Paulusviertel: Jugendamt wird Wohnhaus, Stadträte wollen Grünfläche öffentlich halten

18. Mai 2015 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) hat Ärger mit dem nächsten Bauprojekt im Paulusviertel. Der städtische Vermieter will das bisherige Jugendamt in der Schopenhauerstraße kaufen und zu Wohnungen umbauen.
Jugendamt
Diesmal aber kommt der Protest nicht von Nachbarn, sondern Stadträten. Die Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen und MitBürger für Halle / Neues Forum wollen Bedingungen für den Verkauf diktieren. „Die Stadt Halle verkauft die Flächen westlich des derzeitigen Jugendamtes in der Schopenhauer Straße nur unter der Bedingung, dass diese auch weiterhin als öffentlich zugängliche Grünanlage erhalten bleiben“, heißt es im gemeinsamen Antrag. „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel einzuleiten, die betreffenden Flächen als Grünflächen mit Versorgungscharakter festzuschreiben.“

Die beiden Fraktionen wollen mit dem Antrag verhindern, dass die HWG auf die Grünfläche einen Neubau setzt. Dort befindet sich derzeit der Familiengarten, ein einfach gestalteter Spielplatz insbesondere für Kleinkinder. Doch, ähnlich wie beim Regierungspräsidium, will die HWG mit dem Neubau die Sanierung des Altbaus finanzieren.

Vor zwei Wochen hat sich auch die hallesche Stadtspitze in der Beigeordnetenkonferenz mit dem Thema befasst. Dabei ging es aber hauptsächlich um das neue Domizil des Jugendamtes. Statt in dem prachtvollen Gebäude in der Schopenhauerstraße sollen die Mitarbeiter künftig in der Albert-Schweitzer-Straße residieren. Dort will die Stadt über die HWG von der Bundeswehr einen alten Plattenbau erwerben, in dem einst das Kreiswehrersatzamt untergebracht war. 1,6 Millionen Euro soll das Gelände kosten, bis Ende Juni muss der Kaufvertrag unterschrieben werden. Für das Jugendamt will die Stadt 3,5 Millionen Euro haben, die HWG aber nur zwei Millionen Euro zahlen.

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