Halle baut: hohe Millioneninvestitionen im kommenden Jahr

26. Dezember 2012 | Wirtschaft | Keine Kommentare

Auch im kommenden Jahr haben die Bauunternehmen in Halle (Saale) eine Menge zu tun. Die Wohnungsunternehmen in Halle (Saale) wollen eine achtstellige Summe in Baumaßnahmen stecken. Daneben stehen mehrere Straßenbauprojekte an. Die größten Projekte haben wir an dieser Stelle zusammengetragen.

Im März soll die Sanierung der Großen Ulrichstraße beginnen. Unter anderem werden Leitungen und Abwasserkanäle erneuert, die Gleise ausgetauscht und Fußwege und Fahrbahn erneuert. 3,2 Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten, die etwa ein Jahr dauern. In dieser Zeit muss der Straßenbahnverkehr zwischen Kleinschmieden und Moritzburgring unterbrochen werden.

Im März startet außerdem die Sanierung der Torstraße. Auch hier soll das Pflaster Asphalt weichen, die Fußwege und Gleise werden erneuert. Im Rahmen der Umgestaltung soll die Fahrbahn geringfügig verbreitert werden. Künftig soll es auf beiden Seiten 2,5m breite Gehwege sowie Schutzstreifen für Radfahrer geben. Das zum Teil noch verlegte historische Mosaikpflaster auf den Gehwegen wird durch Betonsteine ersetzt. Die Arbeiten sollen 4,2 Millionen Euro kosten.

Auf dem Hermes Areal am Dessauer Platz ist ein 6.800qm großes Einkaufszentrum geplant. Hauptmieter soll mit 3.800 Quadratmetern ein Kaufland-Markt werden. Auf 250qm dürfen sich Textil- und auf 150qm Drogeriemärkte niederlassen. 12,5 Millionen Euro werden investiert.

Für acht Millionen Euro soll das 15.000 Quadratmeter große Areal des Wittekindbades saniert werden. Allerdings wird es hier in Zukunft kein Solbad mehr geben. Stattdessen plant ein Bauunternehmer hier einen geschlossenen Wohnpark.

Die 1871 erbeute Steintorschule soll zur Jugendherberge werden. 9 Millionen Euro sollen in den Umbau gesteckt werden. Vorgesehen ist die Schaffung von 240 Betten.

Die Energieversorgung Halle (EVH) errichtet einen zweiten Fernwärmespeicher am Heizkraftwerk Dieselstraße, investiert einen einstelligen Millionenbetrag. Der neue Speicher soll einen Durchmesser von etwa 40 Metern haben und 45 Meter hoch sein. Daneben will das Unternehmen für 5 Millionen Euro an den Pulverweiden ein Wasserkraftwerk errichten.

In Halle-Neustadt wird eine neue Ballsporthalle errichtet. Die Halle soll Platz für 1.200 Zuschauer bieten. Zudem sind 160 Parkplätze im Umfeld vorgesehen. Bei einer Gesamtgröße von 55 mal 60 Metern sowie einer Höhe von 9 Metern soll die Halle eine reine Sportfläche von 27 x 45 m bieten, teilbar in 3 Hallendrittel. Sechs Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten und Mitte 2014 beendet sein.

Das größte Vorhaben der HWG ist zweifelsohne der Wohnpark Paulusviertel, bei dem das ehemalige Regierungspräsidium zu Wohnungen umgebaut und zusätzlich ein neues Wohnhaus errichtet werden soll. Für dieses umstrittene Vorhaben will die Hallesche Wohnungsgesellschaft HWG 20 Millionen Euro in die Hand nehmen. Daneben sollen weitere 33 Millionen Euro in verschiedene Aufwertungs- und Sanierungsmaßnahmen gesteckt werden. Dabei ist die Instandsetzung der sogenannten „Stalinbauten“ an der Ecke Delitzscher Straße / Freiimfelder Straße mit 98 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten eines der ambitioniertesten Projekte. Daneben will die HWG auch 85 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten im Landrain 130-140 und Leibnizstraße 13-14 sanieren. Im Stadtteil Glaucha sollen 46 Wohnungen in der Zwingerstraße 24, 26, 28 und Lerchenfeldstraße 1-2 sowie Zwingerstraße 25 instand gesetzt werden, in Heide-Nord sind Sanierungsarbeiten im Zapfenweg 1-13 vorgesehen, 144 Wohnungsmieter sollen davon profitieren. In der Warschauer Straße 1-7 ist die Sanierung von 32 Wohnungen vorgesehen. Daneben soll ein Plattenbau am Schülershof 2-10a mit insgesamt 94 Wohnungen komplett saniert werden. Nach HWG-Angaben sind hier die Arbeiter im unbewohnten Zustand geplant. Heißt: die Mieter müssen ausziehen, wissen davon aber noch gar nichts.

