Linke weiter gegen Golfplatz am Hufeneisensee

11. September 2012 | Wirtschaft | 5 Kommentare

Die Pläne für den Bau eines Golfplatzes am Hufeisensee in Halle (Saale) schreiten voran. Vom Bergbausanierer LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH) will die Stadt nun das Gelände der ehemaligen Deponie Kanena kaufen, um das Vorhaben voranzutreiben. Mit Schreiben vom 23.03.2012 habe die LMBV bereits ihr Einverständnis zur Überplanung der Deponiefläche gegeben, so die Stadtverwaltung. Der Stadtrat soll Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados nun ermächtigen, den Kaufvertrag abzuschließen.

Im Juli hatte der Stadtrat bereits der Aufstellung eines Bebauungsplans zugestimmt. „Die Vorlage der Stadtverwaltung, die Oberbürgermeisterin der Stadt Halle mit Verhandlungen zur Übernahme der ehemaligen Deponie Kanena zu beauftragen, halten wir für einen grundsätzlich falschen Schritt“, erklärt die Fraktion „Die Linke“. Die ehemalige Deponie sei mit Siedlungs- und Industrieabfällen schwer belastet. „Eine mögliche Übernahme und anschließende Verpachtung des Geländes ist nach unserer Meinung mit kaum kalkulierbaren umwelttechnischen und damit finanziellen Risiken für die Stadt Halle verbunden.“ Im geplanten Vertragskonstrukt der Verpachtung würden diese Risiken zudem bei der Stadt bleiben, die Vorteile der Nutzung würden hingegen vom zukünftigen Investor vereinnahmt. „Eine solche Ungleichverteilung der Risiken werden wir nicht hinnehmen! Nach wie vor sind wir der Meinung, dass der Hufeneisensee und seine Umgebung für alle Bürger uneingeschränkt zu Naherholungszwecken zur Verfügung stehen und künftig in maßvollen Umfang entwickelt werden soll. Planungen hierzu müssen unbedingt mit den Bürgern vor Ort und den verschiedenen Verbänden und Interessengruppen abgestimmt werden!“

Bereits 1986, zu DDR-Zeiten, gab es erste Pläne zur Errichtung eines Freizeit- und Erholungszentrum. Nach der Wende wurden die Pläne weiterverfolgt und sollen nun mit Hilfe eines Investors weiterverfolgt werden. Vorgesehen ist, den See „gestalterisch und funktional als Naherholungsraum insbesondere für die östlichen Stadtteile aufzuwerten.“ Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass die Böschungsbereiche der Tagebaugrube gesichert werden. Am Westufer des Sees plant die Stadt einen Badebereich mit Sandstrand. Daneben sollen Camping- und Zeltplatz sowie ein Restaurant entstehen. Auch zusätzliche Parkplätze sind vorgesehen. Der Weg rund um den See soll zu einem Rundweg für Radfahrer und Fußgänger mit Fitnesspfad entwickelt werden. Ein Investor will zudem einen Golfplatz bauen. Eine Machbarkeitsstudie hatte den Hufeisensee als idealen Standort ausgewiesen. Zuvor war der Golfpark am Osendorfer See geplant. Abgetrennt werden soll der Golfplatz nicht, stattdessen laut Stadtverwaltung frei zugänglich bleiben. Eine Auflage an den Investor: „Vorhandene Wegebeziehungen sind, ggfs. unter Verlegung von Wegen; der Parallelausrichtung des Spielbetriebes zum Wegeverlauf (kein Anspielen oder Überspielen von häufiger begangenen Wegen); zu sichern.“

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