Neue Streiks drohen: keine Bewegung bei Tarifverhandlungen im Einzelhandel

19. Juni 2015 | Wirtschaft | Keine Kommentare

In Supermärkten in Sachsen-Anhalt drohen neue Streiks. In der zweiten Verhandlungsrunde für die 265.000 Beschäftigten gab es absolut keine Bewegung. Die Arbeitgeber haben noch einmal ihr Angebot erläutert, das eine Erhöhung der Löhne von 1,5 % zum 1. Juli und 215 Euro für 2016 vorsieht.

„Ein Angebot von 21 Cent Erhöhung für eine Verkäuferin ist eine Zumutung“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Margo. „Völlig inkonsequent sind die Arbeitgeber bei dem Thema Allgemeinverbindlichkeit. Sie beklagen die Tarifflucht von Einzelhandelsunternehmen, wie z.B. aktuell real,-, doch die Tarifverträge allgemeinverbindlich zu erklären, lehnen die Arbeitgeber ab. Dabei wäre dies ein guter Weg, mehr soziale Gerechtigkeit im Einzel- und Versandhandel zu verwirklichen“, so Lauenroth-Mago.

„Das grenzt an Verweigerungshaltung, was die Arbeitgeber heute geboten haben. Selbst Versuche, sich einem Ergebnis in kleinen Schritten zu nähern, wurden abgelehnt. So weigern sich die Arbeitgeber, auch über Möglichkeiten einer stärkeren Erhöhung von unteren Tarifgruppen zu verhandeln. Ich bin sehr enttäuscht von der heutigen Verhandlung“.

„Wir werden in den nächsten Tagen den Verlauf der 2. Verhandlungsrunde in den Betrieben diskutieren und erneut zu Warnstreiks aufrufen“, so die Ankündigung vom Verhandlungsführer.

Ver.di fordert 1 Euro pro Stunde mehr sowie eine Steigerung der Ausbildungsvergütungen um 80 Euro. Alle Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels sollen für allgemeinverbindlich erklärt werden.

Die Fortsetzung der Verhandlungen wurde für den 15. Juli 2015 im Ramada-Hotel Leipzig-Paunsdorf ab 11:00 Uhr vereinbart.

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