Heideschlösschen: neues Wohngebiet an der Dölauer Heide

2. Juli 2013 | Wirtschaft | 8 Kommentare

Am Rande der Dölauer Heide in Halle (Saale) soll ein neues Wohngebiet entstehen. Die städtische Wohnungsgesellschaft GWG will hier mehrere Neubauten errichten.

Vorgesehen sind den Vorplanungen zufolge 50 bis 55 Wohnungen in insgesamt sechs Neubauten. Unter dem Komplex ist eine Tiefgarage vorgesehen. Für das denkmalgeschützte Gebäude des Heideschlösschens dagegen gibt es keine Hoffnung, es soll abgerissen werden. Geplant ist auf dem Gelände auch ein Kinderspielplatz. Dieser soll direkt neben dem Regenrückhaltebecken entstehen. Das dürfte vor allem mit Blick auf vergangene Unglücke Sorgenfalten bei Eltern aufwerfen. Laut GWG soll aber eine Absturzsicherung eingebaut werden.

Wann genau Baustart ist und wie viel investiert werden, konnte ein GWG-Vertreter auf Nachfrage von HalleSpektrum.de noch nicht sagen, da man sich noch in der Vorplanung befindet. Jetzt soll zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Stadtverwaltung selbst sieht positive und negative Punkte. Also Pro wird bewertet, dass ein brach liegendes Grundstück für eine attraktive Nutzung in einem nachgefragten Stadtteil reaktiviert werden kann. „Differenzierte Wohnformen sollen das Angebot in Dölau komplementieren, ohne dass neue Flächen ausgewiesen und versiegelt werden müssen“, heißt es in einer Stellungnahme. Als Contra-Argument führt die Verwaltung an, dass die angestrebte Bebauung mit 50 bis 55 Wohneinheiten ist in dieser Konzentration für Dölau nicht typisch ist und zu einer weiteren städtebaulichen Verdichtung am Rand der Dölauer Heide mit den zu untersuchenden Folgen führt.

Das Heideschlösschen wurde 1870 erbaut. Viele Jahre diente es als Gaststätte, Kino und Tanzsaal. Nach dem zweiten Weltkrieg befand sich hier die russische Kommandantur. Zu DDR-Zeiten waren eine Apotheke und eine Bibliothek untergebracht. Zwischenzeitlich hatte hier auch das Umweltamt seinen Sitz, bevor der Komplex leergezogen und dem Verfall preisgegeben wurde. 2011 hatte die GWG das Areal erworben.

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