Parteiloser Stadtrat will Bauprojekt in Dölau stoppen

27. März 2014 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Die städtische Wohnungsgesellschaft GWG will in Halle-Dölau ein Neubauprojekt umsetzen. Insgesamt sechs Neubauten mit zusammen 55 Wohnungen sowie eine Tiefgarage sind im Bereich des bereits abgerissenen ehemaligen Heideschlösschens vorgesehen.

HeideschlösschenSeit Monaten regt sich schon Widerstand. 430 Einwohner Dölaus haben Einsprüche gegen das Projekt eingelegt. Der parteilose Stadtrat Olaf Sieber, der vor einigen Monaten aus der Partei „Die Linke“ ausgetreten ist, will das Projekt nun ganz stoppen. In einem Antrag fordert er, die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes aufzuheben und das Aufstellungsverfahren einzustellen. „Es sollte gute politische Sitte sein, diese Bedenken umfassend zu prüfen und zu berücksichtigen“, meint Sieber zu den eingegangenen Einwendungen. „Meines Erachtens und entsprechend meiner Umfrage ist die aktuelle Meinung absolut gegen die Ziele und die Umsetzung des Bebauungsplans gerichtet. Ich habe über hundert Dölauer in den letzten Wochen zu dem Projekt befragt und keinen Unterstützer dieser Art der Bebauung gefunden. Praktisch alle wollen eine ortsübliche Bebauung nach §34 BauGB, wofür kein Bebauungsplan benötigt wird.“

Sieber schlägt stattdessen eine Villenbebauung vor, wie sie schon in der Nachbarschaft vorhanden sind. „Darin könnten, für dringend gesuchte wirklich hochwertige Wohnungen, sicher auskömmlichere Mieten als mit einer engen DDR-Neubau-Adaption erzielt werden.“ Das Gelände bietet laut Sieber zudem Platz für eine großzügige, parkähnliche Anlage und ebenerdige, unversiegelte Stellplätze. „Nur so scheint die Regenwasserproblematik lösbar, denn der gesamte Neubaubereich darf nicht mehr Regenwasser in den abführenden Hechtgraben einführen als das abgerissene, wesentlich weniger Fläche versiegelnde Heideschlösschen“, so Sieber. Denn auch das war eine der Sorgen der Anwohner: dass der Hechtgraben durch die vielen verbauten Flächen beim Bauprojekt der Hechtgraben das Regenwasser nicht mehr aufnehmen kann.

Siebers Hauptgrund für seinen Antrag: „Das Projekt orientiert sich nicht am vorhandenen Ortsbild.“ Zudem würden bestehende Vorgaben zum Brandschutz eine Bebauung in der von der GWG geplanten Form nicht erlauben. Auch seien die Auswirkungen auf den Verkehr nur unzureichend untersucht worden. Im April-Stadtrat soll über Siebers Antrag entschieden werden.

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