MMZ in Halle (Saale) bleibt Fass ohne Boden

7. Oktober 2012 | Wirtschaft | 2 Kommentare

Das Mitteldeutsche Multimediazentrum MMZ bleibt ein Kostenrisiko für die Stadt. Im vergangenen Jahr hat das städtische Unternehmen laut Jahresabschluss ein Minus von 5,7 Millionen Euro erwirtschaftet bei einer Bilanz von 9,3 Millionen.

Ein wesentlicher Teil des neuen Lochs ist auf überplanmäßige Abschreibungen zurückzuführen. So ist das markante Gebäude am Saaleufer in der Mansfelder Straße deutlich weniger wert als gedacht. Nachdem die Stadt ein eigenes Verkehrswertgutachten durchgeführt hatte, erfolgte eine Abwertung um ganze 18,2 Millionen Euro. Weil zugleich Sonderposten in Höhe von 13,6 Mio Euro aufgelöst worden sind, fiel das Minus aus diesem Bereich nicht noch höher aus, sondern belastet den Jahresabschluss „nur“ mit 4,6 Mio Euro.

Weil sich aber die Stadt noch immer mit Baufirma und Architekt streitet, wurden 1,1 Millionen Euro in die überführt. Hier geht es noch immer um Mängel bei der Planung, durch die die Betriebskosten explodiert sind. Unter anderem lassen sich Fenster nicht öffnen, weshalb die Klimaanlagen ständig laufen müssen. Auch die großen Flurbereiche sind ein Problem. Jetzt soll ein Sonnenschutzsystem an den Fenstern nachgerüstet werden, damit sich die Räume bei praller Sonne nicht so aufheizen.

Das Gesamtminus wird mit der Kapitalrücklage von 9,8 Millionen Euro verrechnet, die damit auf 4,1 Mio Euro schrumpft.

Seit Jahren schreibt das städtische Unternehmen rote Zahlen, immer wieder musste die Stadt mit Darlehen aushelfen. Die konnte das MMZ nicht mehr zurückzahlen. Um das Unternehmen nicht zu gefährden, wurde vor zwei Jahren sogar ein Darlehen in einen Eigenkapitalzuschuss umgewandelt. Die Geschäftsführung wurde bereits ausgetauscht. Gespannt sein darf man, wie die Räte reagieren. Sie hatten bereits in der Vergangenheit heftige Kritik geübt.

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