Drastischer Gewinn-Einbruch bei der Halloren-Schokoladenfabrik, mehr Automation

15. April 2015 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Die Halloren Schokoladenfabrik konnte im vergangenen Jahr ihren Umsatz steigern. Dieser kletterte um 3,1 Prozent auf 121,72 Mio Euro.
Wegen steigender Rohstoffpreise sank allerdings der Gewinn deutlich. Dieser liegt vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei 6,68 Millionen Euro, ein Minus von 17,8 Prozent. Der Konzernüberschuss liegt bei 200.000 Euro, 91 Prozent weniger als noch 2013. „Wir sind nicht zufrieden, hatten uns was anderes vorgestellt“, sagte Halloren-Vorstand Klaus Lellé, der auf den Tag genau 18 Jahre im Unternehmen ist. Ein Grund sind die extrem gestiegenen Preisen für Haselnüsse und Mandeln, aber auch Kakaoprodukte. Bei Haselnusskernen haben sich die Preise verdreifacht, bei Mandeln verdoppelt. Daneben hat das belgische Tochterunternehmen Bouchard einen Großkunden aus Amerika verloren, der dort bislang 50 Prozent der Kapazitäten nutzte. Laut Lellé lege dies an Fehlern in der Vergangenheit noch vor der Halloren-Übernahme. Bouchard habe es an Zuverlässigkeit und Qualität missen lassen. Daraus habe man die Lehren gezogen, es gebe einen neuen General Manager aus der Branche.

Halloren will künftig stärker auf das wachsende Auslandsgeschäft setzen. Darum wurde im Oktober 2014 eine strategische Partnerschaft mit einem US-Investor abgeschlossen. Gemeinsam will man sich die hervorragenden Wachstumschancen in Asien und Nordamerika zu Nutze machen. Im Rahmen der Zusammenarbeit hat Charlie Investors S.á.r.l 50 Prozent (- 1 Aktie) des belgischen Tochterunternehmens Bouchard Daskalidès NV übernommen. Im Gegenzug beteiligte sich Halloren zu 25 Prozent an der US-Vertriebsgesellschaft Charlie Distribution Company LLC. Zudem hat der Investor im Zuge einer Barkapitalerhöhung 460.000 neue Aktien zu einem Ausgabepreis von 7,20 Euro je Aktie gezeichnet. „Das Unternehmen möchte jedoch nicht als reiner Finanzinvestor agieren, sondern durch seine Kontakte zu amerikanischen Handelsunternehmen die Umsatzerlöse in den USA maßgeblich steigern“, betont Lellé. „Im zweiten Schritt sollen auch die lukrativen asiatischen Märkte folgen. Dies wird die Internationalisierung des Halloren Konzerns weiter voranbringen.“ Hiervon soll besonders die Konzerntochter Bouchard profitieren, die mit ihren Pralinenkreationen und der Herkunftsbezeichnung „belgische Schokolade“ auf eine hohe Nachfrage in Amerika trifft.

Wegen der steigenden Rohstoffpreise will Halloren künftig beim Personal sparen. Man wolle die „teurere Arbeit in Deutschland“ durch mehr Maschinenproduktion ersetzen, sagte Lellé. Es seien daher Investitionen in den Automatisierungsgrad in der Fertigung und kurze Umrüstzeiten und ein effizienter Warenumschlag und Vertriebslogistikvorgesehen.

Andreas Stuhl, Finanzvorstand der Halloren Schokoladenfabrik AG, sieht das Unternehmen durch die eingeleiteten Maßnahmen für das Jahr 2015 auf einem gutem Weg: „Wir haben in den vergangenen Monaten vielfältige Maßnahmen ergriffen, um die Herausforderungen auf den volatilen Rohstoffmärkten zu meistern.“ Daneben habe man in den letzten Wochen die aufgrund der Rohstoffpreiserhöhungen unvermeidlichen Preisanpassungen für das Halloren-Sortiment an den Handel weitergeben können. Dennoch bleibe die Marktlage kurzfristig herausfordernd. „Für das kommende Geschäftsjahr gehen wir deshalb von einem ausgeglichenen Ergebnis aus, mittelfristig planen wir auch ein organisches Wachstum“, erläutert Stuhl. Erreichen will er dies durch „Investitionen in Maschinen und Anlagen“, um so die „Produktivität zu steigern.“

Im laufenden Jahr will Halloren die Umsätze leicht auf 124 Millionen Euro steigern. Als Dividendenvorschlag für die Aktionäre gebe man 10 Cent je Aktie aus, das entspricht dem Vorjahr.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben