MMZ-Mieter fordern Aufklärung zum Fortgang am Medienstandort

26. Juni 2013 | Wirtschaft | 4 Kommentare

Wie geht es weiter mit dem Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) in Halle (Saale). Seit dem Hochwasser ist das Gebäude gesperrt. Die Stadt hatte sich zwar für einen Erhalt ausgesprochen, doch die Aussagen sind vage.

Deshalb gehen die Mieter jetzt in die Offensive. Zunächst kritisieren sie insbesondere die mangelnde Kommunikation mit den ansässigen Unternehmen im MMZ. Außerdem fordern sie Aufklärung, wann sie ihre Räume nutzen können und wie es überhaupt für den Medienstandort Halle weitergeht. Sie wollen zudem einen fixen Termin, wann das Gebäude wieder genutzt werden kann, welche Einheiten instand gesetzt werden, wann Strom, Internet und Telefon wieder funktionieren. Zudem sollen Aussagen zum künftigen Hochwasserschutz getroffen werden und wie lange noch mit Behinderungen gerechnet werden muss. Auch der Wachschutz soll mit sofortiger Wirkung wieder eingesetzt werden.

Denn die aktuelle Situation ist nicht nur für die unmittelbar von der Flut betroffenen Firmen existenzgefährdend, sondern auch für alle anderen Unternehmen. Auch sie sind wegen der Sperrung evakuiert und arbeiten seit Anfang des Monats in provisorischen Ersatzbüros oder im Homeoffice. Das bringe gestörte Kommunikationskanäle, erschwerten Post- und Kundenempfang, Betriebsbeeinträchtigung, Produktions- und Umsatzausfälle mit sich, heißt es in einer Erklärung der Mieter.

„Als Unternehmen aus der Kreativ- Medien- und IT-Wirtschaft haben wir uns bewusst für einen Firmensitz im MMZ entschieden“, erklärt Mietervertreter Steffen Melzer. „Nicht allein die zentrale Lage, (Miet-)Raum der den Anforderungen der Branche entspricht und die bedarfsgerechte technische Ausstattung bieten beste Voraussetzungen zum erfolgreichen Arbeiten, sondern insbesondere die Netzwerkbildung, Kooperationen und Synergieeffekte im MMZ sind vorteilhafte Bedingungen, um langfristige Unternehmensstrukturen und anhaltende Existenzgründungen zu schaffen“, erklärt Melzer weiter. „Letztere weiche Standortfaktoren erlauben dabei den Zugriff auf kollektive Ressourcen, ohne die Eigenständigkeit und Individualität des Einzelnen zu gefährden. Diesbezüglich bekennen wir uns als Mieter und Unternehmer zum Medienstandort Halle und zum MMZ und haben ein nachdrückliches Interesse an einer schnellstmöglichen Wiederherstellung des Gebäudes.“

Das Hochwasser hatte Schäden von 3,5 Millionen Euro angerichtet. Unter anderem war die Kinotonmischung zerstört worden. In der kommenden Woche wollen die Mieter nun mit Oberbürgermeister Bernd Wiegand ins Gespräch kommen über die Zukunft des Standorts.

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