenzverwalter die Ursachen des Insolvenzantrages zusammen. „Das führt dazu, dass einige – aber bei weitem nicht alle – Filialen des Stadtbäckers kostendeckend arbeiten können.“

Bauch will die kommenden Wochen nutzen, um sich ein umfassendes Bild der wirtschaftlichen Situation beim Stadtbäcker zu machen und Möglichkeiten für eine Sanierung zu prüfen. Es wird darauf hingewiesen, dass in Deutschland verschiedene andere Backbetriebe unter „Stadtbäcker“ firmieren, diese sind jedoch von dem hiesigen Betrieb rechtlich und wirtschaftlich unabhängig.

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