Paulusviertel: Jugendamt wird Wohnhaus, Stadträte wollen Grünfläche öffentlich halten

18. Mai 2015 | Wirtschaft | 13 Kommentare

Die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) hat Ärger mit dem nächsten Bauprojekt im Paulusviertel. Der städtische Vermieter will das bisherige Jugendamt in der Schopenhauerstraße kaufen und zu Wohnungen umbauen.
Jugendamt
Diesmal aber kommt der Protest nicht von Nachbarn, sondern Stadträten. Die Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen und MitBürger für Halle / Neues Forum wollen Bedingungen für den Verkauf diktieren. „Die Stadt Halle verkauft die Flächen westlich des derzeitigen Jugendamtes in der Schopenhauer Straße nur unter der Bedingung, dass diese auch weiterhin als öffentlich zugängliche Grünanlage erhalten bleiben“, heißt es im gemeinsamen Antrag. „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel einzuleiten, die betreffenden Flächen als Grünflächen mit Versorgungscharakter festzuschreiben.“

Die beiden Fraktionen wollen mit dem Antrag verhindern, dass die HWG auf die Grünfläche einen Neubau setzt. Dort befindet sich derzeit der Familiengarten, ein einfach gestalteter Spielplatz insbesondere für Kleinkinder. Doch, ähnlich wie beim Regierungspräsidium, will die HWG mit dem Neubau die Sanierung des Altbaus finanzieren.

Vor zwei Wochen hat sich auch die hallesche Stadtspitze in der Beigeordnetenkonferenz mit dem Thema befasst. Dabei ging es aber hauptsächlich um das neue Domizil des Jugendamtes. Statt in dem prachtvollen Gebäude in der Schopenhauerstraße sollen die Mitarbeiter künftig in der Albert-Schweitzer-Straße residieren. Dort will die Stadt über die HWG von der Bundeswehr einen alten Plattenbau erwerben, in dem einst das Kreiswehrersatzamt untergebracht war. 1,6 Millionen Euro soll das Gelände kosten, bis Ende Juni muss der Kaufvertrag unterschrieben werden. Für das Jugendamt will die Stadt 3,5 Millionen Euro haben, die HWG aber nur zwei Millionen Euro zahlen.

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  • #153621

    Die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) hat Ärger mit dem nächsten Bauprojekt im Paulusviertel. Der städtische Vermieter will das bisherige Jugendamt
    [Der komplette Artikel: Paulusviertel: Jugendamt wird Wohnhaus, Stadträte wollen Grünfläche öffentlich halten]

    #153622

    Echt lustig:
    Zitat“Diesmal aber kommt der Protest nicht von Nachbarn, sondern Stadträten. Die Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen und MitBürger für Halle / Neues Forum wollen Bedingungen für den Verkauf diktieren. “
    Also protestieren doch Nachbarn, und wollen dann auch noch diktieren… 😉

    Sicher haben sie, so wie immer, einen Finanzierungsvorschlag.
    Wenn man die HWG melken will, muss man sie schließlich auch wirtschaftlich arbeiten lassen.

    #153625

    Das bisherige Jugendamt wäre ideal für Asylbewerber, ein Park durch Bebauung abgeschirmt für den Aufenthalt im Freien und ein flüchtlingsfreundliches Umfeld.

    #153645

    will die HWG mit dem Neubau die Sanierung des Altbaus finanzieren.

    „sanieren“ ist hier der bewusst (?) falsch gebrauchte begriff, denn es handelt sich um ein bereits saniertes gebäude. gemeint sind die umbau-kosten, aber wer zwingt eigentlich die tolle hawägäh dazu, am laufenden band verwaltungsgebäude in wohngebäude umzubauen? klar, dass dadurch ein höherer finanzieller aufwand entsteht als bei einer reinen sanierung.
    das derzeitige jugendamt wurde 1938/39 von wilhelm jost, der u.a. auch das hallesche stadtbad und das sparkassengebäude in der rathausstr. entworfen hat, als kinderheim konstruiert, z.b. sieht man auf den fluren noch die einbauschränke in den wänden, wo früher die saubere wäsche gelagert wurde.
    zum nachlesen zu jost:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Jost_%28Architekt%29

    #153668

    Zirkadian, wirtschaftliches Handel schreibt die Marktwirtschaft vor, und wenn die Wohnungsgesellschaften weiter die Schulden der Stadt stemmen sollen, so wie auch von Mietbürger und Grünen beschlossen, müssen sie preiswert an vermietbaren Wohnraum kommen.
    Und das Verwaltungshochhaus gibt es auch nicht für umsonst. 😉

    #153673

    Man braucht sich wohl keine Sorgen machen, dass die HWG nicht wirtschaftlich handelt. Überhaupt etwas Verantwortung gegenüber der Stadt an sich wäre aber mehr als wünschenswert.

    #153696

    „Wesentlich sei eine zentrale Lage, die für Familien ohne eigenen Garten auf kurzem Weg erreichbar sei.“ Die kurzen Wege sind nicht zu ändern. Das mit den fehlenden Gärten schon. http://www.sv-gartenfreunde-halle.de/seiten/freieg.htm

    #153730

    Ich mag mich irren… aber soooo öffentlich ist die Grünfläche nun auch wieder nicht. Meines Erachtens ist da ein Zaun und ein Tor drum herum…

    #153735

    Es ist auch mal schön, wenn Kinder auf einer nicht zugeschissenen Grünanlage spielen können. Der Zaun ist in Ordnung, die Tür schon länger geöffnet als (kleinen aber feinen) Spielplatz.

    #153953

    @ Erdgasfahrer:
    Schon vergessen, dass die BI Paulusviertelimmer fand, dass der Familienpark genug Grünfläche als Ausgleich sei dafür, dass der sogenannte Schandfleck, der ehemalige Park hinter dem RP, ruhig zugeklotzt werden kann? Überhaupt vermisse ich, dass die BI Paulusviertel sich für den Erhalt dieser kleinen Grünfläche einsetzt. Ihren Daseinzweck verfehlt sie (die BI Paulusviertel) inzwischen völlig.

    Und SfK: ja, Du hast recht: einfach ein Platz im Grünen zum stromern. Das ist es woran Kinder sich später noch gern erinnern werden. Ob ein Klettergerüst da mithalten kann bezweifle ich.

    #153966

    Die besten Spielplätze sind die, in denen Kinder ungestört spielen können, ohne das Gefühl zu haben, sie werden von den Eltern überwacht. Leider sind die meisten Spielplätze reine „Überwachungsspielplätze“ oder „Sportspielplätze“ mit wenig Möglichkeiten zum Verstecken.

    #153972

    Klar, heute muß man „den Kindern etwas bieten“, zu unserer Zeit war das vielleicht mal ein Buddelkasten, aber mehr noch Sträucher und Gehölze, wo man richtig abenteuern konnte, mit Zelt und klettern…

    Und die besten Abenteuerspielplätze waren öffentliche Parkanlagen und Garagenhöfe… bolzen über die gesamte Länge oder gegen jedes Tor…

    #153973

    Aber wenns dann wieder mal schiefgeht, ein Unfall oder ein Verbrechen geschieht, dann ist das Geschrei groß wegen der Rabeneltern, die nicht auf ihr Kind achtgegeben haben.

    #153974

    Achwas, Hubschraubäreltern gab es damals auch, aber meistens nicht, man war ja unter sich…und für Verletzungen gab es die Poli oder das Katholische … ansonsten wurde das mit Hausmitteln kuriert…

    So verpimpelt war die jugend damals nicht, hatte aber auch ordentliche Tetanusvorsorge…

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