Bei der GWG werden die im Jahr 2012 begonnenen Arbeiten zur denkmalgerechten Sanierung der historischen Villengruppe in Heide-Süd und der Umbau zu einem Boardinghaus fortgesetzt. Die denkmalgeschützten Gebäude werden instand gesetzt und um Neubauten ergänzt. 42 Wohnungen, insbesondere für ausländische Wissenschaftler am Technologiepark Weinberg Campus und ihre Familien, sollen hier entstehen. Voraussichtlich im Frühjahr 2013 werden komplett möblierte Musterappartements zur Verfügung stehen. Im Rennbahnring 4-18 will die GWG einen Plattenbau für 5,3 Mio Euro umbauen. Neben einer Fassadensanierung und den Anbau von Balkonen wird es zudem Grundrissveränderungen geben. Aus den bisher 80 Wohnungen entstehen 60 neu geschnittene Zwei, Drei- und Vierraumwohnungen. Zudem soll auf die Barrierefreiheit geachtet werden. Dazu gehören schwellenarme Balkonzugänge und ebenerdige Duschkabinen. Auch das bestehende Familienquartier „An den Weinbergwiesen“ zwischen Lilien- und Akeleistraße soll laut GWG weiterentwickelt werden. Dort sind bereits in den zurückliegenden Jahren durch Umbau, Modernisierung und Grundrissveränderungen Wohnungen entstanden, die den besonderen Bedürfnissen von Familien entsprechen. Es entstanden geräumige Wohnungen mit familiengerechten Bädern und Küchen sowie einer flexiblen Raumnutzungsstruktur; dazu kleinere Wohnungen, damit Oma und Opa in der Nähe wohnen können. Weil die Nachfrage nach solchen Wohnungen groß ist, sind 250.000 Euro dafür vorgesehen, leer stehende Wohnungen in den Gebäuden Begonienstraße 1 – 5 bzw. 6 -16 umzubauen. Damit steigt die Zahl der Grundriss veränderten Wohnungen im GWGBestand weiter an. Inzwischen sind es bereits über 1.500 der insgesamt rund 10.000 Wohneinheiten. Einen weiteren Schwerpunkt der Investitionen im kommenden Jahr stellen Maßnahmen zur Erhöhung der Funktionssicherheit technischer Anlagen dar. Dazu zählen die brandschutzgerechte Ertüchtigung von zwei Hochhäusern und die Erneuerung der Regen- und Abwasserleitungen in vier Wohngebäuden.

Die BWG Halle-Neustadt plant den Teilrückbau eines 5 Geschossers auf 3 Geschosse, die Zahl der Wohnungen wird sich dadurch von 100 auf 60reduzieren. Weiterhin wird die gesamte Außenanlage angepasst und 10 Wohnungen im Erdgeschoß barrierefrei erschlossen. 2 Millionen Euro werden dafür investiert. Daneben plant die BWG den Einbau von Aufzügen mit ebenerdigem Zugang in drei Objekten, die Investitionssumme beträgt 885.000 Euro.

Der Bauverein Halle-Leuna will das vor wenigen Jahren käuflich erworbene Gebäude in der Reilstraße 124 einer komplexen Modernisierung unterziehen. Ziel ist es, alternativen Wohnraum für den Bestand der Genossenschaft zu entwickeln. Die Wohnungen werden komplett neu hergerichtet, Balkone angebaut. Standardmäßig fortgeführt werden Maßnahmen zum Brandschutz in Hochhäusern, Ersatz der Umlenkrollen und Seile bei Aufzügen, Abdichtung einzelner Terrassen, Errichtung von Rollstuhlrampen, Ersatz von Strangabstellern für Heizung und Warmwasser, Neugestaltung von Spielplätzen, Verblechung von Drempellüftungen sowie Malerleistungen in Treppenhäusern.

Die Wohnungsgenossenschaft Frohe Zukunft will die Gasetagenheizungen in den Gebäuden Pekinger Straße 18, 20, 22, 24, Murmansker Straße 5, 5a, 5b, 5c, Warschauer Straße 16, 18, 20, 22 und Warschauer Straße 9, 11, 13, 15, 17 erneuern und energetisch ertüchtigen. Zudem erfolgt der Einbau von Wechselsprechanlagen in der Hildesheimer Str. 20 – 24, 21 – 25, Züricher Str. 1 – 3, Amsterdamer Str. 26 – 32, Brüsseler Str. 2 – 6, 14, 16. In fünf Hochhäusern sollen brandschutztechnische Maßnahmen nachgerüstet werden. Die Erneuerung von Trinkwasserleitungen im Kellerbereich ist im Eichelweg 1 – 4 und Weidenkätzchenweg 1 – 12 vorgesehen. 2,8 Millionen Euro will die Genossenschaft zudem für die Instandsetzung von Leerwohnungen ausgeben. Daneben schreiten die Planungen für die angedachten Neubauten in Heide-Süd voran. In der Blücher- und Yorkstraße sollen seniorengerechte und am Lammaschplatz Familienwohnungen entstehen. Gebaut werden soll hier aber erst 2016.

5 Millionen Euro will die Wohnungsgenossenschaft Freiheit im kommenden Jahr für Sanierungsmaßnahmen in die Hand nehmen. In der Amsterdamer Straße 18-29 und 46-52 sowie Züricher Straße 18-24 sollen die Elektro-Steigleitungen erneuert werden. Zudem erhalten die WOhnungen neue Eingangstüren, die Flachdächer werden instand gesetzt und Treppenhäuser gemalert. Auch die Sanitäranlagen werden erneuert. In der Albert-Ebert-Straße 13-15 werden Balkone nachgerüstet. Neue Wohnungseingangstüren sowie Rauchwarnmelder gibt es für die Gebäude Burgliebenauer Weg 12-14, Vogelweide 30-43, 49-50 und 64-67, Ernst-Eckstein-Straße 3-11, Warschauer Straße 2-8 und 10-14 sowie Straße der Befreiung 1-4. Daneben werden in den Häusern der Vogelweide auch Elektroleitungen teilweise erneuert. Gegensprechanlagen und Rauchmelder werden angebaut in den Gebäuden Lindenweg 1-12, Heidekrautweg 1-7, Salzbinsenweg 1-6, Kolkturmring 13-16 und Lunzbergring 1-6. Neue Gasleitungen gibt es in der Eugen-Schönhaar-Straße 8, im Karpfenweg 18 werden Rauchmelder angebaut und in der Ernst-Eckstein-Straße 31-33 werden die Kesselanlagen erneuert. Ambitioniertestes Projekt der Genossenschaft aber ist die Sanierung eines dritten Elfgeschossers in der Voßstraße neben den Franckeschen Stiftungen. Hier soll die Fassade in neuem Glanz erstrahlen, alle Wohnungen erhalten künftig Balkone. 1,2 Millionen Euro werden investiert.

Und auch in Kitas und Schulen wird investiert. So fließen 3,5 Millionen Euro für den Kita-Neubau in der Schimmelstraße, 2,2 Mio Euro für die Erweiterung der Kita Wirbelwind sowie 900.000 Euro für die Kita „Wunderwelt“ des KAHUZA e.V. Sanierungsarbeiten sind außerdem an der Grundschule Kastanienallee, der Glauchaschule und der Saaleschule vorgesehen. Weiter gehen werden die Arbeiten an der Grunschule Heiderand (2,5 Mio Euro), Sekundarschule Reil (4,4 Mio Euro) und der IGS (4,1 Mio Euro). Sanierungsarbeiten sind an der Grundschule Friesen (1,1 Mio Euro) und dem Herder-Gymnasium (1,3 Mio Euro) vorgesehen.

Die Stadt plant außerdem Brandschutzmaßnahmen im Keller des Ratshofs (1,1 Mio Euro) und Stadthaus (700.000 Euro). Für den Bau einer neuen Kraftsporthalle sind 1,6 Mio Euro im Haushalt eingeplant, 1,2 Mio Euro sollen für die Sanierung des Haupthauses der Südwache ausgegeben werden. Auch die Arbeiten in der Delitzscher Straße (2,1 Mio Euro) und im Gewerbegebiet Halle-Ost (9,7 Mio Euro) gehen weiter.

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