Handwerkskammer vermeldet gute Baukonjunktur

25. Juli 2013 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Auf dem Bau im Süden Sachsen-Anhalts geht es derzeit gut voran. Dagegen ist eine Eintrübung bei den Zulieferern zu verzeichnen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse aus der Konjunkturumfrage des 2. Quartals 2013 der Handwerkskammer Halle, die Präsident Thomas Keindorf, und Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Rogahn am Donnerstag vorstellten.

Die gesamtwirtschaftliche Situation ist positiv, jedoch auch weiterhin durch große Unsicherheit, Stichwort Finanzkrise, gekennzeichnet. Die Unsicherheit führt gerade bei den privaten Investoren verstärkt zu Bauinvestitionen.
Das 2. Quartal 2013 war gekennzeichnet von Aufholtendenzen nach den winterbedingten Beeinträchtigungen. Hinzu kamen die Auswirkungen des Hochwassers im Juni. Insgesamt hielt das freundliche Konjunkturklima an. Der Geschäftsklimaindex liegt jetzt bei +44, acht Indexpunkte weniger als vor einem Jahr, aber deutlich höher als im 1.Quartal (+25). Einen gewichtigen Anteil an dieser guten Entwicklung haben die Bau- und Ausbauhandwerke.

Details zu den einzelnen Branchen
Die Ausbauhandwerke sind mit einem Konjunkturklimaindex von +71 am optimistischsten, gefolgt von den Bauhaupthandwerken (+62). Zurückgefallen sind dagegen die Handwerke für gewerblichen Bedarf (+15). Mehr Betriebe verzeichneten im 2.Quartal sinkende als wachsende Umsätze. Da viele dieser Handwerke als Zulieferer tätig sind, können diese Ergebnisse als Indiz für eine sich abschwächende Gesamtkonjunktur und zunehmende konjunkturelle Risiken gesehen werden.

Die Nahrungshandwerke sind unverändert mit der konjunkturellen Lage zufrieden. Der Geschäftsklimaindex lag bei +23 (Vorquartal +30). Die Gewerke für den privaten Bedarf verzeichneten mit +10 einen unveränderten Geschäftsklimaindex. Es wird ein Verharren auf dem jetzigen Niveau erwartet.

Die Stimmung bei den Kfz-Handwerken hat sich nach dem schwierigen 1.Quartal deutlich verbessert. Dies ist im wesentlichen auf saisonale Faktoren zurückzuführen. Grundsätzlich hat sich jedoch nichts geändert. Insbesondere das Neuwagengeschäft verläuft unverändert schwach. Das Servicegeschäft entwickelte sich im 2.Quartal ähnlich wie im Vorjahr, also deutlich besser als im sehr schwachen 1.Quartal.

Die Gesundheitshandwerke meldeten mit -24 einen negativen Geschäftsklimaindex. Das grundsätzliche Problem dieser Handwerke, sich zwischen den marktdominierenden Krankenkassen und Ärzten behaupten zu müssen und dabei die gesetzlichen Vorschriften zu beachten, spiegelt sich unverändert wider. Im aktuellen Quartal sind deutliche Umsatzverluste das Resultat.

Auftragsreichweiten und weitere Besonderheiten
Die mittleren Auftragsreichweiten sind von 7,9 auf 7,0 Wochen gesunken. Der Rückgang hängt auch mit dem Abarbeiten von im Winter „angestauten“ Aufträgen zusammen. Die Auftragsreichweiten liegen reichlich eine Woche unter dem Vorjahresniveau. Die durchschnittliche Betriebsauslastung stieg nach dem deutlichen Rückgang während des Winters wieder auf 78% an.
Eine Besonderheit dieses Quartals war das Hochwasser an Saale, Mulde und Elbe, das Anfang Juni auf einen Teil der Handwerksbetriebe erhebliche Auswirkungen hatte. 2% der auf die Umfrage antwortenden Betriebe meldeten Schäden an den Betriebsgebäuden, 16% konstatierten Arbeitsausfälle und 20% Umsatzverluste. Bei 11% der Unternehmen waren eigene Baustellen vom Hochwasser betroffen. Auf der anderen Seite meldeten 4% der Betriebe durch das Hochwasser bedingte steigende Umsätze. 68% der Betriebe waren in keiner Hinsicht vom Hochwasser betroffen.

Zahl der Mitgliedsbetriebe, Beschäftigten und Quartalsumsätze
Die Zahl der Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer geht unverändert leicht, aber stetig zurück. Am 30. Juni gab es 15.035 Mitgliedsbetriebe, 160 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Beschäftigten stieg im 2. Quartal wieder deutlich an und erreichte ca. 71.000 (+1.500). Dies ging überwiegend auf Neueinstellungen in den Bauhaupt- und Ausbauhandwerken zurück. Auch die Beschäftigungsbilanz des Quartals im Lebensmittelhandwerk war positiv. Für das nächste Quartal werden von 90% der Betriebe gleichbleibende Beschäftigtenzahlen erwartet (6% steigend, 4% sinkend).

Die Quartalsumsätze stiegen ebenfalls. Die Umsätze der Handwerksbetriebe stiegen nach dem vor allem winterbedingten Rückgang im Vorquartal wieder merklich an. Besonders deutlich sichtbar war die in den Bauhaupthandwerken: Dort stiegen in 60% der Betriebe die Umsätze. Im Vorquartal waren sie in 63% der Betriebe gesunken.

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