Insolvenzgefahr: Multimedia-Zentrum vor Liquiditätsproblemen

18. Februar 2014 | Wirtschaft | 5 Kommentare

Das Mitteldeutsche Multimediazentrum MMZ steht vor finanziellen Problemen. Wie
MMZ-Geschäftsführer Andreas Nowak sagte, sei die Liquidität ein Problem.

Bis Juni reichen die Mittel noch. Aktuell müsse zwar noch keine Insolvenz angemeldet werden. Doch würden keine Entscheidungen getroffen, bliebe dem Unternehmen dieser Schritt nicht erspart. Zunächst hatte die MMZ-Geschäftsführung in einem Schreiben an die Stadtverwaltung gar von aktuten Problemen gesprochen, das Geld reiche nur noch wenige Wochen.

Das weist Finanzberater Jens Rauschenbach zurück. „Zusammenfassend kann dargestellt werden, dass derzeit kein zwingender Insolvenzgrund mit einer möglichen 3-Wochen-Frist vorliegt“, so Rauschenbach in einer Analyse. „Die Geschäftsführung hat sämtliche Finanzierungsmöglichkeiten der Gesellschaft im ersten Schritt selbst auszuloten. Die Liquidität ist nach dem vorliegenden Liquiditätsplan mindestens bis Juli 2014 gesichert. Sofern in den nlichsten Monaten keine Zwischenfinanzierung vereinbart werden kann, ist ein Gremienbeschluss zur Unterstützung der MMZ erforderlich“, schreibt Rauschenbach an Oberbürgermeister Bernd Wiegand.

„Sofern keine Möglichkeit zur Deckung des Finanzbedarfes innerhalb der Gesellschaft besteht und die drohende ZahlungsunfÌihigkeit nicht abgewendet werden kann, besteht dann die Möglichkeit, dass der Gesellschafter (Stadt Halle (Saale)) eine Zwischenfinanzierung der Gesellschaft sichert“, heißt es in Rauschenbachs Schreiben weiter. „Die Unterstützung des Gesellschafters ist auch durch die bereits erfolgte komplette Zuschusszahlung für das Jahr 2014 angezeigt. Des Weiteren besteht in folgenden Monaten die Möglichkeit in den Gremien der Stadt Halle (Saale) mögliche notwendige Beschlüsse zur Zwischenfinanzierung der MMZ zu schließen.“

Der Finanzausschuss befasste sich am Dienstag auch mit der Zukunft des MMZ. „Wir brauchen umgehend einen Beschluss zur Wiederinstandsetzung der Kinotonmischung2, sagte Bodo Meerheim (Linke). Diese sei ein Leuchtturm. Beim Hochwasser war diese zerstört worden. Das bestätigt MMZ-Geschäftsführer Nowak. Wie er sagte, solle das Kino umfunktioniert werden, um dort die Kinotonmischung unterbringen zu können. DIe Lieferzeit für die neuen Geräte betrage 6 bis 8 Wochen. In den Untergeschossen solle künftig keine Technik mehr untergebracht werden.

Die CDU-Stadtratsfraktion fordert eine Konzeption zum Wiederaufbau des MMZ. Zudem soll die Stadtverwaltung die Zwischenfinanzierung bis zur Ausreichung der Fluthilfemittel durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt sicherstellen. Dieser Antrag wurde jedoch auf März verschoben.

Durch das Hochwasser im vergangenen Juni wurden die Tiefgarage und die Untergeschosse überflutet. Unter anderem wurde dadurch die teure Kinotonmischung zerstört. Die geschätzten Schäden liegen bei 20 Millionen Euro, das genaue Schadensgutachten ist noch nicht da und wird Ende Februar erwartet. Am Donnerstag sind die Statiker da. Oberbürgermeister Bernd Wiegand hatte den Vorschlag gemacht, das MMZ möglicherweise an einen anderen Standort umziehen zu lassen. Denn seit Jahren ist das MMZ für die Stadt ein Fass ohne Boden. So waren schon die Baukosten auf fast 35 Millionen Euro explodiert, 8 Millionen Euro als geplant. Zudem muss die Stadt sei Jahren das Minus des MMZ ausgleichen.

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