MMZ: Stadt geht mit 500.000 Euro in Vorkasse

10. Juli 2013 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Die Stadt Halle (Saale) geht mit 500.000 Euro in Vorleistung, um die gröbsten Schäden am Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) zu beseitigen, um die von Hochwasser nicht betroffenen Etagen wieder nutzbar zu machen.

Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Die Räte stimmten mehrheitlich einer Dringlichkeitsvorlage der Stadtverwaltung zu. Wirtschaftsdezernent Wolfram Neumann rechnet damit, dass man die Gelder später zu 100 Prozent vom Bund zurückbekommt. „Eine hundertprozentige Garantie gibt es nicht.“ Der jetzige Weg ist genau das Gegenteil von dem, was Oberbürgermeister Bernd Wiegand vor zwei Wochen gefordert hat. Damals erklärte er, das Land solle in Vorleistung gehen.

Mit dem Geld soll nun dafür gesorgt werden, dass die oberen Etagen wieder Strom, Telefon, Internet und Klimaanlage bekommen. Die bislang im Keller angebrachten Anlagen wurden beim Hochwasser zerstört und müssen nun erneuert werden. Daneben soll mit dem Geld die Reinigung der Tiefgarage und die Entkernung der ersten Etage bezahlt werden. Dies sei laut Neumann nötig, um die Schimmelgefahr zu beseitigen. Mitte September soll das MMZ schließlich wieder teilweise an den Start gehen. Auf diese Weise sollen 53 der 63 Unternehmen wieder arbeiten können, auch die Universität braucht ihre Räumlichkeiten für das im Oktober beginnende neue Semester.

Doch die jetzigen Arbeiten sind ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn die Gesamtschäden werden auf 20 Millionen Euro geschätzt. Sie waren die Büros von zehn Firmen sowie die Tiefgarage überschwemmt worden. Auch die Kinotonmischung wurde zerstört. Wann mit einer Realisierung zu rechnen ist, ist noch unklar. Neumann geht aber wegen Äußerungen auf Landesebene davon aus, hier schnell eine Lösung zu finden. Zudem war Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler bereits im flutgeschädigten MMZ zu Gast.

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