GWG-Neubau in Dölau: Flut an Einsprüchen

20. November 2013 | Wirtschaft | 1 Kommentar

Gegen das geplante Bauprojekt der GWG in Dölau haben zahlreiche Anwohner Einspruch eingelegt. Allein bei der Bürgerinitiative, die gegen die Bebauung am Heiderand kämpft, seien 200 Schreiben eingegangen, so Initiativen-Sprecherin Cornelia Gerlieb. Sie geht von insgesamt 500 Widersprüchen aus.

Die GWG will sechs Neubauten mit 55 Wohnungen und einer Tiefgarage im Bereich des ehemaligen Heideschlösschens errichten. Auch eine Tiefgarage ist vorgesehen. Dölauer würden das Vorhaben als „Trabantenstadt mit Charme der DDR-Plattenbausiedlung“ bezeichnen, so Gerlieb. Es gebe genügend Gründe gegen das Projekt. So sei die vorhandene Infrastruktur im Stadtteil Dölau jetzt bereits mehr als ausgeschöpft. Kindergarten und Schule seien überbelegt. Daneben sei die Zufahrtsstraße „Am Waldrand“ mit derzeit 3.000 Fahrzeugen pro Tag nicht mehr gewachsen. Einkaufsmöglichkeiten sind seien nur mit dem Auto erreichbar, weshalb die Anlage für das geplante Seniorenwohnen nicht attraktiv sei. Daneben könne sich die zu erwartenden Quadratmeterpreise von 8 Euro kaum jemand leisten.

Gerlieb verweist darauf, dass bereits 1994 ein ähnliches Projekt am Angerweg am massiven Bürgerprotest gescheitert sei. “Auch hier sollte eine städtebaulich gewünschte Nachverdichtung des Wohngebietes mit dem Dreifachen an Wohnungen, Einwohnern und Einwohnerdichte wegen seines bevorzugt hochwertigen Wohnstandortes erreicht werden“, so Gerlieb. „Das Fass zum Überlaufen brachte damals allerdings die Mitteilung, dass die Anwohner sich finanziell am Bau einer Straße durch das Gebiet beteiligen sollten. Nun soll, fast zwanzig Jahre später, aus den gleichen Gründen eine Verdichtung auf engsten Raum mit erheblichen Nachteilen für die Anwohner erfolgen.“

Die Stadt solle sensibel mit den Einsprüchen umgehen. „Der Erhalt der gewachsenen nachbarschaftlichen Struktur im Interesse von Mensch, Natur und Umwelt muss bei allen Planungen im Vordergrund stehen. Damit könnte der Weg für eine angepasste, nachhaltige,
offene Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern gegeben sein.“ In den nächsten Wochen wolle man auch mit den Stadträten in Kontakt kommen.

Unterdessen hat die Bürgerinitiative ein eigenes Konto eingerichtet, auch um sich auf mögliche Klagen vorzubereiten. „Schön wäre es aber, wenn wir die Mittel nicht für eine weitere Auseinandersetzung einsetzen müssten. Dann nämlich sollen die Finanzen in ein Kinder- und Jugendprojekt des evangelischen Gemeindezentrums in Dölau fließen“, so Gerlieb.

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