Immer mehr Sachsen-Anhalter arbeiten in anderen Bundesländern

22. Januar 2013 | Wirtschaft | Keine Kommentare

In Sachsen-Anhalt gibt es immer mehr Pendler. Das geht aus einer neuen Statistik der Arbeitsagentur hervor.

Demnach pendelten mit Stand von Juni 2012 137.422 Männer und Frauen aus Sachsen-Anhalt zur Arbeit in ein anderes Bundesland. Das waren 778 mehr als im Jahr 2011 und 1.892 mehr als im Jahr 2010. Ausgehend von 757.366 Beschäftigten betrug die Auspendlerquote damit 18,1 Prozent. Werden Ein- und Auspendler aufgerechnet, ergibt sich für Sachsen-Anhalt ein negatives Pendlersaldo von aktuell -79.044.

Rund 76.800 Männer und Frauen aus Sachsen-Anhalt zog es im vergangenen Jahr zum Arbeiten in den Westen. Das sind 55 Prozent aller Pendler. „Ziel Nummer Eins“ bleibt Niedersachsen. Fast 42.000 Menschen aus Sachsen-Anhalt arbeiteten in diesem Nachbarland. Das sind 30 Prozent der Auspendler. Mit fast 31.000 Pendlern und einem Anteil von 22 Prozent steht Sachsen an zweiter Stelle der häufigsten Pendelziele, gefolgt von Thüringen mit 13.100 (9,5 Prozent) und Bayern mit 8.600 (6,3 Prozent). Nach Bremen zog es nur knapp 790 Sachsen-Anhalter, das sind 0,6 Prozent aller Pendler.

Die Zahl der Einpendler, die für eine Beschäftigung nach Sachsen-Anhalt kamen, lag im Juni 2012 bei rund 57.700. Das waren etwa 950 weniger als 2011. Die Mehrheit der Einpendler nach Sachsen-Anhalt kam aus den benachbarten Bundesländern, darunter rund 21.600 aus Sachsen, 8.700 aus Thüringen und rund 7.800 aus Brandenburg. Aus Westdeutschland pendelten 14.300 Menschen nach Sachsen-Anhalt. Die Einpendlerquote lag im Juni 2012 bei 7,7 Prozent und hat sich damit im Vergleich zu den Vorjahren spürbar erhöht. Zehn Jahre zuvor lag sie bei 5,8 Prozent. Im Juni 2002 kamen etwa 44.000 Menschen aus anderen Bundesländern zum Arbeiten nach Sachsen-Anhalt.

In Halle (Saale) selbst stellt sich die Situation etwas anders dar. 25.990 (+895 gegenüber 2010) Hallenser arbeiten mit Stand Ende 2011 außerhalb der Saalestadt. Demgegenüber hatten 41.329 (-224) Personen von außerhalb einen Job in Halle.

3.649 Hallenser pendelten dabei in den Westen, im Gegenzug hatten aber auch 1.319 Personen mit Wohnsitz in Westdeutschland einen Job in Halle. Insbesondere für den Saalekreis ist die Stadt interessant. 13.182 Bewohner aus dem Halle umschließenden Kreis hatten in der Stadt einen Job, im Gegenzug pendelten 6.075 Personen zum Arbeiten in den Saalekreis. Vor allem aus Petersberg, Landsberg, Salzatal und Teutschenthal, gefolgt von Wettin-Löbejün, Kabelsketal, Schkopau, Bad Lauchstädt und Merseburg, kommen die Menschen zum Arbeiten nach Halle.

„Die Auspendler sind überwiegend Fachkräfte, die die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt gegenwärtig und perspektivisch immer stärker brauchen wird“, sagte der Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius. „Für die Unternehmen in Sachsen-Anhalt wird es deshalb immer wichtiger werden, sich attraktiv aufzustellen, um die Fachkräfte an sich zu binden. Das hat sicherlich auch mit Verdienstmöglichkeiten zu tun. Für Arbeitnehmer spielen aber auch immer mehr Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuungsmöglichkeiten, betriebliche Weiterbildungsangebote, Gesundheitsmanagement und flexible Arbeitszeitmodelle bei der Wahl des Arbeitsplatzes eine Rolle. Hier hat Sachsen-Anhalt durchaus Standortvorteile. Das zeigt die langfristig ansteigende Zahl und Quote der Einpendler“, so Senius weiter.

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