Kampf um mehr Geld: Streiks beim Pumpenbauer KSB in Halle

28. Januar 2015 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Beim Pumpenhersteller KSB in Halle (Saale) wird am Freitagvormittag gestreikt. Das gab die Gewerkschaft IG Metall bekannt.
KSB Streik
Anlass ist die gescheiterte zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt. Dabei hätten die Arbeitgeber ihr mehrfach in anderen Regionen vorgelegtes Angebot lediglich wiederholt. „Ständige Wiederholungen machen es auch nicht besser. Ein mickriges Angebot bleibt ein mickriges Angebot und führt zu keinem Ergebnis. Offensichtlich brauchen die Arbeitgeber jetzt Warnstreiks, um sich am Verhandlungstisch bewegen zu können. Damit werden wir am Freitag beginnen, um ein Einlenken der Arbeitgeber zu erreichen“, sagte Hartmut Meine, IG Metall Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, unmittelbar nach den Verhandlungen am heutigen Mittwoch in Magdeburg.

In der heutigen Tarifverhandlung in Magdeburg hatten die Arbeitgeber lediglich eine Entgelterhöhung von 2,2 Prozent bis Ende des Jahres angeboten. Zudem wollen sie die Altersteilzeitquote auf 2 Prozent reduzieren und damit halbieren. Bezüglich der von der IG Metall geforderten Bildungsteilzeit, verweigern sie kategorisch eine tariflich abgesicherte Regelung. Verhandlungsführer Meine betonte, dass der niedrige Ölpreis und der für die exportorientierte Metall- und Elektroindustrie günstige Euro-Kurs, für eine ausgesprochen gute wirtschaftliche Entwicklung sorgen würden. „Vor diesem Hintergrund zeigen die Gewinnerwartungen der Unternehmen deutlich nach oben, insofern ist die Forderung der IG Metall nach 5,5 Prozent mehr Geld vollkommen berechtigt. Das zeigt auch der aktuelle Geschäftsklimaindex.“

Eine Verschlechterung der Altersteilzeit und die mangelnde Bereitschaft etwas für eine tariflich abgesicherte Weiterbildung von Beschäftigten tun zu wollen, wird von der IG Metall ebenfalls nicht hingenommen. „Altersteilzeit und Bildungsteilzeit sind ein hervorragendes Instrument, um den demografischen Wandel und den Mangel an Fachkräften systematisch anzugehen. Wer sich dem verweigert, hat die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt,“ so Meine.

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