MMZ noch wochenlang dicht, Vizekanzler zu Besuch

11. Juni 2013 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Das Mitteldeutsche Multimediazentrum MMZ bleibt noch mehrere Wochen geschlossen. Das sagte Geschäftsführer Andreas Nowak am Dienstag anlässlich des Besuchs von Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler. Er geht von mindestens vier bis sechs Wochen aus, weil neue Stromanschlüsse verlegt werden müssen. Bei den beschädigten Etagen dauert es Monate.

Vier Etagen des Gebäudes an der Mansfelder Straße waren durch das Saalewasser geflutet und schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Einrichtung von zehn Firmen wurde komplett zerstört. 50 weitere können derzeit nicht arbeiten, weil im Haus weder Telefon noch Strom funktionieren. Im gesamten Gebäude riecht es nach Diesel, es stammt aus dem beschädigten Notstromaggregat.

„Das war ein KO-Schlag“, so Nowak. So stehe die Kinotonmischung komplett unter Wasser. Eigentlich eines der Herzstücke mit seinem Dolby-Premier-System. Gibt es doch kaum derartige Anlage woanders. Denn gerade seien wieder Verträge für internationale Bild- und Tonproduktionen abgeschlossen worden. Das fällt nun flach, denn die Kinomischung dürfte wohl über Monate nicht laufen. Philipp Rösler streifte durch die zerstörten Räume, überall liegt Schlamm.

„Das ist erschütternd. Vor allem wenn man weiß, dass auch Existenzen dahinter stehen“, so Rösler. Wichtig sei jetzt ganz pragmatische Soforthilfe. „Wenn Schaden nachweisbar ist, und ich glaube das war eindeutig, dann muss es entsprechende Hilfe auch geben.“ Rösler verwies auf ein Bundesprogramm. Direkte Hilfe für das MMZ konnte er freilich nicht zusagen.

Unterdessen machte Geschäftsführer Nowak klar, dass das Deichsystem – entgegen diverser Facebook-Gerüchte – richtig herum aufgebaut war. Es habe seine Arbeit gut getan, sei aber wegen des problematischen Untergrunds gebrochen. Immer wieder hörte man aus Reihen des MMZ und von Stadträten, dass Bundes- und Landeshilfe nötig sein wird, um das MMZ zum laufen zu bringen. Laut Nowak bewegt sich der Schaden im sechsstelligen, wenn nicht gar siebenstelligen Bereich. Wie es ganu weitergeht, ist noch unklar. Donnerstag steht nun erst einmal eine außerordentliche Aufichtsratssitzung an. Außerdem sollen städtische Mittel umgewidmet werden, um die Stromanschlüsse herzurichten.

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