Immer mehr ältere Sachsen-Anhalter haben einen Job

23. August 2014 | Wirtschaft | 2 Kommentare

Immer mehr lebensältere Menschen haben einen Job. Nach einer aktuellen Analyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren in Sachsen-Anhalt zuletzt 154.316 Menschen zwischen 55 und 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 8.381 mehr als im Jahr 2012 und 31.893 mehr als 2009. Somit ist die Zahl der älteren Menschen mit Job seither um gut 20 Prozent angestiegen.

Auch die Altersgruppe der rentennahen Jahrgänge profitiert davon. Im Jahr 2009 waren 29.448 Männer und Frauen zwischen 60 und 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, mittlerweile sind es bereits 55.785.

Zwischen Arendsee und Zeitz sind ferner mittlerweile 46,5 Prozent der Menschen zwischen 55 und 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Bundesschnitt sind es 43,3 Prozent. „Das ist ein positiver Trend. Viele Unternehmen in Sachsen-Anhalt halten ihre langjährigen Mitarbeiter, auch wenn diese älter werden. Verstärkt wird dieser Effekt, weil der junge Fachkräftenachwuchs knapper wird“ erklärte Senius.

Ältere Menschen sind auf dem Arbeitsmarkt aber nach wie vor benachteiligt. „Kritisch wird es, wenn ältere Menschen arbeitslos werden und nach einer neuen Beschäftigung suchen, dann haben sie es viel schwerer. Hier beobachten wir immer stärkere Verfestigungstendenzen bei der Arbeitslosigkeit Älterer“, sagte Senius.

So waren im Juli 2014 von den 120.362 arbeitslosen Frauen und Männern in Sachsen-Anhalt 27.875 älter als 55 Jahre, also fast jeder Vierte. „Die Personengruppe der älteren Arbeitslosen bereitet uns Sorgen. Es ist die einzige Gruppe mit steigender Arbeitslosigkeit. Zudem brauchen Ältere wesentlich mehr Zeit zurück in den Job“ sagt Senius. „Bei der Integration älterer Menschen setzen wir deshalb zunehmend auf spezialisierte Berater. Die haben insgesamt weniger Kunden, können sie aber dafür intensiver und mit ganzheitlichen Ansätzen betreuen. Denn häufig haben ältere Arbeitslose noch andere Schwierigkeiten, die einer Beschäftigungsaufnahme im Weg stehen“, so Senius.

Auf der anderen Seite müssen vor allem Arbeitgeber auch älteren Arbeitslosen eine Chance geben. „Alter allein darf kein Chancenkiller sein. Ältere bringen wertvolle Fähigkeiten und Lebens- und Berufserfahrung mit. Sie haben es verdient, dass man auch ihnen eine Chance gibt“, erklärte Senius. Zudem gäbe es mit dem Eingliederungszuschuss gute Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber, die ältere Arbeitslose einstellen.

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