Sachsen-Anhalt bleibt Schlusslicht bei der Beschäftigung von Schwerbehinderten

5. Mai 2015 | Wirtschaft | Keine Kommentare

In keinem anderen Bundesland werden gemessen an der Gesamtzahl von Beschäftigten weniger Menschen mit Behinderung beschäftigt als in Sachsen-Anhalt. Darüber informiert die Landesarbeitsagentur in Halle (Saale).
schwerbehinderte arbeitsagentur
Im Jahr 2013 waren auf 3,8 Prozent aller der Erhebung zugrunde liegenden Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt Menschen mit Schwerbehinderung tätig. Deutschlandweit liegt die Quote bei 4,7 Prozent. „Da kann Sachsen-Anhalt mehr“ sagte der Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt, Kay Senius.
Insgesamt sind in Sachsen-Anhalt rund 19.400 Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigt. Die Betroffenheit ist dabei keine reine Frage des Alters. Ein Drittel der Beschäftigten ist jünger als 50 Jahre.

Geht man nach Branchen, dann verzeichnet in Sachsen-Anhalt die Öffentliche Verwaltung mit 5,8 Prozent die höchste Beschäftigungsquote. Im Baugewerbe sind mit 2,2 Prozent die wenigsten Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzt. Generell höhere Quoten verzeichnen größere Unternehmen, während kleine Unternehmen anteilig weniger Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen.

„Die Situation von schwerbehinderten Menschen am Arbeitsmarkt verbessert sich kaum“ sagt Senius. Obwohl die Einstellung von Schwerbehinderten mit Lohnzuschüssen von bis zu 75 Prozent gefördert werden kann. Insbesondere private Arbeitgeber nutzten das Potential von Menschen mit Schwerbehinderung viel zu wenig und nähmen lieber die Zahlung der Ausgleichsabgabe in Kauf, statt einen Schwerbehinderten einzustellen. Die wird für Unternehmen fällig, die keine Arbeitsplätze für Schwerbehinderte einrichten.

Weil manche Unternehmen die Einstellung scheuen, sind Menschen mit Behinderung besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. Aktuell leben in Sachsen-Anhalt rund 4.900 arbeitslose Frauen und Männer mit Schwerbehinderung. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr fällt kaum ins Gewicht. „Die Gesamtarbeitslosigkeit ist binnen eines Jahres um knapp acht Prozent gesunken, bei schwerbehinderten Menschen lediglich um 1,5 Prozent. Schwerbehinderte sind von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt weitgehend abgehängt“ betont Senius.

Unterdessen hat der Allgemeine Behindertenverband in Sachsen-Anhalt e.V. den Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste um die Sensibilisierung der Gesellschaft für ein inklusives Leben von Menschen mit Behinderung geehrt. „Senius macht die Situation von Menschen mit Behinderung sichtbar, legt den Finger in die Wunde und regt neue Lösungen an“ sagte Jürgen Hildebrand, Vorsitzender des Behindertenverbands während der heutigen Verleihung des Ehrenpreises.

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