Russland-Ukraine-Konflikt: Sachsen-Anhaltische Exporte leiden

29. Juli 2015 | Wirtschaft | 2 Kommentare

Ein Jahr nach den Sanktionsbeschlüssen liegen die deutschen Exporte 34 Prozent unter Vorjahresniveau. Das unterlegen auch die aktuellen Statistiken der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK). So sind die Ausfuhren aus Sachsen-Anhalt nach Russland von 2012 bis 2014 um 17 Prozent auf 370 Millionen Euro zurückgegangen.

„Auch wenn die Sanktionen nicht Hauptursache für die negative wirtschaftliche Entwicklung in Russland sind, haben sie doch einen großen Anteil am Rückgang der Exporte aus Deutschland“, sagt Birgit Stodtko, IHK-Geschäftsführerin International.

Aufgrund des Vertrauensverlustes infolge des Ukrainekonfliktes, ausbleibender Investitionen und des einbrechenden Ölpreises sanken der Außenwert des Rubels und die Kaufkraft der Bevölkerung dramatisch. Bei Beibehaltung der Sanktionen werde sich dieser Trend 2015 weiter verschärfen. Von den Umsatzrückgängen sind insbesondere der Maschinenbau, elektrische Ausrüstungen, Metallerzeugnisse und Nahrungsgüter betroffen.

„Die seit einem Jahr geltenden Wirtschaftssanktionen hatten bei unseren Unternehmen einen überproportionalen Beratungsbedarf zur Folge. Bestimmte Waren wurden von heute auf morgen bei der Ausfuhr genehmigungspflichtig und unterlagen einem komplizierten Prüfschema. Die Telefone standen nicht still“, so Stodtko weiter. Seit einigen Wochen habe sich die Situation beruhigt. Trotz Sanktionen, Rubelschwäche und schwieriger Zugang zu den Finanzmärkten hielten die meisten Firmen am Russlandgeschäft fest. „Die Unternehmer hoffen auf ein Ende der Sanktionen. Wichtig ist, mit den russischen Partnern im Gespräch zu bleiben und dem russischen Markt die Treue zu halten“, betont Stodtko.

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