Konsumausgaben der Sachsen-Anhalter deutlich gewachsen

22. Mai 2013 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Höhere Preise – tieferer Griff ins Portemonnaie. Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt, gab im Durchschnitt jeder Einwohner von Sachsen-Anhalt im Jahr 2011 für den privaten Konsum 15.453 EUR aus. Das waren 465 EUR pro Kopf mehr als im Jahr zuvor (+ 3,1 Prozent). Im Durchschnitt Deutschlands sind die Konsumausgaben mit + 662 EUR stärker gestiegen (+ 3,8 Prozent) und lagen bei 18 191 EUR. Damit konnte jeder Sachsen-Anhalter 85 Prozent der durchschnittlichen Konsumausgaben Deutschlands tätigen. Auch in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) lag der Pro-Kopf-Wert der Konsumausgaben mit 15 698 EUR höher als in Sachsen-Anhalt.

Ursache für den Unterschied zum Deutschland-Wert war die Entwicklung des Verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte. Das Verfügbare Einkommen entspricht den Einkommen, die den privaten Haushalten letztendlich zufließen und die sie für Konsum- und Sparzwecke verwenden können. Im Verfügbaren Einkommen enthalten sind neben den Einkommen aus Erwerbstätigkeit und Vermögen auch Einnahmen aus Sozialleistungen und Transfers vermindert um gezahlte Steuern und Sozialbeiträge.

Pro Kopf nahm das Verfügbare Einkommen in Sachsen-Anhalt im Jahr 2011 um 398 EUR zu (+ 2,4 Prozent) und erreichte einen Wert von 16 661 EUR. Im Durchschnitt Deutschlands hat das Verfügbare Einkommen im gleichen Zeitraum pro Kopf um 621 EUR auf 19 993 EUR zugenommen (+ 3,2 Prozent). Damit standen beim Verfügbaren Einkommen jedem Sachsen-Anhalter 84 Prozent des Durchschnittes von Deutschland zur Verfügung. Weniger Einkommen pro Kopf hatten nur noch die Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern.

Der nicht konsumierte Teil des Verfügbaren Einkommens, vermehrt um die Zunahme der betrieblichen Versorgungsansprüche, wird als Sparen bezeichnet. Auf Grund der höheren Zunahme der privaten Konsumausgaben gegenüber dem Verfügbaren Einkommen reduzierte sich der Pro-Kopf-Sparbetrag 2011 in Sachsen-Anhalt um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Je Einwohner wurden 1 347 EUR gespart, das waren 62 EUR weniger als im Jahr zuvor. Im Durchschnitt aller Bundesländer wurden 2 110 EUR je Einwohner gespart, 27 EUR weniger als im Jahr 2010. Sachsen-Anhalt erreichte 64 Prozent des Durchschnittswertes von Deutschland. Auch in den neuen Bundesländern ohne Berlin wurde mit 1 430 EUR pro Kopf mehr gespart als in Sachsen-Anhalt.

Die Sparquote ist der Anteil des Sparvolumens am Verfügbaren Einkommen, letzteres erhöht um die Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche. Sie sank 2011 für Sachsen-Anhalt auf 8,0 Prozent. In Deutschland betrug die Sparquote 10,4 Prozent.

Mit den vorliegenden Daten werden durch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt nicht nur erstmals Länderergebnisse zum Verfügbaren Einkommen, den Konsumausgaben und dem Sparen der privaten Haushalte für die Jahre 2010 und 2011 veröffentlicht, sondern auch für die Jahre ab 1991 überarbeitete Daten nach Revision 2011 vorgestellt. Im Rahmen der Revision 2011 wurden neben der Umstellung der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 methodische Verbesserungen realisiert und neue Datenquellen erschlossen sowie auf Länderebene außerdem die Abstimmung der Ergebnisse auf die neuen Daten der nationalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen vorgenommen. Die revidierten Daten sind daher grundsätzlich nur eingeschränkt vergleichbar mit den Ergebnissen vor der Revision.

Am wenigsten sparten die privaten Haushalte in Sachsen-Anhalt im Jahr 1991. Pro Einwohner wurden nur 500 EUR im Jahr gespart. Auch die Konsumausgaben waren 1991 mit 6 545 EUR je Einwohner noch nicht einmal halb so hoch wie im Jahr 2011, der Zuwachs bis zum Jahr 2011 betrug 136 Prozent. Voraussetzung für das Wachstum der Konsumausgaben war die Zunahme des Verfügbaren Einkommens um ebenfalls 136 Prozent im gleichen Zeitraum.

Während das Verfügbare Einkommen und die Konsumausgaben pro Kopf seit 1991 Jahr für Jahr kontinuierlich gewachsen sind, traf das für das Sparen nicht durchgängig zu. In den Jahren 1997, 1999, 2000 sowie 2009 und 2011 entwickelte sich das Sparvolumen je Einwohner rückläufig. In den letzten 3 Jahren flossen Erhöhungen des Verfügbaren Einkommens überwiegend in den privaten Konsum.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben