Intecta öffnet am Freitag wieder

10. Oktober 2012 | Wirtschaft | 9 Kommentare

20 Jahre nach dem sich die Pforten schlossen zieht in ein Kaufhaus in der Großen Ulrichstraße in Halle (Saale) neues Leben ein. Am kommenden Freitag wird die Wiedereröffnung des Intecta-Gebäudes feierlich begangen.

20 Jahre nach dem sich die Pforten schlossen zieht in ein Kaufhaus in der Großen Ulrichstraße in Halle (Saale) neues Leben ein. Am kommenden Freitag wird die Wiedereröffnung des Intecta-Gebäudes feierlich begangen. Ab 10 Uhr kann „geshoppt“ werden.

Wie Betreiber Janis Kapetsis sagte, soll zunächst das Ergeschoss in Betrieb gehen. Hier gibt es unter anderem Designermöbel, Hightech-Fahrräder ab 700 Euro (bis Oben offen!), Swimmingpools, Wohnaccessoires und verrückte Taschen von Reisenthal. Das Unternehmen wird nämlich neben dem KDW nun seinen zweiten Flagship-Store eröffnen. Bereits seit einigen Wochen offen hat bereits der Feinkostladen. „Großes Problem der Innenstadt ist der Handel vor den Toren der Stadt“, erklärte Miteigentümer Janis Kapetsis. „Wir wollen den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen die sagen, in Halle kann man nicht einkaufen sondern muss nach Leipzig fahren und denen die sagen, in Halle kann man keine hochwertigen Produkte anbieten.“ Genannt habe man das Gebäude Intecta Kreativquartier. Zwischendurch war noch ein Namenskrieg am Patentamt mit der Firma „Tecta“ durchzustehen.

Etwas länger dauert es dagegen noch mit der Eröffnung der Büros in den Obergeschossen. Lediglich die Firma Motionworks kann schon ihre Räumlichkeiten beziehen. Im restlichen Bereich dauern die Sanierungsarbeiten noch nach. Ebenfalls Mitte November eröffnet das Jugend- und Kinderbuchhaus Krake. Es soll auch ein kleines Hörspielstudio beinhalten, wo mit Worten experimentiert werden kann. Auch Lesungen seien vorgesehen. „Ein Ort für lebendige Worte“, sagte Inhaberin Annett Krake. Auch durch Konzerte soll das Haus in der Zukunft belebt werden.

Das Intecta-Kaufhaus wurde Anfang der 90er geschlossen. Mehrfach sollte das denkmalgeschützte Kaufhaus veräußert werden, doch mehrere Versteigerungen platzten. Erst 2009 sollte es gelingen, als Janis Kapetsis und Eric Schubert den Zuschlag für 135.000 Euro erhielten.

Im November vergangenen Jahres hatte die zwei Millionen Euro teure Sanierung begonnen. Sie gelang nach einer Finanzierungszusage durch die Saalesparkasse. Mehr als 40 Firmen haben seit dem gewerkelt, Wände eingezogen, gemalert… Einige Überraschungen gab es dabei laut Kapetsis. So musste zunächst die die Geschossdecke im Erdgeschoss erneuert werden, das war eine Auflage der Behörden – weil das Haus leer stand, waren die neuen Bauordnungen anzuwenden und damit größere Deckenlasten.

Das Gebäude wurde 1901 durch die Gebrüder Giese entworfen und ein Jahr später als Textiliengeschäft „Brummer und Benjamin“ eröffnet. 1936 erfolgte die Zwangsenteignung und Übernahme durch die Firma Eichenauer & Co. Im Krieg sei das Gebäude kaum zerstört worden, so Kapetsis. Die Treppen seien noch im Original erhalten, lediglich die gusseisernen Handläufe fehlen. Sie wurden zu DDR-Zeiten beseitigt. Zu DDR-Zeiten verschwand dann die historische Fassade hinter einer Plastikwand, die HO betrieb im Inneren ein Einrichtungshaus, das größte Möbelhaus der DDR. Mit der Neueröffnung wird auch das Haus selbst wieder zum Blickfang. Die hässliche vorgehängte Fassade ist verschwunden.

Bereits 1993 habe es Überlegungen zu einem Shop-in-Shop-System gegeben, so Kapetsis. Dies sei damals aber an den notwendigen Genehmigungen gescheitert. Jetzt hoffen die Betreiber noch auf die Stadt, damit diese die Große Ulrichstraße saniert. Übrigens eine der ältesten Straßen der Stadt, erstmals 1266 erwähnt als Sankte Ulrike Strate. Seit 1435 trägt sie ihren jetzigen Namen.

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